Eier-Engpass: Kommt es an Ostern zum Supermarkt-Notstand?
Autor: Daniel Krüger
Deutschland, Freitag, 30. Januar 2026
In deutschen Supermärkten werden seit Jahresbeginn die Eier knapp. Trotzdem ist die Versorgung noch gewährleistet. Wie wird es aber mit Blick auf den Osterandrang?
Der Eiermarkt gerät zunehmend unter Druck: Die Anzeichen, die sich bereits während der Weihnachtszeit gezeigt hatten, haben sich im Januar noch verstärkt. Führungskräfte aus dem Lebensmittelhandel bestätigen eine angespannte Versorgungslage, berichtet die Lebensmittelzeitung (LZ).
Ein Einkaufsverantwortlicher einer Discounterkette prognostiziert eine lange Durststrecke: Nach seiner Einschätzung könnte es bis zu vier Monate dauern, bis sich die Situation vollends entspanne und wieder Normalbestände zur Verfügung stünden.
Update vom 30.01.2026: "Wird gerade weniger produziert" - muss der Osterkorb heuer leer bleiben?
Laut einem Bericht der Bild-Zeitung liegt ein zentrales Problem in der begrenzten Eigenversorgung Deutschlands. Das Land produziere weniger als 70 Prozent des benötigten Eierbedarfs selbst, wodurch bereits kleinere Marktstörungen unmittelbare Auswirkungen auf die Verfügbarkeit hätten. Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, weist auf ein weiteres strukturelles Problem hin: "28 Prozent unserer Eier kommen aus den Niederlanden – und dort wird gerade weniger produziert", erklärter gegenüber der Bild.
Das bevorstehende Osterfest belaste die Versorgungslage zusätzlich. Die Lebensmittelindustrie benötige derzeit überdurchschnittlich viele Eier für die Produktion gekochter und gefärbter Ostereier. Bereits jetzt zeigen sich die Auswirkungen bei den Preisen: Bunte Eier verteuerten sich laut dem Bericht bereits um 50 Cent.
Trotz der angespannten Lage zeigt sich Goldnick optimistisch. "Das normalisiert sich – auch wenn jetzt viel Alarm gemacht wird", sagte der Verbandspräsident der Bild-Zeitung. Händler gehen allerdings davon aus, dass es noch mehrere Wochen dauern wird, bis die Regale wieder zuverlässig gefüllt sind. In Schwaben seien die Regale bei Aldi und Rewe momentan "wie leergefegt", berichtet die Schwäbische Zeitung.
Erstmeldung vom 16.01.2026: "Durch die Inflation" - was sind die Gründe für die Eierknappheit?
Neue Regelungen, insbesondere in den Niederlanden als wichtiger Exportnation für Eier, spielen ebenso eine Rolle wie Vogelgrippeausbrüche, die zur Tötung ganzer Tierbestände führten. Zusätzlich erschweren langwierige Genehmigungsverfahren für neue Legehennenbetriebe die Ausweitung der Produktion. Gleichzeitig steigt die Nachfrage. "Durch die Inflation greifen immer mehr Menschen zu Eiern als günstige Proteinquelle", zitiert die LZ einen Handelsmanager. Von einem Eier-Notstand wollen Verbandsvertreter jedoch aktuell bislang nicht sprechen. Stattdessen seien vorwiegend logistische Schwierigkeiten das Problem.
Christoph Hönig, Vorstandsvorsitzender des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT), führt dies auf die Feiertagskonstellation zurück. "Vier Tage, die für das Einsammeln der Eier auf den Höfen sowie für Sortierung, Verpackung und Auslieferung fehlten", erklärt er der Fachzeitung. Gleichzeitig sei die Nachfrage rund um Weihnachten und Silvester gestiegen, während Personal fehlte und Lieferzeitfenster eingeschränkt waren. Der ungewöhnlich kalte Jahresbeginn verschärfte die Situation zusätzlich, so Hönig. Ausgefallene Wochenmärkte führten dazu, dass Verbraucher verstärkt auf Supermärkte und Discounter auswichen.