Lidl führt Parkgebühr zu bestimmten Uhrzeiten ein - "gut für das Klima"
Autor: Daniel Krüger
Hamburg, Dienstag, 20. Januar 2026
Der Discounter Lidl hat vor einer Filiale zu bestimmten Uhrzeiten Parkgebühren eingeführt. Das soll Anwohnern und der Umwelt dienen, wie Anjes Tarks (Grüne) erklärt.
Gerade in Städten kennen viele Menschen das Problem: Es gibt einfach zu wenig Parkplätze für die Anwohner. Gleichzeitig bleiben nach Ladenschluss die Parkplätze vor den Supermarkt-Filialen leer, auf denen sich tagsüber die Autofahrer so stark drängeln, dass manchmal sogar die Polizei anrücken muss. Der Discounter Lidl will diesem Problem nun entgegenwirken.
Lidl öffnet in Hamburg deshalb erstmals außerhalb der Geschäftszeiten seine Parkplätze gegen Gebühr für die Allgemeinheit, wie die Stadt mitteilt. Das "Feierabendparken" könnte bundesweit Schule machen. So funktioniert das neue Konzept.
"Feierabendparken" auf Lidl-Parkplatz: So viel kostet es pro Tag, Woche und Monat
Ab dem 19. Januar 2026 können Anwohner und Besucher in Hamburg-Hamm erstmals kostenpflichtig auf einem Lidl-Parkplatz parken - allerdings nur zu bestimmten Zeiten. Wie die Stadt Hamburg mitteilt, stehen täglich von 18 Uhr bis 8 Uhr des Folgetags insgesamt zehn Pkw-Stellplätze auf dem Parkplatz an der Carl-Petersen-Straße 55 zur digitalen Buchung bereit. Die Buchung erfolgt laut Stadt Hamburg "unkompliziert und vollständig digital über die Plattform des Anbieters Wemolo". Die Preisgestaltung sieht drei Tarifoptionen vor:
Video:
- Eine einzelne Nacht kostet 3 Euro
- Ein Wochenpaket für sieben Nächte schlägt mit 12 Euro zu Buche
- Ein Monatspaket für 30 Nächte kostet 30 Euro
Das Pilotprojekt ist eine Kooperation zwischen der Stadt Hamburg und dem Lebensmitteleinzelhändler. "Parkflächen, die abends und nachts ungenutzt bleiben, sind in einer Großstadt wie Hamburg eine wertvolle Ressource, die sinnvoll genutzt werden kann, um den Parkdruck im öffentlichen Raum zu lindern", wird Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) zitiert.
Bald auch in anderen Regionen? Ausweitung des Discounter-Parkens "denkbar"
Besonders interessant für andere Regionen: Sollte das Hamburger Pilotprojekt erfolgreich verlaufen, "ist eine Ausweitung des ‚Feierabendparkens' auf weitere geeignete Lidl-Standorte in Hamburg denkbar", heißt es von der Stadt Hamburg. Damit könnte laut der Mitteilung "ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Parksituation in verdichteten Stadtgebieten geleistet werden".
"Indem wir unseren Parkplatz nach Geschäftsschluss öffnen, schaffen wir einen echten Mehrwert für unsere Nachbarn und die Stadt", wird André von Lühmann, Leiter Immobilien Region Nord der Lidl Immobilien Dienstleistung GmbH & Co. KG zitiert. Hintergrund des Projekts ist die Neugestaltung der umliegenden Carl-Petersen-Straße im vergangenen Jahr, bei der Parkplätze zugunsten von "mehr Raum für Grün, Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität" wegfielen, wie Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, erklärt - ein typisches Phänomen in größeren Städten.