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160 Jahre alte Rosenbrauerei insolvent - jetzt wurde Retter gefunden


Autor: Julian Drescher

Pößneck, Donnerstag, 19. März 2026

Deutschlands Brauereien kämpfen ums Überleben - doch eine 160 Jahre alte Traditionsbrauerei hat jetzt einen Retter gefunden.
Die Rosenbrauerei ist insolvent, aber es gibt Hoffnung.


Deutschlands Brauereien stehen unter Druck wie selten zuvor. Allein 2024 mussten bundesweit 52 Brauereien laut dem Deutschen Handwerksblatt schließen. Auch die Anzahl der Brauereien in Bayern ist erstmals auf unter 600 gesunken.

Wer heute noch Bier braut, kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig: sinkende Nachfrage, steigende Rohstoff- und Personalkosten, explodierende Energiepreise. Für viele Betriebe ist es eine Rechnung, die nicht aufgeht. 

Ungewohnte Bier-Nachricht: Insolvente Traditionsbrauerei von Unternehmer gekauft

Inmitten dieses schwierigen Umfelds kommt aus Thüringen eine ungewohnte Meldung: Die Rosenbrauerei Pößneck, gegründet 1866 und damit stolze 160 Jahren alt, ist aus der Insolvenz gerettet worden. Im Februar 2025 hatte das Unternehmen beim Amtsgericht Gera Insolvenzantrag gestellt.

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Gestiegene Produktionskosten und rückläufiger Absatz hätten der Brauerei finanziell zu schaffen gemacht, berichtet der MDR. Für Belegschaft und Bierliebhaber begann eine monatelange Hängepartie. Nun ist sie vorbei. Der Erfurter Unternehmer André Panse habe die Brauerei zum 16. März 2026 übernommen und führe das Traditionshaus weiter, so der Sender. 

"Wir haben es geschafft! Die Rosenbrauerei Pößneck startet mit frischer Kraft in eine neue Zukunft", schreibt das Unternehmen auf seiner Webseite. Bei aller Freude über die Rettung gibt es jedoch auch Verlierer: Acht der ehemals 25 Mitarbeiter sollen entlassen worden sein, berichtet die Ostthüringer Zeitung.

Brauereisterben: Was das Verschwinden der Betriebe bedeutet

Dass in Deutschland immer mehr Brauereien ums Überleben kämpfen, ist kein regionales Phänomen. Noch 2019 zählte der Deutsche Brauer-Bund über 1550 Betriebe, 2024 waren es nach eigenen Angaben noch 1459. Am härtesten trifft es Bayern: Mit 598 Braustätten im Jahr 2024 ist der Freistaat zwar das mit Abstand stärkste Brauereiland Deutschlands - doch zwischen 2019 und 2025 haben dort allein 50 Betriebe dichtgemacht, mehr als in jedem anderen Bundesland. Thüringen hingegen bildet eine der wenigen Ausnahmen: Laut Deutschem Brauer-Bund ist die Zahl der Braustätten dort seit 2019 sogar leicht gestiegen - um vier Betriebe (Stand 2025). Warum gerade Bayerns Brauereien so stark unter Druck stehen, hat mehrere Gründe. 

Warum Bierbrauen ein so kostenintensives Geschäft ist, lässt sich leicht erklären: Wärme und Kälte wechseln sich beim Brauvorgang zwingend ab - der Sud muss erst auf über 100 Grad erhitzt, dann rasch heruntergekühlt werden, bevor Hefe zugegeben wird und die Gärung beginnt. Dieser ständige Wechsel macht Energie zu einem der größten Kostenfaktor einer Brauerei, wie das Handelsblatt bereits 2023 berichtete. Steigen Strom- und Gaspreise, können Betriebe schnell unter Druck geraten.

Für die Rosenbrauerei Pößneck und ihre verbliebenen Mitarbeiter ist dieser Neustart deshalb mehr als eine gute Nachricht - denn die meisten Brauereien in dieser Krise haben keinen Retter gefunden. Wie dramatisch der Biermarkt gerade wirklich schrumpft, zeigen diese neue Zahlen

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