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Kindersitze im Crashtest: Vor diesen zwei Modellen warnt der ADAC


Autor: Karin Seibold

, Mittwoch, 07. Oktober 2026

Wenn der Kindersitz nicht schützt, sondern zur Gefahr wird: Bei einem Crashtest des Autoclubs ADAC haben sich bei einigen Modellen erhebliche Mängel herausgestellt.
Der Autoclub ADAC hat Kindersitze getestet.


Der Test des ADAC hätte eigentlich erst später veröffentlicht werden sollen, teilt der Autoclub mit. Doch: "Mit diesen erschreckenden Ergebnissen wollte der Club nicht bis zur eigentlichen Veröffentlichung Ende Oktober 2026 warten", heißt es. "Bei den üblichen Crashtests haben zwei der getesteten Kindersitze schwerwiegende Sicherheitsmängel gezeigt."

Diese Kindersitz-Modelle sind eine Gefahr

Um Kinder so rechtzeitig wie möglich vor möglichen Unfällen mit schweren Verletzungen zu schützen, raten die Produkttester deshalb dringend vom Kauf und der Nutzung dieser Produkte ab:

  • Britax Römer Baby-Safe Pro in Verbindung mit der Vario Base 5Z
  • Axkid Minikid Core

Der Dummy wurde im Crashtest herausgeschleudert

Bei dem Modell "Britax Römer Baby-Safe Pro" testeten die Prüfer mit einem elf Kilogramm schweren Baby-Dummy - und dieser wurde bei einem Aufprall aus der Schale geschleudert, weil sich das Gurtschloss des Hosenträgergurts öffnete. "Mangelhaft", lautet demnach das Urteil der Prüfer - dem Kind hätte das bei einem möglichen Unfall aber auch nichts mehr geholfen. Die Kunststoff-Rasthaken des Gurtzuges brachen ab, der Gurt öffnete sich - und der Dummy wurde herausgeschleudert.

Weil das Ganze passierte, während der Dummy liegend transportiert wurde, empfiehlt der ADAC betroffenen Eltern vorerst, die Schale "möglichst aufrecht" zu verwenden. "Als Alternative kann die Schale ohne Vario Base 5Z mit dem Dreipunktgurt des Fahrzeugs befestigt werden. Bei dieser Einbauart hielt das Gurtschloss in den durchgeführten Versuchen sowohl in Sitz- als auch in Liegeposition", heißt es. Der Hersteller untersuche derzeit die Ursache und prüfe, wie man weiter vorgehen wolle.

Das Kind wäre bei einem Unfall durch den Sitz schwer verletzt worden

Ein 23 Kilogramm schwerer Dummy wurde beim Test in den Axkid Minikid Core gesetzt, der entgegen der Fahrtrichtung eingebaut wird. Als es zum Aufprall kam, bewegte sich der Kindersitz nach vorn - und löste die Entriegelung des Stützfußes aus. Außerdem zerbrach die Kunststoff-Sitzschale, wie der ADAC mitteilt. Der Dummy wäre, wäre er ein Mensch gewesen, schwer an Becken und möglicherweise Halswirbelsäule verletzt worden, heißt es. 

Auch hier kamen die Tester zu dem Ergebnis: "Mangelhaft". Hier raten sie vom Kauf ab - Axkid hat unterdessen bereits einen freiwilligen Rückruf des Modells gestartet. 

Den ausführlichen Test des ADAC soll es erst Ende Oktober 2026 geben, heißt es. Um Gefahr abzuwehren, seien diese Vorab-Ergebnisse aber bereits jetzt veröffentlicht worden.

Auch die Stiftung Warentest hatte schon manche Mängel festgestellt

Schon im Sommer hatte die Stiftung Warentest Kindersitze getestet und festgestellt: "Die meisten der 187 Kinder­sitze im Test sind sicher. Von den neu Getesteten versagten einige im Crash-Test. In mehreren stecken Schad­stoffe."

Deshalb sind Kindersitze nötig

Die Anschnallpflicht in Deutschland umfasst auch Babys und Kinder. Weil diese zu klein für "herkömmliche" Sicherheitsgurte sind, muss ein Kindersitz verwendet werden. Der erste Kindersitz wurde laut bußgeldkatalog.org übrigens angeblich im Jahr 1963 hergestellt und verkauft - durch den Hersteller "Storchenmühle". Nötig sind sie heute bei Kindern unter 12 Jahren oder kleiner als 150 Zentimetern. Wird gegen diese Pflicht verstoßen, droht ein Verwarngeld von mindestens 30 Euro - und im Fall eines Unfalls schwerste Verletzungen für die Kinder.