• Preisschock in vielen Supermärkten und Discountern in Bamberg
  • Aldi, Lidl, Rewe, Edeka und Norma im großen Preisvergleich
  • Wo gibt es die besten Preise? Es gibt einen Gewinner

Die Inflation ist längst bei jedem einzelnen angekommen, doch es ist noch Luft nach oben: Unsere Supermarkt-Preisvergleich zeigte im Oktober, dass die Händler die Preise für Lebensmittel erneut ordentlich anziehen. Wieder waren wir in fünf Bamberger Supermärkten und Discountern unterwegs und haben unseren Warenkorb gefüllt. Der Vergleich zeigt: Die Preissteigerungen sind zum Teil heftig - zudem gibt es beim Einkauf im günstigsten und im teuersten Supermarkt unserers Preis-Checks massive Unterschiede.

Supermarkt-Preisvergleich: Welcher ist der günstigste Supermarkt im Oktober?

Jeder spürt die Inflation am eigenen Geldbeutel, davon sind auch Lebensmittel nicht ausgenommen. Wir haben unseren Warenkorb gefüllt und Preise verglichen: Welcher Supermarkt war im Oktober der günstigste?

Dafür waren wir in Bamberg in den folgenden Supermärkten und Discountern unterwegs:

Supermarkt-Preisvergleich: Welcher Supermarkt in der Region war am günstigsten? Massive Preisunterschiede erkennbar

Wer beim Lebensmittel-Kauf am meisten sparen möchte, sollte bei Aldi einkaufen gehen: Der Discounter war im Oktober der preisgünstigste Händler in unserem Supermarkt-Check. Auf Platz 2 landete Norma, gefolgt von Lidl, Edeka und dem Schlusslicht Rewe. Das haben wir im Oktober für unseren Warenkorb ausgegeben:

  • Platz 1: Aldi Süd - Ausgaben für den Warenkorb: 61,27 Euro
  • Platz 2: Norma - Ausgaben für den Warenkorb: 62,21 Euro
  • Platz 3: Lidl - Ausgaben für den Warenkorb: 66,63 Euro
  • Platz 4: Edeka - Ausgaben für den Warenkorb: 69,39 Euro
  • Platz 5: Rewe - Ausgaben für den Warenkorb: 74,03 Euro

Was direkt ins Auge sticht, ist der extreme Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Supermarkt in unserem Preisvergleich: Zwischen den Preisen für den Test-Warenkorb bei Aldi und Rewe liegen ganze 12,76 Euro. Rechnet man das auf ein Jahr hoch (bei lediglich einem Einkauf pro Monat), sind das über 150 Euro an Mehrausgaben - für dieselben Lebensmittel.

Zudem wird der Preis-Unterschied zwischen den Discount-Konkurrenten Aldi und Lidl immer größer: Lag er im Juli noch bei 1,43 Euro für unseren Test-Warenkorb, waren es im Oktober bereits 5,36 Euro - womit Lidl im Preisvergleich deutlich zurückfällt.

Supermarkt-Check im Oktober: Starker Preisanstieg in den Märkten - nur einer wird günstiger

Alle Supermärkte in unserem Preis-Check haben die Preise für Lebensmittel im Vergleich zum Vormonat merklich angehoben - außer Aldi. Bei dem Discount-Giganten gaben wir im Oktober ganze 76 Cent weniger aus als noch im September. Schaut man sich allerdings die Preisentwicklung seit Juli an, machte sich auch bei Aldi eine deutliche Preissteigerung bemerkbar, die seitdem immerhin fast zwei Euro beträgt. 

Bei allen anderen Supermärkten und Discountern mussten wir im Oktober teilweise deutlich mehr ausgeben als noch im September. Hier toppte Lidl die Preiserhöhung für Lebensmittel mit ganzen 2,13 Euro, die wir mehr ausgeben musstenn als noch im letzten Monat. Im Vergleich zu Juli haben sowohl Lidl als auch Rewe die Preise extrem angezogen - für den identischen Warenkorb werden hier 4,29 Euro (Rewe) bzw. 4,62 Euro (Lidl) mehr fällig.  Lidl war somit auch der Supermarkt in unserem Preis-Check, bei dem die heftigsten Preissteigerungen zu verzeichnen waren - sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zu Juli, als wir den Preisvergleich zum ersten Mal durchgeführt haben. Edeka und Norma fielen allerdings aus der Reihe: Beide waren im Vergleich der Ausgaben für Lebensmittel zwischen Juli und Oktober etwas günstiger. Im Vergleich zu September haben diese beiden Supermärkte jedoch ebenfalls ihre Preise erhöht.

