Der Aufschrei um die steigenden Energiepreise ist groß, dies betrifft vor allem auch die Strom- und Gaspreise. Es ist daher wenig verwunderlich, dass sich einige Menschen über die Anbieter beklagen. Doch zwei Konzerne sind den Verbraucherzentralen in Bayern und Rheinland-Pfalz besonders aufgefallen.

Erheblich viele Beschwerden haben die Verbraucherschützer bei den Unternehmen voxenergie und primastrom verzeichnet. Beklagt werden hier vor allem widerrechtliche Preissteigerungen, trotz einer festen Preisgarantie, und unrechtmäßige Erhöhungen der monatlichen Abschlagszahlungen. Außerdem sollen die Anbieter das Sonderkündigungsrecht einiger Kunden missachtet haben.

Mehrere tausende Beschwerden: Verbraucherzentralen schalten Bundesnetzagentur ein

Wegen der Vielzahl an Klagen, die die Verbraucherzentralen von aufgebrachten Betroffenen erhalten haben, wurde nun auch die Bundesnetzagentur (BNetzA) eingeschaltet. Die Agentur soll prüfen, ob das Verhalten der Stromkonzerne rechtens ist.

Marion Gaksch, Energierechtsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern, meint, "die Bundesnetzagentur als zuständige Aufsichtsbehörde sollte angesichts der zahlreichen Vertragsbrüche schnell und wirkungsvoll eingreifen". 

Trotz einiger Fälle von ignorierten Sonderkündigungsrechten raten die Verbraucherschützer dazu, die unzulässig geänderten Verträge und Preisabschläge nicht zu bezahlen.

Klagen gegen Stromanbieter: Betroffene sollen Strafanzeige erstatten

Ob es sich bei der Verhaltensweise von voxenergie und primastrom um Betrug handelt, können die Verbraucherzentralen derzeit noch nicht beurteilen. Betroffene werden dazu angehalten, sich bei einem solchen konkreten Verdacht direkt an die Polizei oder Staatsanwaltschaft zu wenden und Strafanzeige gegen das betreffende Unternehmen zu erstatten.