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Edeka-Chef fassungslos: Kunden futtern teure Süßware zwischen Regalen


Autor: Daniel Krüger

Bad Tölz, Mittwoch, 27. Mai 2026

Ein Edeka-Chef aus Bayern hat massiv mit Ladendiebstählen zu kämpfen. Die Klau-Kunden haben es zuletzt vermehrt auf ein Produkt abgesehen.
In mehreren Edeka-Filialen in Oberbayern verursachen Diebe einen massiv hohen Schaden.


Ladendiebstahl ist ein wachsendes Problem im deutschen Einzelhandel. Supermärkte und Discounter kämpfen mit steigenden Verlusten - und die Dunkelziffer ist enorm hoch.

Ein Edeka-Betreiber aus Bayern berichtet nun von drastischen Zuständen in seinen Filialen. Besonders ein Markenprodukt verschwindet auffallend häufig aus den Regalen.

Edeka-Betreiber aus Bayern: Ware für Zehntausende Euro fehlt jährlich

Kaspar März-Kastenmüller führt vier Edeka-Märkte im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Bei der jährlichen Bestandsaufnahme erlebte er eine böse Überraschung: In sämtlichen Filialen summierten sich die Verluste durch Diebstahl auf mehrere Zehntausend Euro, wie OP-Online berichtet. Die Situation habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft, erklärt der Unternehmer gegenüber dem Portal. Er würde gerne Ladendetektive einsetzen, doch diese seien derzeit kaum verfügbar. Besonders in städtischen Lagen sei das Diebstahlproblem ausgeprägt.

Vor allem kompakte Waren, die sich unauffällig in Kleidung verstecken lassen, würden gestohlen. Seit die Preise für Lindt-Schokolade gestiegen seien, verschwinde diese Marke besonders oft. Manche Langfinger würden die Süßigkeiten sogar direkt im Laden verzehren - die leeren Verpackungen fänden die Mitarbeiter dann zwischen den Regalen. Immerhin gibt es bei Lindt eine überraschende Wende: Ein beliebtes Produkt wird jetzt günstiger.

Auf ein pauschales Rucksackverbot, wie es einige Konkurrenten eingeführt haben, verzichtet März-Kastenmüller bewusst. Die Annahme, dass Kunden damit automatisch einer Taschenkontrolle zustimmen würden, halte rechtlich nicht stand. Tatsächlich haben Kunden bei Taschenkontrollen im Supermarkt bestimmte Rechte, die Händler beachten müssen. Stattdessen setzt der Edeka-Betreiber auf Kameraüberwachung. Die Aufnahmen könnten bei Verdachtsfällen mehrere Tage zurückverfolgt werden. Allerdings gibt es bei Überwachungskameras im Supermarkt strenge Regeln, die Händler einhalten müssen.

Drei Milliarden Euro Schaden: Handelsverband fordert härtere Strafen

Wer beim Stehlen erwischt werde, den hielten die Angestellten bis zum Eintreffen der Polizei fest. Doch der Frust sitze tief: Mehr als 90 Prozent der Anzeigen würden von der Staatsanwaltschaft wegen Geringfügigkeit eingestellt, beklagt März-Kastenmüller gegenüber OP-Online. Der Handelsverband Deutschland (HDE) bestätigt das Problem. Zwar sei die Zahl der einfachen Ladendiebstähle zuletzt um sechs Prozent gesunken - Entwarnung gebe es aber nicht.

"Dem Einzelhandel entsteht jährlich ein Schaden von drei Milliarden Euro durch Diebstahl", mahnt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in einer Pressemitteilung. Der Verband geht davon aus, dass über 90 Prozent aller Diebstähle gar nicht angezeigt werden. Viele Händler scheuten den Aufwand, weil Ermittlungen ohnehin oft im Sande verliefen. Der HDE fordert daher eine konsequentere Strafverfolgung.

Besonders der organisierte Bandendiebstahl bereite Sorgen: Mit über 25.000 angezeigten Fällen verharre diese Deliktform auf dem hohen Vorjahresniveau, heißt es vom Verband. "Handelsunternehmen müssen sich darauf verlassen können, dass der Staat den Schutz des Eigentums sicherstellt", so Genth.

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