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Neue Weltzeit ab 2027: Was sich für unsere Uhren ändert


Autor: Daniela Laitinen

Deutschland, Freitag, 30. Oktober 2026

Ab Mai 2027 gelten weltweit neue Regeln für die Zeitmessung. Die bisher verwendeten Schaltsekunden werden abgeschafft. Doch was bedeutet das für unsere Uhren – und müssen Verbraucher künftig etwas beachten?


Die Zeitmessung wird weltweit neu geregelt: Ab dem 20. Mai 2027 sollen sogenannte Schaltsekunden der Vergangenheit angehören. Das hat die 28. Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM) am 15. Oktober 2026 beschlossen. Mit der Entscheidung soll die internationale Zeitmessung zuverlässiger werden. Vor allem Computersysteme und kritische Infrastrukturen sollen davon profitieren.

Wie aus der offiziellen Resolution 5 des Internationalen Büros für Maß und Gewicht (BIPM) hervorgeht, wird die koordinierte Weltzeit (UTC) künftig ohne zusätzliche oder wegfallende Sekunden fortgeführt.

Warum werden die Schaltsekunden abgeschafft?

Bislang sorgen Schaltsekunden dafür, dass die auf Atomuhren basierende Weltzeit mit der tatsächlichen Erdrotation übereinstimmt. Denn die Erde dreht sich nicht vollkommen gleichmäßig. Seit 1972 wurden deshalb gelegentlich zusätzliche Sekunden eingefügt, zuletzt Ende 2016.

Inzwischen hat sich die Erdrotation zeitweise beschleunigt. Dadurch könnte erstmals eine sogenannte negative Schaltsekunde notwendig werden, bei der eine Sekunde gestrichen wird.

Das britische National Physical Laboratory (NPL) erklärt in einer Mitteilung vom 15. Oktober 2026, dass solche Eingriffe erhebliche technische Risiken bergen. Besonders Telekommunikationsnetze, Stromversorgung und andere digitale Systeme sind auf eine präzise Zeitsynchronisation angewiesen.

Nach Angaben des BIPM liegt die Wahrscheinlichkeit, dass bis 2035 eine negative Schaltsekunde erforderlich wird, bei rund 30 Prozent.

Müssen wir unsere Uhren ab Mai 2027 umstellen?

Für Verbraucher ändert sich zunächst nichts. Weder Armbanduhren noch Smartphones oder Funkuhren müssen wegen der neuen Regelung umgestellt werden. Auch die Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit bleibt davon unberührt.

Allerdings darf die koordinierte Weltzeit künftig stärker von der astronomischen Zeit abweichen. Während bisher eine maximale Differenz von 0,9 Sekunden vorgesehen war, sind ab dem 20. Mai 2027 bis zu 3600 Sekunden – also eine Stunde – erlaubt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass unsere Uhren plötzlich eine Stunde vor- oder nachgehen. Die Abweichung wird sich nur sehr langsam entwickeln.

Nach Einschätzung des BIPM ermöglicht die neue Regelung eine kontinuierliche Weltzeit über mehrere Jahrhunderte. Für den Alltag bleibt die Änderung damit praktisch unbemerkt. Für die internationale Technik ist sie dagegen ein bedeutender Schritt.