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Japan Einreise 2028: JESTA-Pflicht für Deutsche & alle Infos


Autor: Stefan Lutter

Deutschland, Mittwoch, 04. März 2026

Japan reagiert auf Rekord-Touristenzahlen mit drastischen Maßnahmen. Die neue JESTA-Genehmigung wird ab 2028 Pflicht und muss mindestens 72 Stunden vor Abflug beantragt werden.
Das digitale Visum ab 2028 vereinfacht die Reise zum majestätischen Mount Fuji erheblich. Der schneebedeckte Vulkankegel, der an klaren Tagen von Tokio aus sichtbar ist, zieht jährlich Hunderttausende Wanderer und Fotografen in seinen Bann – besonders während der Klettersaison von Juli bis September.


Der Traum von Kirschblüten in Kyoto und Sushi in Tokio wird ab 2028 mit einer neuen Hürde verbunden sein: Japan führt das elektronische Einreisesystem JESTA (Japan Electronic System for Travel Authorization) ein. Wer das beliebte Reiseland besuchen möchte, muss künftig vorab eine Online-Genehmigung beantragen und eine Gebühr von bis zu 20 Euro zahlen. Die neuen Einreisebestimmungen betreffen alle Reisenden aus 71 visumfreien Ländern, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz – der Reisepass allein genügt nicht mehr.

Der Hintergrund der Verschärfung ist der massive Overtourism, mit dem Japan seit der Wiedereröffnung nach der Corona-Pandemie zu kämpfen hat. Besonders beliebte Städte wie Kyoto sind überlaufen, Einheimische meiden ihre eigenen Viertel zu Stoßzeiten. Mit dem elektronischen Visum möchte die japanische Regierung unerwünschte Reisende bereits vor Abflug herausfiltern, Besucherströme besser lenken und die Sicherheit erhöhen. Das JESTA-System funktioniert ähnlich wie die US-amerikanische ESTA-Genehmigung und soll bis April 2028 vollständig implementiert sein.

JESTA statt Reisepass: Japan verschärft Einreise drastisch ab 2028

Alle, die künftig nach Japan reisen möchten, müssen sich auf neue Einreisebestimmungen einstellen. Ein gültiger Reisepass allein wird nicht mehr ausreichen. Die japanische Regierung plant die Einführung eines elektronischen Vorab-Systems namens JESTA (Japan Electronic System for Travel Authorization), das bis April 2028 umgesetzt werden soll. Das System betrifft Reisende aus 71 visumfreien Ländern, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz, wie es auf der offiziellen JESTA-Website heißt.

Das JESTA-System funktioniert ähnlich wie die US-Einreisegenehmigung ESTA: Vor Abflug müssen Reisende online Angaben zu Passnummer, Aufenthaltsdauer, Unterkunft und Reisezweck machen sowie eine Gebühr bezahlen. Ohne bestätigte Genehmigung dürfen Fluggesellschaften Passagiere nicht an Bord lassen, selbst wenn der Aufenthalt nur bis zu 90 Tage dauern soll. Urlauber sollen die Genehmigung spätestens 72 Stunden vor Abflug über ein Online-Formular beantragen.

Noch steht die genaue Gebührenhöhe allerdings nicht fest, doch Japan erwägt eine Gebühr zwischen 2.000 und 3.000 Yen, was etwa 12 bis 20 Euro entspricht. Damit orientiert sich das Land an vergleichbaren Systemen wie ESTA in den USA, das rund 18 Euro kostet. Die Genehmigung soll voraussichtlich für mehrere Einreisen gültig sein und eine Laufzeit von zwei bis fünf Jahren haben, ähnlich wie bei anderen elektronischen Reisegenehmigungssystemen

Overtourism in Japan: Massentourismus als Hauptgrund für JESTA-Einführung

Ursprünglich war die Einführung des Systems für 2030 geplant, wurde jedoch auf das Fiskaljahr 2028 vorgezogen. Hintergrund ist der stark wachsende Besucherandrang, der mancherorts für Konflikte, Regelverstöße und Überlastung der lokalen Infrastruktur sorgt. Die Regierung reagiert darauf mit strengeren Kontrollen und digitaler Vorprüfung.

