Hammer: Baumarkt-Riese ist pleite - letzte Filialen schließen Ende Mai
Autor: Daniel Krüger, Strahinja Bućan
Porta Westfalica, Donnerstag, 21. Mai 2026
Die erneute Insolvenz einer großen Baumarktkette kam für viele Kunden überraschend. Nun steht fest - in wenigen Tagen ist das Unternehmen für immer Geschichte.
Die Baumarktkette Hammer ist in die Insolvenz gerutscht - nur wenige Monate nach einer vermeintlichen Rettung durch Investoren. Betroffen sind über 1100 Beschäftigte und 87 Filialen in ganz Deutschland. Das Amtsgericht Bielefeld hat laut Pressemitteilung der Kanzlei Pluta am 27. Januar 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Hammer Raumstylisten GmbH angeordnet.
Wie die Bild-Zeitung berichtet, ist dies bereits die zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit. Im Juni 2025 hatte bereits die Unternehmensgruppe Brüder Schlau GmbH & Co KG beim Amtsgericht Bielefeld Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Auch eine Traditionsbrauerei aus Oberfranken musste den schmerzhaften Schritt jetzt gehen.
Update vom 21.05.2026: Hammer-Baumarkt pleite - letzte Filialen schließen Ende Mai
Abschied: Die Fachmarktkette Hammer stellt den Geschäftsbetrieb ein. Bis Ende Mai schließen die letzten 21 Filialen, wie Insolvenzverwalter Stefan Meyer der Deutschen Presse-Agentur sagte. Anschließend soll das Unternehmen abgewickelt werden. Ein Investor für eine Übernahme und eine Fortführung habe sich nicht gefunden.
Die Hammer Raumstylisten GmbH, zu der die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte gleichnamige Kette gehört, hatte im Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Mangels Perspektive schlossen bereits Ende März 46 Hammer-Filialen, weitere 20 vier Wochen später. Ende April wurde allen rund 1.100 Beschäftigten gekündigt. Die Entwicklung sei "außerordentlich bedauerlich", sagte Meyer. Zwar habe es mehrere Interessenten gegeben, unverbindliche Angebote seien jedoch zurückgezogen worden.
Kein Investor gefunden - letzte Hammer-Filialen in wenigen Tagen dicht
Der Insolvenzverwalter bezeichnete die Rahmenbedingungen des Verfahrens als "äußerst herausfordernd". Er begründete das unter anderem mit der zweiten Insolvenz innerhalb kurzer Zeit, einem schwierigen Marktumfeld im Einzelhandel sowie dem finanziellen Zustand des Unternehmens. Laut Meyer laufen derzeit noch Gespräche mit Vermietern und branchenfremden Interessenten. Dabei geht es um die Übernahme von Mietflächen an bisherigen Hammer-Standorten. Ob Beschäftigte übernommen werden, ist offen.
Die Hammer-Fachmärkte waren erst im Herbst von einem Investorenkonsortium namens Rethink übernommen worden. Wer dahintersteht, blieb unklar. Zuvor hatte der ehemalige Mutterkonzern, die Brüder Schlau Gruppe, im Juni 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt und war anschließend abgewickelt worden. Im Zuge dessen wurden bereits zahlreiche Hammer-Filialen geschlossen. Die Großhandelssparte Schlau wurde vollständig aufgegeben.
Der Einzelhandel steht wegen der schwachen Konsumstimmung und des wachsenden Onlinehandels stark unter Druck. Kürzlich hatten unter anderem der Non-Food-Discounter Mäc Geiz und die Deko-Kette Depot Insolvenzanträge gestellt. Die Zahl der Pleiten in der Branche befindet sich auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Der Kreditversicherer Allianz Trade verzeichnete im vergangenen Jahr 2571 Fälle. Branchenexperten erwarten weiter steigende Zahlen.