Preis-Unterschiede nach Produktgruppen: Wo sind Lebensmittel am günstigsten?

Die Produkte in unserem Warenkorb lassen sich in drei Gruppen unterteilen: Grundnahrungsmittel, Obst und Gemüse sowie Verarbeitetes und Fertiggerichte. Gibt es auch bezüglich der einzelnen Produktgruppen Preisunterschiede bei den Supermärkten in unserem Vergleich?

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In den Vormonaten konnte Aldi die Konkurrenz bezüglich der Preise für Grundnahrungsmittel wie Butter, Sonnenblumenöl und Nudeln hinter sich lassen. Im Oktober wendete sich das Blatt allerdings und der Discounter landete auf dem zweiten Platz. Norma ist im Bereich Grundnahrungsmittel der Spitzenreiter, für unseren Warenkorb wurden hier 30,20 Euro fällig (September: 29,98 Euro). Auf Platz 2 folgte dann Aldi, bei dem im Oktober 30,54 Euro für unseren Einkauf verlangt wurden (September: 31,24 Euro). Auf dem dritten Platz dann Edeka mit Ausgaben von 33,08 Euro (September: 32,29 Euro), gefolgt von Lidl mit Ausgaben von 35,50 Euro (September: 33,50 Euro) und schließlich Rewe mit Ausgaben von 37,80 Euro (September: 36,99 Euro).

Da Obst und Gemüse gesund sind, sollte man davon genügend essen - je nachdem, bei welchem Supermarkt eingekauft wird, lässt sich auch hier bares Geld sparen. Am günstigsten waren Gurke, Kartoffeln, Tomaten, Äpfel und Champignons im September bei Aldi zu bekommen. Der Preis für unseren Test-Warenkorb beträgt 9,22 Euro (September: 8,32). Darauf folgte Lidl mit Ausgaben in Höhe von 9,61 Euro (September 9,49 Euro). Bei Norma war unsere Obst- und Gemüse-Auswahl für immerhin 9,49 Euro zu haben (September: 9,35 Euro). Deutlich teurer waren hingegen Edeka und Rewe: Bei Rewe legten wir 14,72 Euro hin (September: 15,19 Euro), bei Edeka 14,80 Euro (September: 15,27 Euro). Das war ein immenser Unterschied zwischen den Preisen für Obst und Gemüse bei Aldi und Edeka von über fünf Euro.

Preisvergleich: Diese Produkte kosten bei allen Supermärkten dasselbe

Vor allem Lebensmittel aus dem Bereich Verarbeitetes und Fertiggerichte kosteten bei allen getesteten Supermärkten im Oktober dasselbe. So etwa die TK-Pizza Margherita, der Linseneintopf, die Vollmilchschokolade und das Pesto. Diese Produkte gibt es im September bei allen Märkten zum gleichen Preis.

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Lediglich Norma war etwas günstiger, da die Kartoffel-Chips hier 30 Cent weniger kosteten als bei den anderen Supermärkten. Die Preise für Fertigprodukte im Vergleich zum Vormonat waren überwiegend stabil. Schaut man sich jedoch den Testmonat Juli an, waren TK-Pizza & Co. noch mindestens 20 Cent günstiger als im Oktober - auch in dieser Lebensmittel-Sparte ließen sich also deutliche Preissteigerungen erkennen.

Supermarkt-Preisvergleich: Das landet im Test-Warenkorb

In unserem Test-Warenkorb sind Produkte gelandet, die sich wohl in mindestens jedem zweiten Einkaufswagen finden lassen. Das umfasst sowohl Grundnahrungsmittel als auch Obst und Gemüse sowie Verarbeitetes und Fertiggerichte. Diese Produkte haben wir in unseren Warenkorb gelegt:

  • Grundnahrungsmittel:
    • Butter (250 g)
    • Sonnenblumenöl (1 l)
    • Mehl (Weizen 405, kg)
    • H-Milch 3,5 % (1 l)
    • Eier (6er Bio)
    • Nudeln (Spaghetti, kg)
    • Toastbrot, weiß (kg)
    • Kaffee (gemahlen, kg)
    • Hackfleisch (gemischt, kg)
    • Ketchup (1 l)
  •  Obst und Gemüse: 
    • Gurke (Stück)
    • Tomaten (kg)
    • Äpfel (Standard) (kg)
    • Champignons, braun (kg)
    • Kartoffeln, vorw. festkochend (kg)
  •  Verarbeitetes und Fertiggerichte:
    • Tiefkühlpizza Margherita (kg)
    • Linseneintopf (kg)
    • Kartoffelchips (Paprika, kg)
    • Schokolade (Vollmilch, kg)
    • Pesto Verde (kg)

