Holunderbeeren: Wertvolle Nährstoffe, roh jedoch giftig
Autor: Elisabeth von Sydow
Deutschland, Dienstag, 13. Oktober 2026
Holunderbeeren stecken voller Vitamine und Antioxidantien. Roh enthalten sie jedoch Giftstoffe und sind erst nach dem Kochen unbedenklich.
Wer an Hecken oder Waldrändern tiefdunkle Holunderbeeren entdeckt, begegnet einer der bekanntesten Heil- und Nutzpflanzen Mitteleuropas. Die Früchte beeindrucken nicht nur optisch, sondern enthalten auch reichlich Vitamine, Mineralstoffe und antioxidativ wirkende Pflanzenstoffe.
So wertvoll diese Inhaltsstoffe sind, gibt es doch eine entscheidende Einschränkung: Im rohen Zustand können Holunderbeeren gesundheitsschädlich sein.
Giftstoffe in rohen Holunderbeeren: Symptome und Risiken
Laut dem Verbraucherportal ÖKO-Test enthalten rohe Holunderbeeren das cyanogene Glykosid Sambunigrin, das im menschlichen Körper zu Blausäure umgewandelt werden kann. Dieser sekundäre Pflanzenstoff dient dem Schwarzen Holunder als natürlicher Fraßschutz, kann bei Menschen jedoch zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Typische Symptome nach dem Verzehr größerer Mengen roher Beeren sind laut MDR Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sowie Bauchkrämpfe.
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Reife Beeren gelten zwar als weitgehend Sambunigrin-frei, doch selbst dann können empfindliche Personen und Kinder auf den Rohverzehr mit Unwohlsein reagieren. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen betont, dass einige wenige rohe Beeren bei gesunden Erwachsenen meist keine Symptome auslösen. Dennoch wird vom rohen Verzehr grundsätzlich abgeraten.
Damit das Gift unschädlich wird, sollten Sie die Beeren mindestens 20 Minuten bei über 80 Grad Celsius erhitzen. Erst dann sind die Glykoside zersetzt und die Holunderbeeren sicher genießbar, ob als Saft, Mus, Gelee oder Sirup.
Vitamine und Mineralstoffe in gekochten Holunderbeeren
Auch nach dem notwendigen Erhitzen zählen Holunderbeeren zu den nährstoffreichen Lebensmitteln mit beachtlichem Gesundheitspotenzial. Pro 100 Gramm stecken darin unter anderem Vitamin C, Vitamin A, B-Vitamine, Kalium, Calcium und Eisen.
Ebenfalls bemerkenswert ist der Anteil an sekundären Pflanzenstoffen wie Anthocyanen und Flavonoiden. Diese Farbstoffe wirken antioxidativ und entzündungshemmend und können freie Radikale im Körper neutralisieren. Zudem regen sie die Nierentätigkeit an und wirken mild abführend. Allerdings ist zu beachten: Das hitzeempfindliche Vitamin C geht beim Kochen größtenteils verloren. Dennoch bleiben die wertvollen Anthocyane und Mineralstoffe erhalten, sodass Holunderprodukte wie Saft oder Sirup eine sinnvolle Ergänzung zur gesunden Ernährung darstellen.