Urlaubs-Geheimtipp 2026: Fränkische Partnerstadt schlägt Rom und Venedig
Autor: Jimmy Franz
Spanien, Freitag, 20. Februar 2026
Unser Autor (27) hat eineinhalb Jahre in Würzburgs ziemlich unbekannter Partnerstadt in Spanien gelebt und weiß: Diese Stadt ist ein günstiger und wunderschöner Geheimtipp, der andere Ziele um Längen schlägt.
Wer an Würzburg denkt, hat die Residenz und den fränkischen Wein im Kopf. Wer nach Salamanca reist, findet genau dieses Lebensgefühl in einer spanischen Version wieder – nur lauter, lebendiger und goldener. Seit 1980 sind die beiden Städte Partner. Als Zeichen der Verbundenheit gibt es in Salamanca den Parque de Würzburg, während in Würzburg eine Straße nach Salamanca benannt wurde. Beide Städte teilen zudem eine prestigeträchtige Auszeichnung: Genau wie die Würzburger Residenz gehört auch die gesamte Altstadt von Salamanca seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Doch während Salamanca hierzulande oft nur in Studenten-WGs ein Thema ist, gilt sie vor Ort als pulsierendes Highlight Zentralspaniens. Die knapp 147.000 Einwohner zählende Stadt ist eine der Erasmus-Städte schlechthin. Dank einer der ältesten Universitäten der Welt zieht sie jährlich tausende junge Menschen an. Mit insgesamt über 30.000 Studenten herrscht ein junges Stadtbild, was für eine Energie sorgt, die man sonst nur aus Metropolen wie Madrid oder Barcelona kennt.
Die goldene Partnerstadt Würzburgs: Plaza Mayor und die Doppel-Kathedrale
Der erste Weg in Salamanca führt unweigerlich zur Plaza Mayor. Er gilt als einer der schönsten Barockplätze Europas und ist das pulsierende Zentrum der Stadt. Erbaut im 18. Jahrhundert beeindruckt der Platz durch seine Symmetrie und den goldgelben Sandstein, der bei Sonnenuntergang buchstäblich zu glühen beginnt. Er erinnert stark an den Markusplatz in Venedig - nur gemütlicher. Das gab der Stadt auch ihren Spitznamen: "La Dorada" – die Goldene.
Wer dem Duft der Straßen folgt, sollte auf dem Weg zu den Kathedralen unbedingt einen Hornazo probieren – jene herzhaft gefüllte Teigtasche, die in Salamanca Kultstatus genießt. Oder man greift zu einem klassischen Bocadillo, belegt mit dem hauchdünn geschnittenen, weltberühmten Ibérico-Schinken der Region. So gestärkt erreicht man nach nur wenigen Gehminuten die gewaltigen Kathedralen, die hier imposant in den Himmel ragen und sich nicht vor Rom verstecken müssen. Das Besondere: Es gibt gleich zwei davon, die direkt aneinander gebaut sind. Die Catedral Vieja (12. Jahrhundert, romanisch) und die Catedral Nueva (16.-18. Jahrhundert, Gotik/Barock).
Insider-Tipp: An der Fassade der Neuen Kathedrale gibt es einen kleinen Astronauten und einen Drachen mit einer Eiswaffel in der Hand. Das ist ein Steinmetz-Scherz aus einer Restaurierung von 1992 und zeigt, wie locker die Stadt heute mit ihrer jahrhundertealten Geschichte umgeht.
Das berühmteste Suchspiel erwartet einen jedoch an der prachtvollen Fassade der Universität (Escuelas Mayores): Dort versteckt sich der legendäre Frosch von Salamanca aus dem 16. Jahrhundert auf einem Totenkopf. Für die Studenten ist er weit mehr als nur ein Ornament – die Legende besagt, dass nur derjenige seine Prüfungen besteht (oder bald heiratet), der den kleinen Kerl ohne fremde Hilfe entdeckt.
Hochspanisch lernen beim Ausgehen
Für alle, die ihr Spanisch aufbessern wollen, ist Salamanca einer der besten Orte der Welt. Hier wird reines Castellano gesprochen – ein glasklares Hochspanisch ohne starken Dialekt.