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Decathlon ruft Elektroantrieb für SUP und Kajak zurück: Brandgefahr


Autor: Stefan Lutter

Deutschland, Montag, 26. Oktober 2026

Der französische Sportartikelhändler und -hersteller Decathlon ruft einen Wassersport-Elektroantrieb zurück. Bei Wassereintritt in den Akku ist Brandgefahr nicht auszuschließen.
Strom statt Muskelkraft: Wer sein Stand-up-Paddle-Board (SUP) oder Kajak mit einem Zusatzmotor ausgestattet hat, muss jetzt genauer hinsehen. Decathlon hat einen Rückruf für den Elektroantrieb samt Ersatzakku gestartet, weil bei Wassereintritt Brandgefahr nicht auszuschließen ist. Der Akku sitzt im Antrieb oder wurde einzeln angeboten. Der Kaufpreis wird vollständig erstattet.


Sportartikelhändler Decathlon ruft einen Elektroantrieb für Stand-up-Paddle-Boards (SUP - Stand Up Paddling) und Kajaks sowie den passenden Ersatzakku zurück. Der Grund: Bei Wassereintritt in das Akkugehäuse lässt sich eine starke Überhitzung bis hin zur Brandentwicklung nicht ausschließen. Betroffen sind Produkte, die zwischen Dienstag, 1. November 2022, und Montag, 12. Oktober 2026, gekauft wurden. Sie sollten nicht mehr verwendet werden.

Brandgefahr bei Akku: Decathlon ruft Elektroantrieb für SUP und Kajak zurück

Decathlon hat den Rückruf am Freitag, 23. Oktober 2026, in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Dem Verbraucherwarnportal produktwarnung.eu zufolge sollten die Produkte außerdem nicht mehr geladen werden. Die Warnung erschien dort am Montag, 26. Oktober 2026.

Betroffen sind der Elektroantrieb für Stand-up-Paddle-Boards und Kajaks sowie ein Akku, der als Ersatzteil verkauft wurde. Die Produktwarnung führt den Antrieb unter der Decathlon-Wassersportmarke Itiwit. Wie der international tätige französische Sportartikelhersteller in der Pressemitteilung erklärt, lautet die Begründung: "Trotz eingehender Sicherheits- und Qualitätskontrollen hat das Expertenteam von Decathlon ein potenzielles Sicherheitsrisiko festgestellt." Als vorbeugende Maßnahme habe sich das Unternehmen mit Deutschland-Sitz in Plochingen (Landkreis Esslingen/Baden-Württemberg) für den Rückruf entschieden.

Rückruf: Diese Produkte sind betroffen und das sollten Besitzer jetzt tun

Laut Decathlon sind folgende Produkte betroffen:

  • Produkt 1: Elektroantrieb für Stand-up-Paddle und Kajak, Referenznummern 4682119 und 8771733
  • Produkt 2: Akku für den Elektroantrieb, Referenznummern 5094260 und 8853862
  • Verkaufszeitraum: Dienstag, 1. November 2022, bis Montag, 12. Oktober 2026
  • Anbieter: Decathlon Deutschland SE & Co. KG, Plochingen

Der Warnung zufolge sollten Besitzerinnen und Besitzer die Nummern auf ihrem Gerät prüfen. Decathlon empfiehlt in der Pressemitteilung folgende Schritte:

  • Produkt nicht weiter verwenden.
  • Produkt in einer beliebigen Decathlon-Filiale zurückgeben. Der Kaufpreis wird vollständig erstattet.
  • Bei Fragen den Kundendienst unter +49 (0) 6202 97 81 300 anrufen. Er ist montags bis freitags von 9.00 bis 20.00 Uhr und samstags von 10.00 bis 18.00 Uhr erreichbar.

Bei Auffälligkeiten wie übermäßiger Erwärmung oder einem aufgeblähten Gehäuse sollte der Akku laut Produktwarnung umgehend isoliert werden, zum Beispiel im Freien oder unter Wasser. Danach ist der Kundendienst zu kontaktieren.

Elektroantrieb für SUP und Kajak: Wie funktioniert der Zusatzmotor?

Viele wissen nicht, dass es für Stand-up-Paddle-Boards und Kajaks Motoren gibt. Gemeint ist ein kleiner Zusatzantrieb, der das Board oder Boot unterstützt, wenn Paddlerinnen und Paddler nicht allein mit Muskelkraft vorankommen wollen. Er wird anstelle einer Finne (der Führungsflosse an der Unterseite) in den Finnenkasten geschoben. Laut Decathlon in der Produktanleitung soll der Zusatzantrieb ermöglichen, "längere Strecken zu fahren und leichter zu paddeln".

