Supermarkt-Kette Feneberg: Insolvenzverfahren eröffnet
Autor: Daniel Krüger, Agentur dpa, Redaktion
Kempten (Allgäu), Donnerstag, 09. April 2026
Eine traditionsreiche Supermarktkette aus Bayern steckt tief in der Krise. Nun wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet - die Zukunft der 3000 Beschäftigen ist ungewiss.
Die Supermarktkette Feneberg aus dem Süden Bayerns ist tief in der Krise. Zuletzt gab es noch Hoffnung auf Rettung - doch nun scheint sich diese in Luft aufzulösen.
Feneberg verfügt über mehr als 70 Filialen in Süddeutschland und dem österreichischen Kleinwalsertal, hauptsächlich im Allgäu und der Bodenseeregion. Mit rund 3000 Angestellten erzielt das Unternehmen einen Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro, hieß es. Aber wie geht es jetzt weiter?
Update vom 09.04.2026: Insolvenzverfahren eröffnet - Feneberg endgültig vor dem Aus?
Das Amtsgericht Kempten hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Feneberg Lebensmittel GmbH eröffnet und die Eigenverwaltung angeordnet – wegen drohender Zahlungsunfähigkeit. Davon berichtete Anfang dieser Woche unter anderem die Lebensmittelzeitung (LZ).
Die Geschäftsführung mit Amelie und Christof Feneberg sowie Sanierer Stephan Leibold bleibt im Amt, berichtet die LZ. Als Sachwalter ist – wie schon im Schutzschirmverfahren – der Ulmer Rechtsanwalt Martin Hörmann bestellt, die Kanzlei Grub Brugger mit Jochen Sedlitz bleibt Verfahrensbevollmächtigte.
Laut LZ steht auch der Gläubigerausschuss fest: vertreten sind Betriebsratschef Kurt Poppel, die Kanzlei WMSW Warning Müller-Seils Wolf, der Pensionssicherungsverein, die Agentur für Arbeit sowie die Edeka-Großhandlung Südbayern, die ein Nachrangdarlehen über 20 Millionen Euro hält.
Wegen Pensionsverpflichtungen von fast 100 Millionen Euro spielt der Pensionssicherungsverein eine Schlüsselrolle. Die Lebensmittelzeitung berichtet zudem, dass die entscheidende Gläubigerversammlung für den 10. Juni terminiert ist – dann wird auch über einen möglichen Insolvenzplan und damit über die Zukunft des Unternehmens abgestimmt.
Update vom 19.01.2026: Mehrere Interessenten für Feneberg - werden Filialen geschlossen?
Wie Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold gegenüber dem Kreisboten mitteilt, haben sich bereits potenzielle Käufer für die insolvente Supermarktkette Feneberg gemeldet. "Einige Interessenten haben sich schon proaktiv gemeldet, manche haben Interesse an der gesamten Firma, andere lediglich an einzelnen Filialen oder einzelnen Vermögensgegenständen", wird Leibold in dem Bericht zitiert. Die Interessenten sollen dem Gläubigerausschuss demnach ihre jeweiligen Konzepte vorlegen.