Kebab Water: Döner als Getränk - kann das überzeugen?
Autor: Karin Seibold
Deutschland, Montag, 12. Oktober 2026
Ein Getränk mit Döner-Geschmack - das hat ein Lieferdienst aus Estland jetzt erfunden und kürzlich unter die Menschen gebracht. Was die davon hielten - und ob der Versuch weitergeführt wird.
Ein Döner zum Trinken - Wasser mit Döner-Geschmack in einer Flasche abgefüllt: Das haben findige Lieferdienst- und Leihfahrzeuge-Mitarbeiter der Firma Bolt aus Estland sich ausgedacht. Als Werbegag wurde das neue Getränke kürzlich in Berlin angeboten. Die Reaktionen waren, so heißt es, gemischt.
In Berlin-Mitte war es vergangene Woche so weit: In kleinen Gläsern wurde das "Kebab Water" im Laden Kebap with Attitude an die Kunden verteilt. Und das Medienecho ist riesig. Dass dabei nur kleine Gläser ausgegeben wurden, versteht die Redakteurin des Tagesspiegel offenbar, denn sie schreibt: "Zu Recht! Es ist kaum vorstellbar, eine ganze Flasche von der salzigen Limo zu trinken." Demnach hatte eine Untersuchung von Bolt ergeben, dass mehr als 60 Prozent der Döner-Bestellungen zwischen den späten Abendstunden und dem frühen Morgen erfolgen - und, dass dazu aber kein Getränk geordert wird. Deshalb, so heißt es, habe Bolt ein Getränk erfunden, das beides vereine: Die Lust auf Herzhaftes wird gestillt - und dazu der Durst. So, so hofft man, könne einem Kater vorgebeugt werden.
Entwickelt wurde das Döner-Wasser unter anderem von Wissenschaftlern der Uni Tallin
Geholfen bei der Entwicklung des "Kebab Water" haben Wissenschaftler der Uni Tallin. Das Getränk wurde mit Elektrolyten und wichtigen Mineralien wie Zink, Natrium und Kalium versetzt.
Doch was halten die Kunden davon? "Zuerst schmeckt man Knoblauch, im Nachgang würziges Fleisch", beschreibt der Berliner Kurier das Erlebte nach dem ersten Schluck. "Pervers sowas", findet dazu ein Facebook-Nutzer. Und ein anderer witzelt: "Ich trinke Wasser mit Speckgeschmack." Auch Radioeins berichtet über die Neuerfindung, auch unter dessen Beitrag sammeln sich verwunderte Kommentare. "Ich frage mich nur in welcher Stufe des Produktionsprozesses von Döner dieses Gesöff gewonnen wird. Wenn ich daran denke, tun sich in meinem Kopf zahlreiche katastrophisierende Szenarien auf", fasst etwa ein Nutzer zusammen. "Ich bleibe bei meinem Wurstwasser", beschließt ein anderer. Und eine Nutzerin meint: "Gurkenwasser is the best."
Das "Kebab Water" ist ein zeitlich begrenzter Werbe-Gag
Wer das alles wider Erwarten selbst probieren möchte, hat leider Pech: Bei der Aktion handelt es sich um einen zeitlich begrenzten Werbegag - die letzten Flaschen sind schon weg. Kein Wunder. Wie die Berliner Morgenpost zusammenfasst, gilt Berlin noch immer als die Hauptstadt des Döner-Konsums - zumindest in fester Form. Schätzungen zufolge isst rechnerisch jeder Zehnte in Berlin einen Döner täglich - oder jeder Zwanzigste zwei, heißt es. "Rund 250 Spießbetriebe der Hauptstadt sollen 80 Prozent aller Drehspieße Europas drehen", schreibt der Redakteur. Das Döner-Wasser hat natürlich auch er probiert. Aber auch seine Begeisterung hält sich, man ahnt es, in Grenzen.