Heizsaison startet: Ab dieser Temperatur lohnt sich das Heizen wirklich
Autor: Elisabeth von Sydow
Deutschland, Sonntag, 18. Oktober 2026
Wenn die Temperaturen fallen, zögern viele Verbraucher mit dem Einschalten der Heizung. Doch zu langes Warten kann Schimmel begünstigen. Wir zeigen, ab wann sich Heizen lohnt.
Sobald die Außentemperaturen fallen, wird die Frage drängend: noch aushalten oder heizen? Für Verbraucher ist das keine reine Komfortfrage. Wer zu spät heizt, riskiert ein ungesundes Raumklima – wer zu früh und zu intensiv heizt, zahlt unnötig viel. Wir erklären, ab welchen Temperaturen sich Heizen für Verbraucher lohnt und worauf es dabei ankommt. An anderer Stelle erklären wir, wie drei einfache Checks helfen können, die Heizung effizient und zuverlässig auf die Heizsaison vorzubereiten.
Eines vorweg: Einen festen Starttermin für die Heizsaison gibt es in Deutschland nicht. Entscheidend sind vielmehr der Zustand des Gebäudes, die Raumtemperaturen und die Luftfeuchtigkeit. Mit den richtigen Richtwerten lassen sich Komfort, Gesundheit und Geldbeutel besser unter einen Hut bringen.
Heizsaison in Deutschland: Ab wann man die Heizung einschalten sollte
Ob sich das Heizen bereits lohnt, hängt vor allem davon ab, wie gut Ihr Zuhause gedämmt ist. In einem unsanierten Altbau geht Wärme schneller verloren als in einem modernen Neubau. Die Beratungsgesellschaft co2online empfiehlt deshalb folgende Außentemperaturen als Orientierung:
- Für Gebäude vor 1977 liegt der Richtwert bei etwa 15 bis 17 Grad Celsius,
- für Häuser aus den Jahren 1977 bis 1995 bei 14 bis 16 Grad.
- Bei Gebäuden ab 1995 genügen meist 12 bis 15 Grad,
- Niedrigenergiehäuser kommen oft mit 11 bis 14 Grad aus.
- In einem Passivhaus kann Heizen teilweise erst ab 9 bis 11 Grad sinnvoll sein.
Diese Werte sind jedoch keine starren Vorgaben. Ein nach 1995 errichtetes Haus kann beispielsweise zugleich ein Niedrigenergiehaus sein. Achten Sie daher auch darauf, ob sich Wände, Fensterscheiben oder Ecken deutlich kalt anfühlen – das kann auf Wärmeverluste hindeuten.
Wohliges Raumklima: Die optimale Temperatur in Haus und Wohnung
Für ein wohliges Raumklima raten die Verbraucherzentralen, Wohn- und Schlafräume während der Heizperiode nicht unter 16 bis 18 Grad Celsius abzukühlen. In der Regel empfinden Menschen Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad als angenehm. Im Bad kann aber durchaus etwas mehr geheizt werden.
Bei einem schlechten Bauzustand kann eine höhere Raumtemperatur nötig sein. Kühle Wände begünstigen Kondenswasser – und damit das Risiko von Schimmel. Gerade in wenig genutzten Zimmern sollten Verbraucher die Temperatur daher nicht dauerhaft unter etwa 16 Grad fallen lassen.