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Sauerkraut bei Öko-Test: Bekannte Marke fällt durch - das sind die Testsieger


Autor: Klaus Heimann

Deutschland, Mittwoch, 21. Oktober 2026

Öko-Test prüfte 28 Sauerkraut-Sorten aus dem Supermarkt und entdeckt dabei in einigen Produkten Schadstoffe. Welche Marken sind für Verbraucher unbedenklich?
Öko-Test findet Pestizide und die Industriechemikalie BPA in Sauerkraut, wobei vor allem eine bekannte Marke negativ auffällt.


Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel bezieht sich auf einen Testbericht des Magazins Öko-Test aus dem November 2025. Ein neuerer Test liegt derzeit nicht vor. 

Sauerkraut gilt als gesund und ist aus deutschen Küchen kaum wegzudenken. Doch wie steht es um die Qualität der Produkte aus dem Supermarkt? Ein aktueller Öko-Test hat 28 verschiedene Sauerkraut-Sorten genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis überrascht: Während günstige Discounter-Produkte mit „sehr gut“ abschneiden, fällt eine bekannte Traditionsmarke durch. In mehreren Produkten wurden Pestizide und die Industriechemikalie Bisphenol A (BPA) nachgewiesen. Wer Wert auf Gesundheit legt, sollte beim Sauerkraut-Kauf genauer hinschauen. Die kompletten Testergebnisse kann man bei Öko-Test nachlesen (kostenpflichtig).

Traditionsmarke enttäuscht: Die Gründe für das schlechte Abschneiden

Insgesamt erhalten elf Produkte das Gesamturteil "sehr gut" – sieben aus biologischem und vier aus konventionellem Anbau. Darunter sind jeweils die Eigenmarken der Supermärkte Penny, Rewe und Kaufland. Die drei Produkte können Pluspunkte gegenüber den Mitbewerbern verbuchen: Sie sind preiswert, haben keine Belastungen durch Pestizide und im Gesamturteil schneiden sie mit "sehr gut" ab. Die ebenfalls im Gesamturteil mit "sehr gut" bewerteten Bio-Marken sind mit 0,91 Euro bis 1,34 Euro deutlich teurer.

Der Testsieger

  • Penny: Greenland Weinsauerkraut mild
  • Salzgehalt pro 100 Gramm: 1,1 Gramm
  • Pestizidbelastung: Nein
  • Vitamin C: Mittel
  • Gesamturteil: "sehr gut"
  • Preis pro 500 Gramm: 76 Cent (Stand 2025)

Der Testsieger

  • Rewe: Ja! Weinsauerkraut
  • Salzgehalt pro 100 Gramm: 0,9 Gramm
  • Pestizidbelastung: Nein
  • Vitamin C: Nein
  • Gesamturteil: "sehr gut"
  • Preis pro 500 Gramm: 76 Cent (Stand 2025)

Der Testsieger

  • Kaufland: K-Classic Mildes Weinsauerkraut
  • Salzgehalt pro 100 Gramm: 1,1 Gramm
  • Pestizidbelastung: Nein
  • Vitamin C: Viel
  • Gesamturteil: "sehr gut"
  • Preis pro 500 Gramm: 76 Cent (Stand 2025)

Pestizide und BPA: Was steckt im Sauerkraut?

Überraschend durchgefallen ist mit "mangelhaft" das Produkt von Hengstenberg: Mildessa Mildes Weinsauerkraut (Preis: 1,48 Euro). Dass ausgerechnet Hengstenberg die rote Laterne im Testlabor bekommt, ist deshalb tragisch, weil die Firma 1932 das erste Sauerkraut auf den Markt brachte, das durch Pasteurisierung haltbar war. Heute empfehlen Gesundheitsexperten rohes, nicht pasteurisiertes Sauerkraut. 

Das Sauerkraut von Hengstenberg enthält laut Testlabor Pestizide und die Industriechemikalie Bisphenol A (BPA). BPA-Belastung ist ein Problem, das alle Dosenprodukte im Test haben können. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass die Bewertung möglicher gesundheitlicher Risiken durch BPA seit Jahren kontrovers diskutiert wird. Die Risikobewertung der EU kommt, ebenso wie die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA), zu dem Schluss, dass aber kein Anlass zur Sorge besteht, wenn die Produkte auf BPA-Basis sachgemäß verwendet werden.

Trotzdem hält Öko-Test an der kritischen Einschätzung von BPA fest. Begründung: vorbeugender Verbraucherschutz. Es sei bekannt, dass BPA aus Beschichtungen von Konservendosen in Lebensmittel übergehen können.

Vitamin C und Salz: Wie gesund ist Sauerkraut wirklich?

Gravierender als BPA bewertet Öko-Test Rückstände von zwei Pestizidspuren im Sauerkraut von Hengstenberg. "Das ist zwar nicht exorbitant viel. Dennoch sehen wir eine Mehrfachbelastung mit Spritzmitteln grundsätzlich kritisch, denn die mögliche Wechselwirkung einzelner Wirkstoffe ist noch immer nicht ausreichend erforscht."

Salz ist ein unverzichtbarer Bestandteil für die Herstellung von Sauerkraut. Doch einige Hersteller übertreiben es aus der Sicht von Öko-Test mit dem Salz: Sie überschreiten die Marke von 1,1 Gramm Salz pro 100 Gramm. Streng reagiert Öko-Test: "Wir ziehen eine Note ab, denn ein dauerhaft hoher Salzkonsum erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen."

Ganz anders sieht die Lage beim gesunden Vitamin C aus. Davon gibt es eher zu wenig in den Produkten. Sauerkraut gilt als Lieferant für die Wintermonate. Öko-Test war allerdings überrascht, wie unterschiedlich der Vitamin-C-Gehalt beim Sauerkraut im Test war. Einige Hersteller werben zwar damit, die Testergebnisse im Labor waren aber enttäuschend, berichtet Öko-Test in seinem Report.

Frisch, probiotisch, vielseitig: Die Vorteile von frischem Sauerkraut

Bei den von uns genannten drei Testsiegern enthält nur das Weinsauerkraut von Kaufland: K-Classic Mildes viel Vitamin C. Wann immer möglich, sollte man zum frischen Sauerkraut auf dem Wochenmarkt oder in der Kühltheke greifen. Es enthält auch eine größere Anzahl von lebenden Milchsäurebakterien, die probiotisch sind und somit positiv auf die Darmgesundheit wirken. Sie gehen beim Erhitzen (Pasteurisieren) verloren. 

Sauerkraut lässt sich für verschiedenste Gerichte nutzen: zum Beispiel für Sauerkraut mit Speckwürfeln, Sauerkrautsalat, Sauerkraut-Kartoffel-Auflauf, Eintopf oder Fränkische Bratwurst mit Sauerkraut. Hier kommst du zu all unseren fränkischen Rezepten.