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Reise nach Jakarta: Urlaub in der größten Stadt der Welt


Autor: Andrea Blatzky

Deutschland, Mittwoch, 21. Januar 2026

Ein UN-Bericht zur Urbanisierung und Bevölkerungsentwicklung lässt aufhorchen, denn Jakarta ist mit 42 Millionen Einwohnern zur größten Stadt der Welt angewachsen.
Verkehr und Infrastruktur in Jakarta – Herausforderungen einer Megastadt.


  • Wie wurde Jakarta zur größten Stadt der Welt?
  • Was trug zu dieser Entwicklung bei?
  • Welche Bedeutung hat das für andere Mega-Städte?
  • Warum muss die Millionenstadt in die Zukunft investieren?

Jakarta liegt in Indonesien – genauer gesagt auf der Insel Java. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Altstadt (Kota Tua), das "Indonesische Nationalmuseum" und die Istiqlal-Moschee ziehen jährlich mehrere Millionen Touristen an. Zudem ist die Stadt eine beliebte Zwischenstation, um nach Bali oder in ein anderes Urlaubsziel weiterzureisen. Jetzt überrascht ein weiteres Detail, denn Jakarta ist seit Kurzem die größte Stadt der Welt. Was bedeutet das schnelle Wachstum für die Urbanisierung und die Umwelt? 

Wie viele Megastädte gibt es?

Laut dem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen (abgekürzt UN für United Nations) zur Urbanisierung leben momentan ungefähr 42 Millionen Menschen in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Damit hat die Megastadt ähnlich große Weltstädte von ihren bisherigen Plätzen verdrängt. Dhaka, die Hauptstadt von Bangladesch, belegt nun mit rund 40 Millionen Einwohnern den 2. Rang. Die japanische Hauptstadt Tokio mit einer Bevölkerungszahl von ca. 33 Millionen rutschte auf Platz 3. Laut der UN-Abteilung für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten (UNDESA) hat sich der Bevölkerungsanstieg in Tokio verlangsamt, dagegen konnten Jakarta und Dhaka einen schnellen Zuwachs verzeichnen. Die Experten sagen voraus, dass Dhaka bis zum Jahr 2050 Jakarta sogar übertreffen wird. Das als Wirtschaftsstandort bekannte Shanghai wird vermutlich von Platz 5 auf Platz 3 aufsteigen.

Von der Organisation werden Citys mit mehr als 10 Millionen Einwohnern als Mega-Städte bezeichnet. Laut dem Bericht sollen im Jahr 2050 auch andere Städte die 10-Millionen-Marke überschritten haben und somit zu den Megastädten gehören. Zwei der Metropolen liegen in Afrika, die anderen beiden in Asien: 

  • Addis Abeba (Äthiopien)
  • Daressalam (Tansania)
  • Hajipur (Indien) 
  • Kuala Lumpur (Malaysia)

Wie verändern sich Megastädte?

Seit 1975 hat sich die Zahl der Millionen-Metropolen von ursprünglich 8 auf 33 vervierfacht. Davon liegen 19 Megastädte in Asien – dies entspricht einem Anteil von etwas über 50 Prozent. Hierbei spielt die ägyptische Hauptstadt Kairo mit ungefähr 23 Millionen Einwohnern eine bedeutende Rolle, denn Ägypten ist ein transkontinentaler Staat, der sich über mehrere Kontinente erstreckt. Der größte Teil mit der Hauptstadt Kairo liegt in Afrika, nur die Sinai-Halbinsel mit lediglich rund 6 Prozent der Landesfläche befindet sich in Asien. Während in einigen Citys die Bevölkerung stark zunimmt, gibt es dagegen Städte mit einer rückläufigen Einwohnerzahl. Von einer Schrumpfung sind allerdings nur wenige Städte betroffen, wie beispielsweise Chengdu in China oder Mexiko-Stadt.

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Auch die Entwicklung der Bevölkerung hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Im Jahr 1950 lebten rund 20 Prozent der damaligen Weltbevölkerung (ca. 2,5 Milliarden Menschen) in Städten. Diese Quote ist 2025 auf 45 Prozent der Weltbevölkerung angewachsen, wobei derzeit ungefähr 8,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Tritt keine Veränderung ein, erwarten die Experten, dass sich bis zum Jahr 2050 rund 75 Prozent des Bevölkerungsanstiegs in städtische Regionen verlagern. In diesem Bericht gilt eine Kommune ab 50.000 Einwohnern als Stadt. Zwischen 1975 und 2025 hat sich die Zahl der Städte verdoppelt – und zwar auf ca. 12.000. Diese Anzahl könnte sich bis 2050 sogar auf 15.000 erhöhen, wobei kleine und mittelgroße Städte voraussichtlich schneller wachsen als Millionen-Städte. Interessanterweise ist die Einwohnerzahl in kleineren Städten insgesamt höher als in den Mega-Metropolen. Derzeit haben ca. 96 Prozent der 12.000 Städte weniger als 1 Million Einwohner.