Alles wurde teurer: Preise für Lebensmittel so hoch wie nie zuvor

Es ist in aller Munde: Nicht nur die Preise für Energie, sondern auch die Preise für Lebensmittel schießen in die Höhe. Das Statistische Bundesamt hat einen Anstieg von ganzen 16,6 Prozent errechnet (Vergleich von August 2022 zum August des Vorjahres). Dabei waren gerade die Preise für Lebensmittel eine Sparte, die im Vergleich zu anderen Lebenshaltungskosten in Deutschland in den letzten 20 Jahren nur sehr wenig angestiegen sind. Zum Vergleich: In den Jahren 2000 bis 2019 liegt eine Teuerungsrate von lediglich 1,5 Prozent vor. 

Laut Verbraucherzentrale gibt es keine Lebensmittel-Sparte, die nicht von den Preiserhöhungen betroffen ist. Extrem deutlich wird das bei Speiseölen und -fetten, für die aktuell ein Preisanstieg von 44,5 Prozent zu verzeichnen ist. Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Speiseöl, einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes zufolge, nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine mehr als doppelt so hoch war, wie davor - das erinnert an die Corona-Hamsterkäufe.

Ein Hauptgrund für die aktuell extrem hohen Preise für Lebensmittel scheint somit der Krieg in der Ukraine. Denn der führt zu einer weiteren Steigerung der ohnehin schon teuren Preise für Energie, die von den Händlern kompensiert werden muss. Es müssen schließlich nicht nur die Märkte betrieben werden, auch für die Herstellung der Produkte werden große Mengen Strom und Gas benötigt. Klammert man die Preissteigerungen für Energie und Nahrungsmittel aus, ergibt sich eine Inflationsrate von gerade einmal +3,5 Prozent - was nicht einmal die Hälfte der aktuellen Inflationsrate ist (+7,9 Prozent). Das zeigt, dass die Beschaffung und Produktion von Energie und Nahrungsmitteln die Hauptfaktoren für die aktuelle Inflation sind. Außerdem herrscht ein Arbeitskräftemangel, und auch der Mindestlohn lässt die Preise steigen, da dieser die Ausgaben für Gehälter aufseiten der Unternehmen erhöht. Schlussendlich bleibt offen, inwiefern die Händler die Gunst der Stunde nutzen, um sich zu bereichern - das mahnt die Verbraucherzentrale und fordert eine Überwachung durch Politik und Kartellamt.

Fazit: Das war der günstigste Supermarkt in Bamberg - und hier gab es die heftigste Preissteigerung

Unser Supermarkt-Preisvergleich zeigt: Die Preise für Lebensmittel steigen deutlich. Das gilt für fast alle Produkte, die in unserem Test-Warenkorb gelandet sind. Im Vergleich der Bamberger Supermärkte und Discounter schaffte es Aldi im Oktober auf Platz 1, gefolgt von Norma, Lidl, Edeka und dem Schlusslicht Rewe. 

Deutlich wird auch der Preisunterschied zwischen dem teuersten und dem günstigsten Supermarkt im Preis-Check: Bei Aldi wurden im Oktober für unseren Einkauf ganze 12,76 Euro weniger fällig als beim teuersten Supermarkt Rewe. Die heftigste Preisentwicklung war unter anderem bei Lidl zu verzeichnen, da wir hier im Oktober 4,62 Euro mehr als noch im Juli ausgeben mussten.

Um Geld zu sparen, sollte man sich also gründlich überlegen, in welchem Supermarkt oder Discounter man seine Lebensmittel einkauft, denn in der Summer kann der Unterschied im Geldbeutel mitunter sehr groß sein.

Methodische Hinweise: Für den Preisvergleich haben wir ausschließlich Produkte der Eigenmarken der Supermärkte recherchiert. Hierfür waren wir jeweils am Monatsanfang (am 4. Juli, 2. August, 5. September  und 5. Oktober 2022) in den oben genannten Supermärkten im Stadtgebiet von Bamberg unterwegs. Die Preise bei Rewe gelten nicht für Rewe City. Nach Möglichkeit wurde vermieden, Sonderangebote mit in den Preisvergleich zu integrieren. Es ist  außerdem zu beachten, dass es sich bei den Preisen unseres Vergleichs unter anderem um Kilogramm-Preise handelt, damit der tatsächliche Preisunterschied eindeutiger ist. Bei den Sonnenblumenölen von Edeka und Lidl handelt es sich um das teurere Bio-Produkt der Eigenmarken, da die günstigen Marken nicht vorrätig waren.  

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