Deutschlandticket wird teurer: Kunden müssen bis 30. November reagieren
Autor: Lea Mitulla
Deutschland, Freitag, 06. November 2026
Ab 2027 steigt der Preis für das Deutschlandticket auf 66,80 Euro im Monat. Wer dem neuen Preis nicht zustimmt, verliert sein Abo automatisch.
Der Preis für das Deutschlandticket wird ab dem 1. Januar 2027 erneut angehoben. Das geht auf eine Entscheidung von Bund und Ländern zurück. Künftig wird das Ticket 66,80 pro Monat kosten, statt der bisherigen 63 Euro. Was aber nicht jedem klar ist: Wer bereits ein Deutschlandticket hat, muss der Preissteigerung ausdrücklich zustimmen – sonst wird das Abo gekündigt.
Bestehende Abonnenten haben noch bis 30. November 2026 Zeit, um dem neuen Preis und den ergänzenden Tarifbedingungen zuzustimmen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:
- im Abo-Portal über bahn.de
- in der App DB Navigator
Deutschlandticket wird teurer: Das müssen Abonnenten jetzt tun
Bahnkunden müssen über einen dieser Wege ihr Deutschlandticket aufrufen und auf den Button "Vertragsänderung zustimmen" gehen. In der App muss man dafür zuerst am unteren Ende der Seite die Menüauswahl mit den drei Punkten antippen. Anschließend werden alle Informationen zu den Änderungen angezeigt und man kann der Fortführung des Abos zustimmen oder sie ablehnen. Lehnt man ab, wird das Deutschlandticket automatisch zum 31. Dezember 2026 gekündigt.
"Sollten Sie der Preiserhöhung und den ergänzenden Tarifbedingungen nicht zustimmen oder sich nicht fristgerecht zum 30. November 2026 zurückmelden, müssen wir Ihr Deutschland-Ticket Abonnement mit Wirkung zum 31. Dezember 2026 leider kündigen", heißt es vonseiten der Deutschen Bahn. Ab dem 1. Januar kann das Ticket dann nicht mehr genutzt werden. Wer sein Ticket erst am oder nach dem 15. Oktober 2026 bestellt hat, muss jedoch nicht tätig werden. Laut der Deutschen Bahn wurden Kunden zu diesem Zeitpunkt bereits beim Bestellen über den künftigen Preisanstieg und die Tarifänderungen informiert. Eine gesonderte Zustimmung sei daher nicht mehr erforderlich.
Aber wieso müssen alle anderen Deutschlandticket-Besitzer erst zustimmen, um ihr Abo zu behalten? Das Vorgehen sei laut der Deutschen Bahn "im Sinne des Verbraucherschutzes". Abonnenten sollen entscheiden, ob sie das Ticket auch zu den neuen Konditionen behalten wollen.
Wieso müssen Deutschlandticket-Besitzer der Änderung zustimmen?
Für viele Verbraucher ist das auf den ersten Blick ungewohnt - andere Abos, etwa bei Streaming-Diensten, werden ohne explizite Zustimmung erhöht. Verbraucherschützer sehen das jedoch kritisch und zogen deshalb schon mehrfach vor Gericht. So wurde zum Beispiel im Oktober 2026 eine Preiserhöhung von Amazon Prime für rechtswidrig erklärt, nachdem keine ausdrückliche Zustimmung von den Bestandskunden eingeholt worden war. Amazon berief sich dabei auf eine Preisanpassungsklausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen - diese wurde aber für unwirksam erklärt, da sie laut Gericht gegen das Transparenzgebot verstößt.