Japan kämpft zunehmend mit den Folgen des Massentourismus. Besonders beliebte Städte wie Kyoto verzeichnen Rekordzahlen an Besuchern. Die Stadt hat bereits Teile des berühmten Gion-Viertels für Touristen gesperrt, da viele Besucher dorthin kommen, um Geishas zu sehen. Einheimische meiden inzwischen Viertel wie Gion oder Higashiyama zu Stoßzeiten. Das Problem liegt vor allem an den ungleich verteilten Tourismusströmen, die sich auf wenige Hotspots konzentrieren, wie die Tagesschau berichtet.

Das Ziel der JESTA-Einführung ist es, unerwünschte Reisende bereits vor Abflug herauszufiltern und Einreiseprozesse effizienter zu steuern. Die japanische Regierung will damit "die Einreise unerwünschter ausländischer Staatsangehöriger verhindern" und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen. Auch eine bessere Planbarkeit des Tourismus und die Lenkung von Besuchern in weniger frequentierte Regionen spielen bei der Einführung eine wichtige Rolle. In seinem Zusatzhaushalt für das Fiskaljahr 2024 hat Japan bereits 15,82 Milliarden Yen für "Notfallmaßnahmen zur Verhinderung und Eindämmung von Overtourism und zur Verbesserung der Empfangsumgebung für ausländische Besucher" bereitgestellt. Dies macht 15 Prozent des Gesamtbudgets einschließlich des Fiskaljahres 2025 aus.

Japan-Tourismus boomt: Rekordzahlen und Top-Destinationen im Überblick

Die Entwicklung des Japan-Tourismus gleicht einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2000 zählte das Land gerade einmal 4,8 Millionen internationale Besucher, wie die Japan National Tourism Organization dokumentiert. Bis 2010 stieg die Zahl auf 8,6 Millionen, bevor das verheerende Erdbeben und der Tsunami 2011 einen Rückschlag auf 6,2 Millionen Gäste bedeuteten. Doch die Regierung reagierte mit gezielten Maßnahmen: Visaerleichterungen, erweiterte steuerfreie Programme und verbesserte Einreiseverfahren ließen die Besucherzahlen regelrecht explodieren. 2019 erreichte Japan einen Rekord von 31,9 Millionen internationalen Touristen.

Nach der Corona-Pause setzte sich der Boom mit noch größerer Intensität fort. 2024 verzeichnete das Inselreich 36,9 Millionen ausländische Gäste – ein Plus von 15,6 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekord von 2019, so Travel Voice. Allein im ersten Halbjahr 2024 kamen 17,78 Millionen Besucher ins Land, angetrieben durch den schwachen Yen, der Japan zu einem besonders attraktiven Reiseziel machte.

Japan steht auch bei deutschen Urlaubern hoch im Kurs: Die einzigartige Mischung aus traditioneller Kultur, moderner Technologie, außergewöhnlicher Sicherheit und kulinarischen Highlights macht das Land zum Traumziel. Hinzu kommen die Faszination für Anime, Manga und die japanische Popkultur sowie die Höflichkeit und Gastfreundschaft der Einheimischen.

Beliebteste Reiseziele Japan: Die Top 10 Destinationen für Touristen

Japan bietet eine enorme Vielfalt an Reisezielen – von pulsierenden Megacitys über spirituelle Tempelstädte bis zu majestätischen Naturwundern. Die folgenden zehn Orte gehören zu den absoluten Highlights des Landes und ziehen Jahr für Jahr Millionen Besucher aus aller Welt an:

Die enorme Bandbreite japanischer Reiseerlebnisse wird durch diese zehn Destinationen repräsentiert – von urbanen Abenteuern über spirituelle Tempelbesuche bis zu atemberaubenden Naturlandschaften. Jedes Ziel bietet einzigartige Einblicke in die faszinierende Kultur und Geschichte des Inselreichs.

ETA-Systeme weltweit: Weitere Länder mit elektronischer Einreisegenehmigung

Nicht nur Japan setzt auf elektronische Einreisegenehmigungen. Zahlreiche Staaten nutzen inzwischen dieses Verfahren, das ursprünglich in den USA eingeführt wurde, um Sicherheitsprüfungen schon vor der Einreise durchzuführen und illegale Aufenthalte besser zu verhindern. Deutsche Urlauber benötigen eine elektronische Reisegenehmigung (ETA oder vergleichbare Systeme) unter anderem für Australien, Kanada, Neuseeland, Israel, Kenia, Sri Lanka sowie für die USA.

Seit 2025 verlangt auch Großbritannien schrittweise eine elektronische Anmeldung. Wer ohne gültige Genehmigung reist, riskiert Probleme beim Check-in oder die Einreiseverweigerung.

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