Druckartikel: Diese Lindt-Werbung wurde verboten - hohe Strafe für Schoko-Hersteller

Diese Lindt-Werbung wurde verboten - hohe Strafe für Schoko-Hersteller


Autor: Daniel Krüger

Paris, Dienstag, 03. März 2026

Der Schokoladenhersteller Lindt hat wegen einer Werbung mächtig Ärger am Hals. Diese wurde per Gericht unter Strafzahlung verboten.
Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli muss in Frankreich eine Strafe zahlen (dpa-Symbolbild).


Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli ist von einem Pariser Gericht zu einer Schadenersatzzahlung von einer halben Million Euro verurteilt worden. Grund für die Strafe ist ein Fernsehwerbespot aus dem Jahr 2018, der ohne Genehmigung Bildmaterial der berühmten Weihnachtsbeleuchtung der Champs-Élysées verwendete, wie die Lebensmittelzeitung (LZ) berichtet.

Das Comité Champs-Élysées, eine Pariser Händlervereinigung, die seit 1980 die weihnachtliche Illumination der Prachtstraße organisiert, hatte Klage gegen den Konzern eingereicht. Laut LZ warf die Vereinigung Lindt "Verletzung des Urheberrechts an der glitzernden Version der Beleuchtung der Champs-Élysées und hilfsweise wegen Parasitismus" vor.

Wegen Weihnachtsbeleuchtung in Paris: Lindt vor Gericht zu Strafe verurteilt

Der umstrittene Werbespot zeigt für einige Momente eine Beleuchtung, die den Dekorationen der Jahre 2014 bis 2017 stark ähnelt. Die Händlervereinigung betrachtet diese Lichtinstallationen als ihr geistiges Eigentum und vergibt normalerweise Lizenzen an Unternehmen, die mit diesen Bildern werben möchten. Die LZ berichtet, dass allein 2018 etwa 1,5 Millionen Euro in die Weihnachtsbeleuchtung investiert wurden. "Wir weisen die Vorwürfe des unlauteren Wettbewerbs sowie des parasitären Verhaltens im Zusammenhang mit einer kurzen, künstlerischen Sequenz aus einem Fernsehwerbespot aus dem Jahr 2018 entschieden zurück", wird ein Sprecher zitiert. 

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Das Unternehmen argumentiert, dass es sich bei den beanstandeten Szenen lediglich um eine künstlerische Darstellung handle und keine unrechtmäßige Verwendung fremder Rechte vorliege. Zudem verwies Lindt darauf, dass der Name "Champs-Elysées" bereits vor Jahrzehnten für eigene Schokoladenprodukte geschützt worden sei. Das Pariser Gericht ließ diese Einwände jedoch nicht gelten. Wie die LZ berichtet, stellte das Gericht klar, dass nicht der Name, sondern die Bilder der Lichtinstallation den Streitpunkt darstellten. Diese seien mit einem besonderen Ereignis verbunden und daher urheberrechtlich geschützt.

Die Richter bewerteten Lindts Werbung als Versuch, vom "Aufwand, Know-how und den Investitionen des Comités zu profitieren", so die Fachzeitung. Die festgesetzte Schadenersatzsumme von 500.000 Euro orientiert sich nach Gerichtsangaben am durchschnittlichen Budget von zwei Werbekampagnen. Frankreichs Justiz geht bei Verstößen hart mit Händlern um - Lidl musste im Juli 2025 43 Millionen Euro wegen irreführender Werbung an die Konkurrenz zahlen. In den vergangenen Monaten wurden auch in Deutschland viele Werbungen per Urteil verboten - zuletzt traf es etwa eine vermeintlich nachhaltige Margarine bei Edeka und bei Rewe die Bonus-Werbung in der App. 

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