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Beliebter Kuchen verschwindet nach 150 Jahren - Zutat zu teuer


Autor: Daniel Krüger

Oberkrämer, Donnerstag, 29. Januar 2026

Eine Traditionsbäckerei nimmt einen ihrer beliebtesten Kuchen nach 150 Jahren aus dem Sortiment. Der Grund: "Drastische Steigerungen" bei den Preisen der Hauptzutat.
Eine Traditionsbäckerei zieht einen Schlusstrich - und streicht einen beliebten Kuchen.


Erstmals in ihrer 150-jährigen Geschichte sieht sich eine Traditionsbäckerei gezwungen, einen ihrer beliebtesten Kuchen aus dem Sortiment zu streichen. Verantwortlich dafür ist eine dramatische Preisentwicklung bei der Hauptzutat.

Wie Bäckermeister Maximilian Schöppner gegenüber dem Tagesspiegel erläutert, sind die Beschaffungskosten für die Hauptzutat in schwindelerregende Höhen geklettert. Eine andere Bäckerei verzeichnet derweil einen massiven Kundenansturm - sie verkauft Brot für nur zwei Euro pro Kilo.

150 Jahre im Sortiment: Bäckermeister verkauft keinen Kirschkuchen mehr

"Eine Dose Kirschen hat noch vor ungefähr drei Jahren 5,50 Euro gekostet und jetzt sind wir bei 24,18 Euro", so Schöppner im Interview mit der Zeitung. Nach anderthalb Jahrhunderten im Sortiment verschwindet der Kirschkuchen bei der Brandenburger Traditionsbäckerei Plentz aus den Auslagen. Die Preisexplosion führt der Bäckermeister auf schlechte Ernten zurück. Wegen "dieser drastischen Steigerung durch diese Missernten im letzten und im vorletzten Jahr" sei eine wirtschaftliche Produktion des Kuchens nicht mehr darstellbar, berichtet der Tagesspiegel. Für ihren Streuselkuchen verwendet die Bäckerei nach eigenen Angaben Sauerkirschen. Das Problem erstrecke sich "flächendeckend" über ganz Europa.

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In den zehn Filialen der Bäckerei kostete ein Stück Kirschkuchen laut dem Bericht zuletzt regulär 2,25 Euro, auf der Grünen Woche lag der Messepreis bei 3,50 Euro, heißt es. Wie Schöppner dem Tagesspiegel mitteilte, wäre eine Fortsetzung nur mit erheblichen Aufschlägen möglich gewesen. "In den Läden müssten wir über drei Euro gehen und das ist eine relativ signifikante Preissteigerung, was wir unseren Kunden nicht zumuten möchten." Noch vor einem Jahr hatte das Stück demzufolge etwa 2,10 Euro gekostet. Die Streichung des Traditionsgebäcks falle dem Unternehmen nicht leicht, betont der Bäckermeister.

"Wir wollen gern ein Bäcker für alle Leute sein", so seine Begründung. Zwar habe es immer wieder Ernteausfälle und Preisschwankungen bei Rohstoffen wie Butter oder Mandeln gegeben. "Doch diese starken Schwankungen, die haben wir so in unserer Firmengeschichte bisher noch nicht erlebt." Neben den Ernteausfällen sieht Schöppner auch den Handel als Preistreiber. Wie er dem Tagesspiegel erklärt, gebe es "Großhändler, die kaufen Beeren oder Kirschen und verkaufen sie dann zu einem günstigen Zeitpunkt, wo sie am meisten Gewinn machen". Die Reaktionen der Kundschaft auf die Nachricht seien bislang „sehr verständnisvoll", berichtet Schöppner gegenüber der Zeitung. Zwar seien einige Kirsch-Liebhaber "traurig", doch die meisten würden den Schritt mittragen. Wer trotzdem nicht auf Kirschkuchen verzichten möchte, sollte einen Blick in unser köstliches Rezept werfen.

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