Pfand-Neuerung: Produkte im Glas sollen bald mehr kosten
Autor: Lea Mitulla
Deutschland, Dienstag, 02. Juni 2026
Marmelade, Senf oder Gewürzgurken werden bislang im Einwegglas verkauft. Das könnte sich schon bald ändern.
Glaskonserven gehören zum Standardsortiment in deutschen Supermärkten – doch anders als Joghurtgläser im Kühlregal fallen auf die meisten dieser Verpackungen bislang keine Pfandgebühren an. Stattdessen landen sie nach dem Gebrauch bestenfalls im Altglascontainer.
Das soll sich künftig ändern: Ein Zusammenschluss von 24 Lebensmittelherstellern, darunter namhafte Marken wie Develey und Carl Kühne, plant die Einführung eines einheitlichen Mehrweg-Systems für Glasverpackungen außerhalb des Kühlregals. Das berichtet unter anderem die Mittelbayerische Zeitung.
Bald Pfand auf Obst und Gemüse im Glas: Steigende Kosten als Treiber des Wandels
Laut einer gemeinsamen Mitteilung der beteiligten Unternehmen sind es vor allem wirtschaftliche Faktoren, die den Anstoß für den Systemwechsel geben: Der steigende CO2-Industriepreis für Einwegglas sowie höhere Lizenzkosten für dessen Entsorgung machen das bisherige Modell zunehmend unattraktiv. Timm Reichold, Geschäftsführer von Feinkost Dittmann, erhofft sich von der neuen Allianz „mehr Planungssicherheit und Stabilität bei Verpackungen".
Für die technische Umsetzung kooperieren die Hersteller mit dem Berliner Start-up Dotch, das auf Mehrwegsysteme für Verpackungen spezialisiert ist.
Das Pfandsystem von Dotch ist nicht neu: Es kommt bereits im Bio-Fachhandel zum Einsatz. Nach Angaben der Lebensmittelzeitung (LZ) hat das Unternehmen derzeit knapp 750.000 Flaschen im Umlauf. Dotch übernimmt dabei die gesamte Logistikkette – von der Bereitstellung über den Transport und die Reinigung bis zur Rückführung der Behälter. Die Hersteller zahlen dafür eine Nutzungsgebühr sowie den jeweiligen Pfandwert.
Mehrweggläser im Supermarkt: So hoch ist das Pfand
Dieser Pfandwert funktioniert nach demselben Prinzip wie das bekannte Flaschenpfand: Kundinnen und Kunden zahlen ihn beim Kauf und erhalten ihn nach der Rückgabe der Verpackung zurück. Er gilt buchhalterisch als durchlaufender Posten und darf von den Unternehmen nicht als Gewinn verbucht werden. Konkret sind folgende Pfandbeträge geplant:
- Glasflaschen: 50 Cent
- Schraubgläser: 25 Cent