Kult-Brauerei Landgang ist insolvent - für besonderes Bier bekannt
Autor: Daniel Krüger
Hamburg, Dienstag, 10. März 2026
Die Bier-Krise greift immer weiter um sich. Jetzt trifft es eine Brauerei, die sich mit ungewöhnlichen Bieren einen Namen gemacht hat.
Die Krise am deutschen Biermarkt fordert ein weiteres Opfer: Die Hamburger Brauerei Landgang hat Insolvenz angemeldet und reißt damit auch die bei Bierliebhabern beliebte Kieler Kultbrauerei Lille mit in die Schieflage. 60 Arbeitsplätze in Hamburg und Kiel sind bedroht.
Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, hat das Amtsgericht Hamburg Ende vergangener Woche die Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens angeordnet.
Nach Übernahme von Brauerei im Sommer: Hamburger Landgang-Brauerei meldet Insolvenz an
Tanguy überwacht nun die wirtschaftlichen Aktivitäten der Gesellschaft und stellt sicher, dass vorhandene Vermögenswerte erhalten bleiben, berichtet die Hamburger Morgenpost. Die Produktion läuft vorerst weiter, und die Löhne sind über das Insolvenzgeld bis Ende April gesichert, wie auch die Bild-Zeitung meldet. Der Insolvenzverwalter sucht demnach gemeinsam mit der Geschäftsführung nach Lösungen, wie das Unternehmen erhalten bleiben kann. Gebraucht werde vor allem ein neuer Investor, so das Blatt.Besonders bitter: Erst im Juli 2025 hatte Landgang laut dem Bericht die für ihr handwerklich gebrautes Bier bekannte Kieler Kultbrauerei Lille aus der Insolvenz übernommen. Die 30 Arbeitsplätze in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt schienen gerettet.
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Insgesamt stünden 60 Personen, darunter 48 Mini-Jobber, vor dem Ungewissen, so die Morgenpost weiter. 2015 wurde die Landgang-Brauerei nach eigenen Angaben ursprünglich als Hopper Bräu gegründet und sich unter dem neuen Namen Landgang Brauerei "mittlerweile zur drittgrößten Brauerei Hamburgs gemausert". Brauer Sascha Bruns und sein Team kreieren laut Website "außergewöhnliche Biere, die unerwartet und doch ausgezeichnet schmecken". Dazu gehören unter anderem ein "Sommerliches Sauerbier mit Mango", ein Wein-Bier-Pale-Ale sowie ein "Barrel Aged Imperial Stout" mit Schokoladennoten.
Der Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sei der sinkende Absatz von Bier, berichtet die Bild-Zeitung. Das betreffe inzwischen auch die lange sehr angesagten Craft-Biere. Auch die schottische Kult-Brauerei Brewdog verabschiedet sich aus Deutschland, weil die Kunden deutlich seltener zum Glas greifen. Die Bierbranche in Deutschland steckt aktuell in einer tiefen Krise, zahlreiche Brauereien haben in den vergangenen Monaten Insolvenz angemeldet. In Oberfranken verkündete unter anderem die Traditionsbrauerei Leikeim ihre Zahlungsunfähigkeit.