Gesteuert wird der Antrieb per kabelloser Fernbedienung, die am Paddel befestigt wird. Sie hat eine Ein-Aus-Taste, eine Akkuanzeige und drei Geschwindigkeitsstufen. Der Antrieb ergänzt das Paddeln also, ersetzt es aber nicht. Der Lithium-Akku sitzt laut Decathlon im Inneren des Antriebs. Zusätzlich war ein Ersatzakku erhältlich.

Auffällig: Laut der Produktseite von Decathlon ist der Antrieb als wasserdicht bis einen Meter ausgewiesen (Schutzart gegen Eindringen von Wasser, IPX8 - Ingress Protection). Der Rückruf betrifft dagegen den möglichen Wassereintritt in das Akkugehäuse. Wie das Wasser dort eindringen kann, nennt Decathlon nicht.

Nicht auf allen Gewässern erlaubt

Vor der Nutzung sollten Interessierte die Regeln am Gewässer prüfen. Wie das Technikportal heise online in seinem Ratgeber zu Motoren für Schlauchboote und SUP betont: "Nicht auf allen Gewässern sind motorgetriebene Boote oder Wassersportgeräte erlaubt." Maßgeblich ist die jeweilige Gewässerordnung vor Ort.

Laut der Produktseite hat der Antrieb folgende technische Eigenschaften:

  • Motorleistung: 200 Watt, Schubkraft 2,8 Kilogramm
  • Akku: Lithium-Akku mit 100 Wattstunden
  • Laufzeit: je nach Modus 45 Minuten bis zwei Stunden
  • Maße und Gewicht: rund 50 Zentimeter lang, Durchmesser acht Zentimeter, mit Akku rund 1,7 Kilogramm
  • Montage: für Boards und Kajaks mit Finnenkasten mit Schiebesystem (Slide-System)

Itiwit ist die Eigenmarke von Decathlon für Paddelsport. Wie Decathlon im Informationsmaterial zu einem Aufblas-Kajak erklärt, werden alle Kajak- und Stand-up-Paddle-Modelle der Marke im eigenen Wassersportzentrum im französischen Hendaye im Baskenland entwickelt. Zu den Produkten zählen aufblasbare Kajaks, Boards und Zubehör. Wer Produkte zurückgeben möchte, findet in Franken aktuell insgesamt sechs Decathlon-Filialen. In Nürnberg betreibt das Unternehmen seit einigen Monaten sogar eine zweite Filiale im Franken-Center.

Ähnliche Fälle: Akkus fallen immer wieder durch Brände auf

Dem Verbraucherwarnportal produktwarnung.eu zufolge rief Aldi Nord im August 2022 einen Akku der Marke Activ Energy mit 20 Volt wegen Brandgefahr zurück. Auch bei Zubehör kommt das vor: Der Hersteller Anker rief im vergangenen Jahr eine Powerbank zurück, deren Akku überhitzen und Rauch oder Feuer verursachen kann.

Im Oktober 2026 rückte die Lebensmittelsicherheit durch mehrere Rückrufaktionen in den Fokus. Im Zentrum stand dabei vorrangig der richtige Umgang mit Lebensmitteln. Hintergrund waren verschiedene Vorfälle. So nahm der deutsche Textildiscounter Kik in der vergangenen Woche ein fünfteiliges Küchenhelfer-Set aus dem Verkauf, nachdem in einem Pfannenwender und einer Suppenkelle gesundheitsgefährdende Substanzen festgestellt wurden. Ebenfalls wurde ein Rückruf von zwei Fischfilet-Sorten veranlasst, die bei Lidl erhältlich waren, nachdem in einer Charge Listerien entdeckt wurden – inzwischen wurde der Fisch-Rückruf sogar ausgeweitet. Auch Frischkäseprodukte der bekannten Marke Arla sind betroffen, mehrere große Supermärkte und Discounter rufen Produkte zurück. Hier ist möglicher Insektenbefall in einer der verwendeten Zutaten der Grund.

Aktuelle Waren- und Lebensmittelrückrufe

Weitere aktuelle Rückrufe von verunreinigten Lebensmitteln und verunreinigten Waren finden Sie in unserem Rückrufe-Dossier.