Spüllappen an den Wasserhahn hängen: Warum das ein Fehler ist
Autor: Alexander Böhm
Deutschland, Freitag, 09. Oktober 2026
Ein feuchter Spüllappen über dem Wasserhahn wirkt praktisch, ist für die Küchenhygiene aber keine gute Lösung. Fachleute empfehlen einen anderen Trockenplatz.
Ein feuchter Spüllappen kann ein Nährboden für Bakterien sein und sollte nicht über dem Wasserhahn trocknen. Experten geben Tipps, wie Küchenhygiene verbessert und Keime reduziert werden können.
Warum gehört der Spüllappen nicht über den Wasserhahn?
Beim Putzen in der Küche kann ein Spüllappen mit Lebensmittelresten und Mikroorganismen in Kontakt kommen. Bleibt das Tuch anschließend feucht, finden Bakterien günstige Bedingungen vor. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass sich Bakterien in feuchten Tüchern und Schwämmen bei Raumtemperatur sehr schnell vermehren können. Beim weiteren Gebrauch können sie anschließend auf Geschirr oder Oberflächen gelangen.
Für den Wasserhahn kommt ein eigener Hygienepunkt hinzu. Fachleute der Hochschule Niederrhein empfehlen ausdrücklich, den Lappen zum Trocknen nicht über den Wasserhahn zu hängen, um Keime in der Nähe der Zapfstelle zu vermeiden. Daraus folgt allerdings nicht, dass ein Spüllappen automatisch das Trinkwasser verunreinigt.
Wo sollte der Spüllappen stattdessen trocknen?
Die Hochschule Niederrhein empfiehlt ebenfalls, feuchte Lappen zunächst auszudrücken und nicht flach abzulegen. Sinnvoll ist ein Platz abseits des Wasserhahns, an dem das Tuch offen hängt und trocknen kann. Zusammengeknüllt im Spülbecken oder dauerhaft nass auf der Arbeitsplatte sollte es dagegen nicht liegen bleiben.
Die Verbraucherzentrale rät ebenfalls dazu, Lappen und Geschirrtücher nach jedem Gebrauch gut trocknen zu lassen. Das hat einen einfachen Grund: Auf trockenen Oberflächen können sich Bakterien nicht weiter vermehren. Einige sterben mit der Zeit sogar ab.
Wer zum Spülen lieber einen Schwamm verwendet, löst das Problem übrigens auch nicht unbedingt. Das BfR hält Schwämme für Reinigungsarbeiten in der Küche für weniger geeignet, weil sie langsam trocknen und häufig nicht oft genug ausgetauscht werden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für das Geschirr stattdessen eine Kunststoff-Spülbürste, die sich leichter heiß reinigen lässt.
Wie oft sollte ein Spüllappen gewechselt werden?
Das BfR empfiehlt, Putz- und Spüllappen wenigstens einmal pro Woche zu wechseln und bei mindestens 60 Grad zu waschen. Bei stärkerer Belastung ist ein früherer Wechsel sinnvoll. Besonders nach Kontakt mit rohem Fleisch, Geflügel oder mit Erde rät die Hochschule Niederrhein dazu, das verwendete Reinigungsutensil auszutauschen.