Für den aktuellen Bericht hat die UN ein neuartiges Verfahren zur Ermittlung der Stadtgrößen angewandt. Die Autoren erörterten in der Pressekonferenz, die in New York stattfand, dass als Grundlage die Bevölkerungszahl pro Quadratkilometer maßgeblich ist. Daneben enthält der Bericht eine Auflistung, in der die Städte nach nationalen Kriterien aufgeführt werden. Diese Eigenschaften können sich zwischen den Ländern unterscheiden. In dieser abweichenden Aufstellung liegt Jakarta mit rund 23 Millionen Einwohnern lediglich auf Platz 30 der bevölkerungsreichsten Städte. Grund hierfür ist eine veränderte Berechnung, bei der umliegende Orte, die direkt an das Stadtzentrum grenzen, nicht berücksichtigt wurden. Die Metropole zählt zur Region Jabodetabek, die sich aus den Bezirken Jakarta, Bogor, Depok, Tangerang und Bekasi zusammensetzt.

Welche Herausforderungen müssen gemeistert werden?

Ortschaften mit weniger als 5000 Einwohnern sind in 71 Ländern weitverbreitet und gehören zu den beständigen Siedlungsarten. Dazu zählen Kommunen mit einer Dichte von 300 Menschen pro Quadratkilometer und insgesamt 5000 Einwohnern. Diese Wohnform trifft hauptsächlich auf Deutschland, die USA sowie Indien zu. Dennoch gibt es eine starke Veränderung, denn in vielen Ländern wird weniger ländlich gewohnt. Seit 1975 hat sich die Zahl von 116 auf 62 Länder reduziert. Bis 2050 prognostizieren die Experten einen weiteren Rückgang bis auf 44. Betroffen hiervon sind beispielsweise Finnland, Rumänien, Österreich, aber auch Mosambik und die Zentralafrikanische Republik. Der UN-Untergeneralsekretär Li Junhua erklärt zur Urbanisierung, dass diese die treibende Kraft unserer Zeit sei. Wird diese Entwicklung in Bezug auf Inklusion und strategische Ausrichtung richtig genutzt, könnte das eine Chance für eine Angleichung der Lebensbedingungen sowie für eine wachsende Wirtschaft sein. Zudem kann mit einer durchdachten Strategie der Klimawandel bekämpft werden. 

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Schließlich leidet Jakarta wie andere Großstädte unter immensen Verkehrsproblemen und Smog. Die rasant ansteigende Bevölkerung überlastet die bestehende Infrastruktur, welche nur nach und nach an die Veränderungen angepasst werden kann. Die hohe Anzahl der Fahrzeuge führt zu einer Überlastung der Straßen und letztendlich zu Dauerstaus sowie zu einer schnellen Abnutzung der Straßen. Folglich ist die Luft durch die Abgase stark mit Schadstoffen belastet. Die Summe dieser Faktoren führt zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Zudem kommt noch eine fortschreitende Absenkung des Bodens dazu.

Diese beträgt pro Jahr bis zu 28 cm. Diese Entwicklung ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass große Mengen Grundwasser entnommen werden. Die versiegelten Böden sorgen dafür, dass der Grundwasserspiegel nicht so schnell ansteigen kann und die Versorgung mit Frischwasser gefährdet ist.

Zukunft planen: Lebensqualität und Umwelt im Fokus

Diese Bedrohungslage wird durch den Klimawandel und den dadurch steigenden Meeresspiegel noch verschärft. Das hat gravierende Folgen für die zum Teil sehr hohen Gebäude. Schon jetzt befinden sich etliche Häuser unterhalb des Meeresspiegels. Das begünstigt das Eindringen von salzigem Meerwasser in Süßwasserbereiche (Salzwasserintrusion). Um die Bausubstanz vor dem Verfall zu retten, wurden in den vergangenen Jahren Deiche erstellt, denn auch Straßen werden zunehmend instabil. Deshalb plante die Regierung im Jahr 2019, auf der Insel Borneo die neue Hauptstadt Nusantara zu errichten. Doch der Bau geriet ins Stocken und liegt momentan auf Eis. Wann und ob das Projekt überhaupt fertiggestellt wird, steht bisher nicht fest.

Wie in fast allen Ländern basieren die besten Chancen für eine nachhaltige Entwicklung und Verbesserung der Lebensqualität auf drastischen Veränderungen. Um die Ziele zu erreichen, muss die Bevölkerung für den Umstieg auf umweltfreundliche Alternativen sensibilisiert werden. Dies betrifft vor allem den Verkehr, indem das Schienennetz und der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden.

Der Neubau und der Erhalt von Radwegen und die Einführung autonomer Autos oder Wasserfahrzeuge würden die Abgasbelastung spürbar verringern. Die Errichtung grüner Lungen sorgt ebenfalls für eine Erhöhung der Lebensqualität. Der Umstieg auf umweltfreundliche Technologien verbessert die ökologischen Rahmenbedingungen. Durch die hohe Einwohnerzahl hat Jakarta mit einem hohen Müllaufkommen zu kämpfen. Dies kann durch die Einführung von Recyclingsystemen sowie den Ausbau einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft abgefedert werden. 

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