Öschberghof: Ort der Schönen und Reichen gehörte Aldi 50 Jahre lang
Autor: Daniel Krüger
Donaueschingen, Mittwoch, 06. Mai 2026
Aldi Süd trennt sich nach 50 Jahren von einem Objekt, von dem kaum jemand in Deutschland wusste, dass es dem Discounter gehört.
Über Jahrzehnte gehörte eines der exklusivsten Hotels im Süden Deutschlands ausgerechnet einem Discounter. Doch damit ist jetzt Schluss: Aldi Süd verkauft den Öschberghof bei Donaueschingen - ein Fünf-Sterne-Resort mit Golfplatz, Sterne-Restaurant und Tagungszentrum.
Der neue Eigentümer ist die Gustav Zech Stiftung, die das Hotel in ihre Marke Severin*s Hotels & Resorts eingliedern will. Der Betrieb soll ohne Unterbrechung weitergehen. Doch was steckt hinter dem überraschenden Verkauf - und was bedeutet er für die Zukunft des Luxushotels am Rande des Schwarzwaldes?
Warum Aldi Süd sein Luxushotel nach rund 50 Jahren abgibt
Seit Mitte der 70er Jahre betrieb die Aldi-Regionalgesellschaft Donaueschingen den Öschberghof - ein Geschäft, das so gar nichts mit dem Kerngeschäft des Discounters zu tun hatte, wie die Lebensmittelzeitung berichtet. Das Nobelhotel mit Golfplatz verfüge über 127 Zimmer und habe laut letzter verfügbarer Bilanz aus dem Jahr 2024 einen Umsatz von 30,7 Millionen Euro erzielt. Das Geschäft sei allerdings nicht immer ein wirtschaftlicher Erfolg gewesen - zeitweise habe das Hotel Verluste eingefahren.
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Aldi Süd begründet den Schritt damit, sich auf das Kerngeschäft im Lebensmittelhandel konzentrieren zu wollen. "Mit dem in Deutschland ansässigen Familienunternehmen Zech hat die Unternehmensgruppe Aldi Süd einen Nachfolger gefunden, der über große Erfahrung in der Hotellerie verfügt, die Philosophie des Öschberghof teilt und das Haus in diesem Sinne verantwortungsvoll weiterführt", teilt Aldi Süd laut Lebensmittelzeitung mit. Der neue Eigentümer könne neue Perspektiven für die Zukunft eröffnen.
Der Verkauf reiht sich in einen umfassenden Umbau bei Aldi Süd ein. Viele Aufgaben seien in den vergangenen Jahren von der Zentrale in Salzburg übernommen worden, die Strukturen in den Landesgesellschaften würden gestrafft, erläutert die Lebensmittelzeitung. So wird auch in der Sparte Aldi DX erheblich Personal abgebaut, wie inFranken.de bereits berichtet hat.
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Wie die Zech Group in einer Mitteilung vom 30. April 2026 bekannt gab, wird der Öschberghof Teil der "Severin*s Hotels & Resorts". Neben dem Öschberghof gehören Standorte auf Sylt, in Lech und künftig am Tegernsee zur Gruppe. Der Öschberghof bleibe unter seinem Namen bestehen, heißt es in der Mitteilung. Geschäftsführer Michael Artner werde das Resort auch künftig führen. Laut Zech Group verfügt der Öschberghof über 128 Zimmer und Suiten, eine 45-Loch-Golfanlage auf drei Plätzen, einen 5.500 Quadratmeter großen Spa- und Fitnessbereich sowie fünf Restaurants. Kulinarischer Mittelpunkt sei das Fine-Dining-Restaurant Ösch Noir mit zwei Michelin-Sternen.
Der Öschberghof ist längst nicht nur bei Urlaubern und Geschäftsreisenden beliebt - auch im Profifußball hat sich das Resort einen Namen gemacht. Wie das Portal Schwarzwald-aktuell berichtet, haben mit RB Leipzig und West Ham United gleich zwei internationale Topklubs im Sommer 2025 ihr Trainingslager im Schwarzwald absolviert.