Tegut-Übernahme könnte sich massiv verzögern - viele Filialen in Franken betroffen
Autor: Agentur dpa, Strahinja Bućan
Zürich, Mittwoch, 22. April 2026
Die bekannte Supermarktkette Tegut wird zerschlagen und von mehreren Mitbewerbern übernommen. Nun prüft das Bundeskartellamt - und will sich dafür ausreichend Zeit nehmen.
Der Schweizer Mutterkonzern Migros will die deutsche Supermarktkette Tegut loswerden - zuletzt kam der Einzelhändler nicht wirtschaftlich mehr auf einen grünen Zweig. Die Filialen sollen nach Möglichkeit erhalten bleiben, jedoch als Teil anderer Ketten.
Einen Löwenanteil der Filialen will sich der Edeka-Verbund sichern, konkret geht es dabei um rund 200 Läden. Mittlerweile hat auch die Rewe-Gruppe Interesse an rund 40 Standorten angemeldet. Nun fragen sich treue Tegut-Kunden auch in Franken, wer ihren Stamm-Supermarkt in Zukunft weiterbetreiben soll. Die Deals stehen kartellrechtlich alle noch auf wackligen Füßen und es ist vollkommen unklar, wer den Zuschlag für welche Filiale bekommt. Man könne sich dazu nicht äußern, heißt es beispielsweise von Rewe. Doch wo in Franken ist Tegut überhaupt aktiv? Hier eine Liste der Märkte in Franken, die mit der Übernahme zur Disposition stehen:
- Abenberg, Im Gewerbegebiet 1, 91183
- Ansbach, Rettistraße 3, 91522
- Bad Kissingen, Riedgraben 4–6, 97688
- Bad Königshofen im Grabfeld, Hindenburgstraße 26, 97631
- Bad Neustadt an der Saale, Saalestraße 2, 97616
- Bad Neustadt an der Saale, Thomas-Mann-Straße 1, 97616
- Bamberg, Ludwigstraße 25, 96052
- Coburg, Neustadter Straße 9b, 96450
- Coburg, Karchestraße 12, 96450
- Dittelbrunn, Im Büttnerstrich 4, 97456
- Eibelstadt, Würzburger Straße 45, 97246
- Erlangen, Wladimirstraße 1–3, 91058
- Erlangen (Sieglitzhof), Lange Zeile 61, 91054
- Estenfeld, Am Zehnthügel 2, 97230
- Frankenblick, Bahnhofsallee 6, 96528
- Fürth, Gustav-Schickedanz-Straße 2, 90762
- Fürth, Herrnstraße 26, 90763
- Gerbrunn, Am Kirschberg 5, 97218
- Gerolzhofen, Schallfelder Straße 38, 97447
- Hirschaid, Bamberger Straße 18, 96114
- Höchberg, Waldstraße 4, 97204
- Karlstadt, Bodelschwinghstraße 1, 97753
- Kolitzheim, Lachenbrunnweg 1, 97509
- Langenfeld, Ullstädter Straße 8, 91474
- Leinach, Rathausstraße 33, 97274
- Lohr am Main, Ludwigstraße 9, 97816
- Margetshöchheim, Erlabrunnerstraße 36, 97276
- Marktheidenfeld, Luitpoldstraße 17, 97828
- Nüdlingen, Mühlweg 4, 97720
- Partenstein, Im See 1, 97846
- Rödental, Kronacher Straße 9, 96472
- Saal an der Saale, Hauptstraße 63, 97633
- Schwarzach am Main, Zur Abtei 1, 97359
- Schweinfurt, Gretel-Baumbach-Straße 8, 97424
- Schweinfurt, Schelmsrasen 4–6, 97421
- Schonungen, Ludwig-Grobe-Straße 3, 97453
- Würzburg, Zeppelinstraße 122, 97074
- Würzburg, Schleifweg 9, 97084
- Würzburg, Frankfurter Straße 18, 97082
- Würzburg, Virchowstraße 2, 97072
- Zeil am Main, In den Sutten 3, 97475
Update vom 22.04.2026: Kartellamt mit vertiefter Prüfung - verzögert sich die Tegut-Übernahme?
Die Übernahme von über 200 Tegut-Filialen und weiterer zusammenhängender Betriebe könnte deutlich länger dauern. Das Bundeskartellamt hat ein sogenanntes Hauptprüfverfahren zur geplanten Übernahme eingeleitet. Darüber berichtete unter anderem die Lebensmittelzeitung (LZ) zu Beginn der Woche. Zum kartellrechtlichen Stand der Übernahme von weiteren rund 40 Tegut-Filialen durch die Rewe-Gruppe gibt es bisher noch keine Informationen.
Mit dem Hauptprüfverfahren gewinnen die Wettbewerbshüter mehrere Monate Zeit, um mögliche Auswirkungen der Übernahme auf den Markt unter die Lupe zu nehmen. Erst nach dieser intensiven Überprüfung würde dann eine Genehmigung der Übernahme erteilt oder abgelehnt. Außerdem bekommen Mitbewerber und Lieferanten nun die Möglichkeit, Rechtsmittel gegen die geplante Übernahme der Tegut-Standorte durch Edeka einzulegen.
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Weiterhin wurde erneut Kritik an den Plänen zur Tegut-Zerschlagung laut. Unter anderem äußerten sich Oxfam und weitere NGOs - sie befürchtet massive Nachteile für Produzenten. "Die Supermärkte nutzen ihre Marktmacht und drücken die Preise gegenüber Lieferanten und Landwirtschaft – geben die Preissenkungen jedoch nicht an die Verbraucher*innen weiter", betont zum Beispiel Matthias Fiedler, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel. Die Organisationen forderten die Kartellwächter auf, die Übernahme und damit eine weitere Monopolbildung zu verhindern.
Durch das offene Kartellverfahren gibt es bisher weder von Edeka noch von Rewe Informationen darüber, welche Filialen an welchen Mitbewerber gehen sollen.