Druckartikel: Auto springt nicht an? Was die Lidl-Starthilfe für 29,99 Euro kann

Auto springt nicht an? Was die Lidl-Starthilfe für 29,99 Euro kann


Autor: Jasmin Linsner

, Donnerstag, 29. Oktober 2026

Fast jede zweite Autopanne geht auf die Batterie zurück. Lidl verkauft eine Starthilfe mit Powerbank für 29,99 Euro. Was sie kann und wo ihre Grenzen liegen.
Die Ultimate Speed C5 von Lidl kombiniert eine Starthilfe für das Auto mit einer Powerbank für Smartphone und Tablet.


An frostigen Morgen kennen viele Autofahrer das Problem: Der Motor orgelt nur kurz oder gar nicht, die Batterie ist leer. Wer allein unterwegs ist oder kein zweites Auto für die Starthilfe in der Nähe hat, muss dann oft auf den Pannendienst warten. Laut ADAC-Pannenstatistik ging 2025 fast jede zweite Panne auf die Starterbatterie zurück.

Lidl verkauft aktuell die Ultimate Speed Powerbank mit Starthilfefunktion C5* für 29,99 Euro statt zuvor 34,99 Euro. Das Gerät soll ein Auto ohne Spenderfahrzeug wieder starten und nebenbei das Smartphone laden. Wir haben uns angesehen, für welche Autos es laut Hersteller geeignet ist, was bei Kälte zu beachten ist und wann klassische Starthilfekabel oder ein Batterieladegerät die bessere Wahl sind.

Starthilfekabel, Powerbank oder Ladegerät: Was hilft wann?

Bei einer leeren Autobatterie gibt es drei gängige Lösungen. Klassische Starthilfekabel funktionieren sofort, brauchen aber ein zweites Fahrzeug und jemanden, der hilft. Eine Starthilfe-Powerbank kommt ohne Spenderauto und Steckdose aus, muss vorher allerdings geladen sein. Gerade unterwegs kann das praktisch sein, wenn niemand in der Nähe ist. Viele Modelle lassen sich zusätzlich als Powerbank für Smartphone oder Tablet nutzen.

Ein Batterieladegerät erfüllt eine andere Aufgabe. Es lädt eine schwache Batterie wieder auf und kann sie je nach Gerät auch pflegen. Dafür braucht es in der Regel eine Steckdose und mehrere Stunden Zeit. Für die Garage oder den Carport ist das sinnvoll, für eine Panne unterwegs dagegen weniger.

Welche Lösung besser passt, hängt deshalb von der Situation ab: Für schnelle Hilfe mit zweitem Auto reichen Starthilfekabel, unterwegs ohne Helfer ist eine Starthilfe-Powerbank flexibler. Wer seine Batterie regelmäßig laden oder vorbeugend pflegen möchte, ist mit einem Ladegerät besser bedient.

Ultimate Speed C5: Das kann die Lidl-Starthilfe

Die Ultimate Speed C5* liefert laut Lidl einen Startstrom von bis zu 500 Ampere bei 12 Volt. Damit soll sie Benzin- und Dieselmotoren direkt starten können, ohne dass die Autobatterie zunächst geladen werden muss. Starthilfekabel und eine Aufbewahrungstasche sind im Lieferumfang enthalten.

Zusätzlich lädt das Gerät über USB Smartphones und Tablets. Eine integrierte LED-Taschenlampe mit Blinkfunktion kann bei Dunkelheit im Motorraum oder als Warnlicht am Straßenrand hilfreich sein. Ein USB-Netzteil liegt laut Bedienungsanleitung nicht bei. Zum Aufladen brauchst du also ein vorhandenes Ladegerät mit 5 Volt.

Die wichtigsten Daten:

  • Startstrom: max. 500 A bei 12 V
  • geeignet für Benzinmotoren bis 4,0 Liter und Dieselmotoren bis 2,8 Liter Hubraum
  • Akku: Lithium-Ionen, 10.000 mAh bei 3,7 V (37 Wh)
  • nutzbare Kapazität im USB-Betrieb: 6.200 mAh
  • USB-Ausgänge mit 1 A und 2 A
  • Laden über USB-C (5 V, 2 A), Ladezeit bis zu 6 Stunden
  • Schutz gegen Verpolung, Kurzschluss und Überlastung
  • LED-Taschenlampe mit Blinkfunktion
  • Ladestandsanzeige mit 4 LEDs
  • Maße: 17,4 × 8,7 × 4,5 cm
  • Gewicht: 470 g
  • Lieferumfang: Starthilfekabel, USB-C-Ladekabel, Aufbewahrungstasche
  • Garantie: 3 Jahre laut Bedienungsanleitung, inklusive Akku
  • Aktuelles Angebot: 29,99 Euro (UVP 34,99 Euro)
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Passt die Starthilfe zu meinem Auto?

Entscheidend ist der Hubraum des Motors. Lidl gibt für die C5 maximal 4,0 Liter bei Benzinern und 2,8 Liter bei Dieselmotoren an. Den Hubraum deines Autos findest du in der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld P.1. Dort steht er in Kubikzentimetern.

