Geschrumpfte Milka-Tafeln vor Gericht - klares "Mogelpackung"-Urteil gefallen
Autor: Stefan Lutter, Agentur dpa
Hamburg, Mittwoch, 13. Mai 2026
Milka in der Kritik: Verbraucherschützer werfen dem Hersteller Mondelez vor, Verbraucher mit geschrumpften Schokoladentafeln zu täuschen. Nun ist ein Urteil gefallen - und das ist eindeutig.
Update vom 13.05.2026, 10.50 Uhr: Justiz-Klatsche für Milka - kleinere Tafeln verstoßen gegen Wettbewerbsrecht
Justiz-Klatsche für den Lebensmittel-Giganten Mondelez: Die neuen Milka-Tafeln mit weniger Inhalt verstoßen nach Auffassung des Landgerichts Bremen gegen das Wettbewerbsrecht und dürfen so nicht genutzt werden. Das entschied das Gericht und gab damit einer Klage der Verbraucherzentrale Hamburg statt. Hersteller Mondelez hatte das Gewicht vieler Milka-Sorten von 100 auf 90 Gramm reduziert, die Verpackung jedoch kaum geändert. Das Gericht entschied nun, dass Mondelez die Packung mit 90 Gramm nicht in Verkehr bringen dürfe, wenn in den vier Monaten zuvor die Packung mit 100 Gramm im Angebot war. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Mondelez kann dagegen noch Rechtsmittel einlegen.
Schon bei der mündlichen Verhandlung vor drei Wochen hatte das Gericht in seiner ersten Einschätzung durchblicken lassen, dass Kunden durch die neue Packung getäuscht werden könnten. "Das ist eine relative Mogelpackung", sagte der Vorsitzende Richter damals. "Der Verbraucher erkennt keinen Unterschied." Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Hamburg wegen unlauteren Wettbewerbs. Da die neue Tafel nur einen Millimeter dünner und das Design der Verpackung fast identisch sei, falle das geringere Gewicht nicht auf. Das Unternehmen wies die Kritik zurück. Das Gewicht sei klar auf der Verpackung zu erkennen und auf Vorder- wie Rückseite angegeben.
Update vom 13.05.2026, 10.10 Uhr: Klage gegen Milka wegen "Mogelpackung" - Urteil erwartet
Weniger Schokolade zum höheren Preis: In Bremen will das Landgericht am Mittwoch (13. Mai 2026) entscheiden, ob die neuen Milka-Tafeln die Kunden beim Kauf täuschen. Denn: Viele wiegen inzwischen nur noch 90 statt 100 Gramm, an der Verpackung hat sich jedoch kaum was geändert. Das hatte die Verbraucherzentrale Hamburg moniert und war gegen den Milka-Hersteller vor Gericht gezogen. Bei der mündlichen Verhandlung vor drei Wochen hatte das Gericht in seiner ersten Einschätzung schon durchblicken lassen, dass Kunden durch die neue Packung getäuscht werden könnten. "Das ist eine relative Mogelpackung", sagte der Vorsitzende Richter bereits zu Verhandlungsbeginn. "Der Verbraucher erkennt keinen Unterschied." Heute will er nun seine Entscheidung verkünden.
Die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert, dass Kunden in die Irre geführt werden. Sie klagt wegen unlauteren Wettbewerbs. Da die neue Tafel nur einen Millimeter dünner und das Design der Verpackung fast identisch sei, falle das geringere Gewicht nicht auf. Zugleich habe sich der Preis der Tafel erhöht – von 1,49 auf 1,99 Euro. Der Grundpreis sei damit um 48 Prozent gestiegen. Der Hersteller Mondelez mit Sitz in Bremen wehrt sich dagegen: Die neue Grammangabe stehe auf der Vorder- und Rückseite der Schokoladentafel. Das Unternehmen sprach von einer klaren Gewichtskennzeichnung, die sicherstelle, dass sich die Verbraucher vor dem Kauf am Regal informieren könnten.
Nach Angaben des Gerichts hatten sich viele Menschen an die Verbraucherzentrale gewandt und sich über die neue Milka-Tafel beschwert. Ihnen fehlten demnach klare Hinweise, dass die Schokolade jetzt dünner ist. Form, Größe und die lilafarbene Verpackung seien charakteristisch. Daran habe sich mit der neuen Füllmenge kaum was geändert. Laut Verbraucherzentrale ist das kein Einzelfall. Das Phänomen – weniger Inhalt zum gleichen oder sogar höheren Preis – wird auch als "Shrinkflation" bezeichnet. "Shrink" ist Englisch für "schrumpfen". Häufig betroffen seien Markenprodukte, vor allem Süßwaren. Die Verbraucherzentrale Hamburg führt eine Liste mit mehr als 1000 Mogelpackungen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Ursprungsmeldung: Unmut unter Schoko-Fans wächst - Verbraucherzentrale klagt gegen Milka
Hast du dich auch schon mal gefragt, warum deine Lieblingsschokolade plötzlich schneller leer ist? Willkommen in der Welt der Shrinkflation – einem Trick, der uns weniger Inhalt zum gleichen Preis verkauft. Besonders hart kritisiert wird derzeit die beliebte Schoko-Marke Milka - denn ihre Tafeln sind heimlich von 100 auf 90 Gramm geschrumpft. Das Problem? Die Verpackung sieht aus wie immer, und viele Kunden bemerken keinen Unterschied.
Das sorgt für Ärger: Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine Klage gegen den Hersteller Mondelez eingereicht. Der Vorwurf: Verbraucher werden bewusst getäuscht, weil die Änderungen leicht übersehen werden können. Doch Milka ist kein Einzelfall – Shrinkflation betrifft viele Produkte, von Schokolade bis Snacks. Warum das passiert und welche Folgen das hat, erfährst du hier!