Druckartikel: Ausverkauf: Lebensmittelhändler ist insolvent - bis nach China bekannt

Ausverkauf: Lebensmittelhändler ist insolvent - bis nach China bekannt


Autor: Daniel Krüger

Heidenau, Dienstag, 21. April 2026

Ein Online-Händler, bekannt für den weltweiten Versand deutscher Lebensmittel, ist insolvent. Markenprodukte wie Haribo und Maggi werden nun vor Ort billig abverkauft.
Der Lebensmittelhändler ist pleite - jetzt will er sich ins Ausland verlagern.


Wer im Ausland lebt und Heimweh nach deutschen Marken bekommt, kennt das Problem: Haribo, Ritter Sport, Maggi Fix oder Tchibo-Kaffee sind in Amerika, Australien oder Japan kaum zu finden. Genau diese Lücke wollte GermanShop24 füllen - ein Online-Händler aus dem sächsischen Heidenau, der deutsche Lebensmittel in alle Welt verschickte. Doch nun ist das Unternehmen insolvent.

Was als Hobby begann, wuchs über Jahre zu einem ernsthaften Geschäft heran. Laut der Eigenbeschreibung von GermanShop24 gründete Stefan Kühnert den Shop im Jahr 2007 zunächst privat. Zwei Tage nach dem Start der Website sei die erste Bestellung eingegangen. Bis 2015 habe das Unternehmen seinen Umsatz fast jedes Jahr verdoppelt und einen Jahresumsatz von rund 1,5 Millionen US-Dollar erreicht. Anschließend habe man expandiert und auch an Großhändler in China verschickt. 

Haribo, Funny Frisch und Maggi Fix: Deutsche Klassiker für Kunden in aller Welt

Das Sortiment von GermanShop24 umfasste typische deutsche Markenprodukte: Maggi Fix, Meica Würstchen, Mestemacher Brote, Backmischungen von Dr. Oetker, Chips von Funny-Frisch, Tchibo-Kaffee und Schauma-Shampoo. Die Pakete gingen laut der Sächsischen Zeitung vor allem in die USA, nach Australien, Dubai und Japan - an Deutsche, die im Ausland leben und sich nach dem Geschmack ihrer Heimat sehnen.

In Spitzenzeiten seien acht Mitarbeiter beschäftigt gewesen, zuletzt noch drei, berichtet Thomas Wehner, der kurzzeitig beim GermanShop gearbeitet hatte und nun Teil der Vermietergesellschaft ist, gegenüber der Sächsischen Zeitung. Auf der Website von GermanShop24 ist derzeit zu lesen, dass das Unternehmen sein Lager in den kommenden Wochen in die USA verlege.

"Obwohl wir unsere deutschen Wurzeln sehr schätzen, haben verschiedene Faktoren diese Entscheidung notwendig gemacht", heißt es in einer Info an Kunden.  "Wir werden den Lagerbestand an unserem US-Standort kontinuierlich aufstocken. Vielen Dank für Ihre anhaltende Unterstützung und Ihr Vertrauen in unser Unternehmen in dieser schwierigen Zeit", heißt es auf der Website. Insolvenzverwalter und Unternehmensführung hatten nicht auf Anfragen der Sächsischen Zeitung  geantwortet.

GermanShop24: Lager in Heidenau wird ausverkauft - alles soll raus 

Das Lager in Heidenau wird unterdessen ausverkauft. Die Auktionshaus Ring GmbH aus Berlin kauft laut der Sächsischen Zeitung bundesweit Insolvenzwaren auf und verkauft sie in sogenannten Freiverkäufen. Die meisten Kartons werden demnach als Mysterybox ab 10 Euro verkauft - zusätzlich gibt es Turnschuhe ab 5 Euro, Sekt für 1,50 Euro und Wein für 1 Euro die Flasche.

Alles sei Markenware aus Insolvenzen oder Versicherungsfällen, wird Ring zitiert. Auch Regale, Gitterboxen und Verpackungsmaterial stünden zum Verkauf. 

Welche Rechte Kunden bei einer Händler-Insolvenz haben, erfährst du in unserem Ratgeber-Artikel. Der Verkauf im Lager in der Mühlenstraße 29a in Heidenau läuft nach Angaben der SZ donnerstags bis samstags von 9 bis 17 Uhr, solange der Vorrat reicht.

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