  • Benziner: bis 4.000 cm³
  • Diesel: bis 2.800 cm³

Viele Klein- und Kompaktwagen liegen unter diesen Grenzen. Bei größeren Dieselmotoren, etwa in SUVs oder Transportern, solltest du den Hubraum vor dem Kauf prüfen. Für 6-Volt-Batterien, wie sie in manchen Oldtimern verbaut sind, ist das Gerät laut Anleitung nicht geeignet.

Was ist bei der Starthilfe im Winter zu beachten?

Lidl bewirbt das Gerät als kältebeständig bis minus 21 Grad. Ein genauer Blick in die technischen Angaben ist allerdings wichtig: In der Bedienungsanleitung bezieht sich dieser Wert auf die LED-Taschenlampe. Für das Laden und den Betrieb als Powerbank nennt die Anleitung einen Temperaturbereich von 0 bis 45 Grad. Eine eigene Temperaturangabe für die Starthilfefunktion enthält sie nicht.

Lithium-Ionen-Akkus können bei Frost außerdem an Leistung verlieren. Der ADAC stellte in einem älteren Test mobiler Starthilfegeräte fest, dass die getesteten Modelle unter dem Gefrierpunkt nicht mehr ihre angegebene Leistung erreichten. Damals empfahl der ADAC deshalb, solche Geräte nicht dauerhaft im kalten Auto zu lagern.

Für den Winter heißt das:

  • Gerät möglichst in der Wohnung lagern und bei Bedarf mitnehmen
  • vor dem Winter vollständig aufladen
  • bei längerer Lagerung laut Anleitung alle 1 bis 2 Monate nachladen
  • im Sommer nicht dauerhaft im heißen Auto liegen lassen, da hohe Temperaturen den Akku beschädigen können

So startest du dein Auto mit der Powerbank

Die Bedienungsanleitung beschreibt den Ablauf so:

  1. Starthilfekabel am Gerät einstecken. Blinken die grüne und die rote LED abwechselnd, ist das Gerät bereit. Leuchtet die rote LED dauerhaft, reicht die Ladung nicht und das Gerät muss zuerst geladen werden.
  2. Zuerst die rote Klemme an den Pluspol der Autobatterie anschließen, danach die schwarze Klemme an den Minuspol.
  3. Auto starten. 
  4. Innerhalb von 30 Sekunden das Kabel vom Gerät lösen, dann zuerst die schwarze und anschließend die rote Klemme abnehmen. Den Motor weiterlaufen lassen.

Springt das Auto nach drei bis fünf Versuchen nicht an, solltest du laut Anleitung abbrechen. Dann liegt das Problem möglicherweise nicht an der Batterie. In diesem Fall ist eine Werkstatt oder der Pannendienst die sinnvollere Anlaufstelle.

Lohnt sich die Lidl-Starthilfe?

Für 29,99 Euro kann die Ultimate Speed C5* vor allem für Autofahrer interessant sein, die häufiger allein unterwegs sind oder kein zweites Fahrzeug für eine klassische Starthilfe zur Verfügung haben. Laut Hersteller eignet sich das Gerät für Benzinmotoren bis 4,0 Liter und Dieselmotoren bis 2,8 Liter Hubraum. Powerbank und Taschenlampe erweitern den Einsatz über die reine Starthilfe hinaus.

Die Angabe zur Kältebeständigkeit sollte man allerdings genau lesen. Die minus 21 Grad beziehen sich laut Anleitung auf die Taschenlampe, nicht ausdrücklich auf die Starthilfefunktion. Wer das Gerät für den Winter kauft, sollte es deshalb geladen halten und möglichst nicht dauerhaft bei Frost im Auto lagern.

Ob die Powerbank die richtige Lösung ist, hängt letztlich von der Situation ab. Wer unterwegs unabhängig von einem zweiten Fahrzeug Starthilfe geben möchte, bekommt hier eine kompakte Möglichkeit. Wer dagegen seine Autobatterie vorbeugend laden und pflegen will, ist mit einem Batterieladegerät besser bedient. Und wenn regelmäßig ein zweites Auto als Spenderfahrzeug zur Verfügung steht, können klassische Starthilfekabel ausreichen.

Häufige Fragen

Kann ich die Starthilfe im Auto lassen?

Möglich ist das, aber nicht unter allen Bedingungen ideal. Laut Anleitung liegt der Temperaturbereich zum Laden und für den Betrieb als Powerbank bei 0 bis 45 Grad. Hohe Temperaturen können den Akku beschädigen. Bei starkem Frost ist die Lagerung in der Wohnung daher die sicherere Variante.

Wie lange dauert das Aufladen?

Laut Anleitung dauert das vollständige Laden über USB-C mit 5 Volt und 2 Ampere bis zu 6 Stunden. Ein Netzteil ist nicht enthalten.

Wie oft muss ich das Gerät nachladen?

Bei längerer Lagerung empfiehlt die Anleitung, die Powerbank alle 1 bis 2 Monate aufzuladen.

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