Gemüsebrühe bei Öko-Test: Manche Bouillons sind wahre Salzbomben
Autor: Daniela Laitinen
Deutschland, Mittwoch, 14. Oktober 2026
Tests zeigen: In Fertig-Gemüsebrühe steckt oft viel Salz und nur wenig Gemüse. Was beim Kauf wichtig ist und warum selbst gemachte Brühe Vorteile bietet.
Ein Löffel Pulver, heißes Wasser dazu – schon ist die Gemüsebrühe zubereitet. Sie dient zum Verfeinern, als Basis für Suppen und Saucen oder als schneller Snack zwischendurch. Kalorien bringt sie kaum mit: Nach Angaben von Öko-Test enthalten 100 Milliliter fertige Gemüsebrühe durchschnittlich nur etwa vier Kilokalorien.
Doch das macht sie nicht automatisch zu einem gesunden Lebensmittel, wie der Gemüsebrühe-Test von Öko-Test zeigt. Viele Produkte weisen einen hohen Salzgehalt auf. In manchen Brühen ist der Gemüseanteil überraschend gering, was Verbraucher oft nicht erwarten. Auch spannend: Für eine leckere Tiefkühlpizza musst du diese Herstellerangabe ignorieren.
Gemüsebrühe bei Öko-Test: Bouillon kann zur echten Salzbombe werden
Öko-Test hat 27 trockene Gemüsebrühen und Bouillons untersucht. Je nach Produkt steckten in 100 Millilitern zubereiteter Brühe zwischen 0,59 und 1,10 Gramm Salz. Bei einer großen Tasse mit 250 Millilitern können damit bereits bis zu 2,75 Gramm zusammenkommen.
Das ist beachtlich. Die Verbraucherzentrale verweist auf die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, wonach Erwachsene täglich höchstens sechs Gramm Salz aufnehmen sollten. Gleichzeitig essen die meisten Menschen hierzulande mehr als empfohlen. Ein dauerhaft hoher Salzkonsum kann den Blutdruck erhöhen und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen.
Hinzu kommt: Nach Angaben der Verbraucherzentrale stammt der größte Teil des aufgenommenen Salzes nicht aus dem Salzstreuer, sondern aus verarbeiteten Lebensmitteln. Fertige Brühe kann die tägliche Salzmenge deshalb unbemerkt weiter erhöhen.
Teilweise steckt nur wenig Gemüse in der Brühe
Auch der Begriff "Gemüsebrühe" sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der tatsächliche Gemüseanteil überschaubar sein kann. Bei den von Ökö-Test untersuchten Produkten lag er zwischen rund 7,7 und 32,5 Prozent. Zudem kritisierten die Tester unter anderem Aromen und Geschmacksverstärker. In einigen konventionellen Produkten wurden außerdem Rückstände verschiedener Pestizide nachgewiesen.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt ein Bericht von Stiftung Warentest über eine Untersuchung des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation. Getestet wurden 58 Suppenpulver und -würfel, darunter 35 Gemüsebrühen. Abwertungen gab es unter anderem für viel Salz, zugesetzte Aromen, Geschmacksverstärker und Palmöl. Rund zwei Drittel der Produkte schnitten dennoch gut oder sehr gut ab. Besonders häufig überzeugten Bio-Produkte.