Bier und das MHD - was nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums passiert
Autor: Karin Seibold
Deutschland, Donnerstag, 22. Oktober 2026
88 Liter Bier trinkt der durchschnittliche Deutsche laut Bayerischem Brauerbund pro Jahr. Doch manche Flaschen dümpeln in Kühlschränken vor sich hin, ohne rechtzeitig geöffnet zu werden. Wie lange ist Bier haltbar? Wir haben bei Experten nachgefragt.
"Wie lange ein Bier haltbar ist, hängt vor allem von der jeweiligen Biersorte ab", erklärt Nina Göllinger, die Sprecherin des Deutschen Brauer-Bundes, auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern. Je dunkler das Bier sei und je alkoholreicher, desto länger sei es in der Regel genießbar. Göllinger betont aber auch: "Grundsätzlich können sich im Bier aufgrund des Hopfens, des Alkoholgehaltes und eines tiefen pH-Wertes keine krankheitserregenden Keime bilden." Deshalb stelle es auch kein Problem dar, Bier nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zu trinken: Das sei "bedenkenlos" möglich, fasst die Bier-Expertin zusammen.
Abgelaufenes Bier: Kohlensäure entweicht, Geschmack verändert sich
Was allerdings passieren kann, wenn ein Bier abgelaufen und zu alt ist: Es kann zu geschmacklichen Veränderungen kommen. Die Kohlensäure entweicht zudem, und so wird ihr Anteil im Bier niedriger. Schlimmstenfalls, erklärt Nina Göllinger, könne das Bier einen Geschmack wie Brot oder gar Käse bekommen, wenn Licht und Wärme zu sehr und zu lang Einfluss auf das gelagerte Getränk nehmen. Auch optische Veränderungen des Biers seien dann denkbar, die Farbe werde dann dunkler und es könnten Trübungen auftreten.
So lange ist Bier normalerweise haltbar
Bis zu einem Jahr oder mehr kann Bier nach Angaben des Forschungszentrums Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität der Technischen Universität (TU) München offiziell haltbar sein. "Bei den meisten handelsüblichen Bieren in Deutschland werden sechs oder neun Monate, gelegentlich zwölf Monate – oder auch mehr - Haltbarkeit ausgelobt", heißt es. Während der Alterung des Biers laufe eine Vielzahl chemischer Reaktionen ab, erklären die Wissenschaftler – sie beschreiben den Geschmack, den das Bier dann annehmen kann, als "pappeartig" oder mit "Sherry-Aroma".
Wie man Fehlaromen im Bier vermeidet
Wer darauf keine Lust hat, sollte die Flaschen deshalb richtig und nicht zu lang aufbewahren. Nina Göllinger vom Brauer-Bund rät jedenfalls: "Bier immer kühl und dunkel lagern. Und so frisch wie möglich genießen."