Die Paprika ist bei vielen Menschen sehr beliebt.  Ob als Salatbeilage, Brotauflage oder im Ofen geschmort, es gibt viele Möglichkeiten das Gemüse zu essen.  Wer jedoch zuletzt im Supermarkt auf der Suche nach Paprikas war, konnte wohl beim Anblick der Preise seinen Augen kaum trauen.

Bis zu neun Euro kostet ein Kilogramm der Gemüseart momentan und damit liegt der Preis doppelt so hoch im Vergleich zum vergangenen Jahr. Bei Bio-Paprika liegt der Preis oftmals sogar über zehn Euro. Von diesem Preisanstieg sind nicht nur Supermärkte oder Discounter betroffen, sondern auch Gemüsestände oder Obsthändler. Wie wichtig Gemüse für den menschlichen Körper sein kann, hat diese Studie herausgefunden.

Preisanstieg Paprika: Darum sind Paprikas aktuell so teuer

Laut Hans-Christoph Behr von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft lassen sich die hochschnellenden Paprikapreise durch zwei Effekte erklären: Erhöhte Erntekosten durch Corona und schlechtes Wetter in Spanien.

Viele Gemüsearten werden heutzutage immer noch per Hand geerntet. Oft kommen dabei Saisonkräfte aus dem Ausland zum Einsatz. Um die coronabedingten Hygieneauflagen und Abstandsregeln einhalten zu können, müssen die Betriebe die Mitarbeiter dieses Jahr anders unterbringen, wie Behr im Interview bei t-online berichtet. Aus Sorge vor einem möglichen Infektionsausbruch dienen Großraumschlafplätze für Erntefirmen nicht mehr als mögliche Alternative.  Außerdem kann es durch die Corona-Regeln auch auf dem Feld zu längeren Erntezeiten und geringer Produktivität kommen. Um dies zu verhindern, stellen Betriebe mehr Personal ein, das im Zwei- oder Dreischichtbetrieb arbeitet, dies berichtet focus online.

Auch der Transport von Paprikas bietet durch die coronabedingten Einreisebeschränkungen mögliche Komplikationen. Unternehmen müssen mit Staus an den Grenzen oder verpflichtenden Testungen rechnen, was zu Verzögerungen beim Transport führen kann.

Wintereinbruch in Spanien führt zu schlechter Ernte

Als weitere Erklärung für die hohen Preise der Paprika sieht Hans-Christoph Behr das schlechte Wetter in Spanien. Während Paprikas aus deutschen und niederländischen Gewächshäusern erst allmählich erntereif werden,  wird diese Gemüseart momentan noch aus südlicheren Ländern, wie Spanien, importiert.

Vor wenigen Wochen gab es in Spanien einen massiven Wintereinbruch. Deshalb lagen die Temperaturen dort deutlich unter dem saisonüblichen Durchschnitt, was dazu führte, dass die Paprikas sehr viel langsamer wuchsen. Eine schlechte Ernte war die Folge. Weil jedoch die Nachfrage in den letzten Wochen konstant hoch blieb, steigt der Preis seit Tagen.

Ein Preisanstieg lässt sich aber nicht nur bei den Paprikas erkennen, sondern auch bei Gurken, Tomaten, Auberginen und Lauchzwiebeln. Auch bei diesen Gemüsearten führten die tiefen Temperaturen zu langsameren Wachstum. Einkäufer von Supermarktketten müssen das Gemüse aus anderen Herkunftsländern kaufen. "Während normalerweise die Märkte und Discounter am längeren Hebel sitzen und die Preise beim Einkauf bestimmen können, führt das aktuell weltweit knappe Angebot dazu, dass die Hersteller wegen der großen Nachfrage höhere Preise verlangen können", erklärt Behr im Gespräch mit t-online.

Wann ist mit einer Preissenkung zu rechnen?

Je schneller das Gemüse wächst und somit auch das Angebot größer wird, desto schneller fallen wieder die Preise. Während Gurken, die verhältnismäßig schnell wachsen, in den nächsten Wochen wieder billiger werden sollten, könnte es bei den Paprikas noch einige Tage dauern bis die Preise wieder sinken. Zudem dürften in den nächsten Wochen die Paprikas aus den deutschen und niederländischen Gewächshäusern erntereif sein, was auch zu einer Entspannung der Marktlage führen könnte.

Ein leckeres Rezept mit Paprika: Eingelegte Paprika mit Knoblauch