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Mogelpackungen im Supermarkt: Radikales Gesetz in deutschem Nachbarland


Autor: Strahinja Bućan

Wien, Donnerstag, 26. Februar 2026

In Österreich sollen Supermarkt-Kunden besser gegen sogenannte "Shrinkflation" geschützt werden. Ein neues Gesetz sieht eine besondere Kennzeichnungspflicht im Einzelhandel vor.


Österreich sagt Mogelpackungen in Supermärkten den Kampf an. Das Parlament hat am Mittwoch (25. Februar 2026) ein sogenanntes "Anti-Mogelpackungs-Gesetz" der Regierung aus ÖVP, SPÖ und liberalen NEOs hat  verabschiedet, das eine strengere Kennzeichung von Gewichts- und Preisänderungen vorsieht. Darüber berichtete unter anderem Öko-Test auf seiner Webseite.

Die sogenannte "Shrinkflation" ist auch für österreichische Verbraucher ein Ärgernis - dabei verringern Hersteller das Gewicht ihrer Produkte, wobei sie aber die Packungsgröße und den Preis beibehalten oder erhöhen. Künftig stehen in Österreich größere Supermärkte und Drogerien in der Pflicht, entsprechende Produktänderungen für einen Zeitraum von 60 Tagen zu kennzeichnen. Übrigens kannst du Mogelpackungen auch ganz einfach selbst durchschauen.

Österreich geht gegen "Shrinkflation" vor - 60 Tage Kennzeichnungs-Pflicht

Laut dem Gesetz muss ein verständlicher Hinweis wie beispielsweise "Achtung: Weniger Inhalt - höherer Preis" an der Ware angebracht werden. Passiert dies nicht, drohen für die Einzelhändler Strafen von bis zu 15.000 Euro. Einzige Ausnahme: Die Hersteller haben die Anpassung bereits von sich aus auf der Produktverpackung deutlich gemacht. Auch eine Veränderung von unter drei Prozent müssen nicht kenntlich gemacht werden.

Die neue Kennzeichnungs-Pflicht gilt ab 1. April 2026. Die Regierung in Wien will mit dem Gesetz der Inflation entgegensteuern. Während die sozialdemokratische SPÖ und die NEOs voll hinter dem Gesetzt steht, ist man bei der konservativen ÖVP trozt Unterstützung skeptisch. Laut Webseite des Parlaments sieht die ÖVP-Abgeordnete Carmen Jeitler-Cincelli "kein Allheilmittel" in der Transparenz, man könne die Maßnahme aber verkraften. Rückendeckung bekam die Koalition von den Grünen, die rechtskonservative FPÖ stimmte dagegen. 

Einzelhändler und Handelskammer üben laut Öko-Test jedoch Kritk an der neuen Pflicht. Der Höhere Aufwand für die Händler würde zu höheren Preisen führen. Beispielsweise die Rewe-Tochter Billa kennzeichnet von "Shrinkflation" betroffene Produkte aber bereits freiwillig. In Frankreich, Rumänien in Ungarn bestehen bereits ähnliche Regeln. Die deutsche Bundesregierung hat einen vergleichbaren Vorstoß zwar im Koalitionsvertrag vereinbart, eine Umsetzung ist bisher jedoch offen.