Eklig: Für diese Delikatessen brauchst du starke Nerven
Autor: Elisabeth von Sydow
Deutschland, Dienstag, 05. Mai 2026
Von fermentiertem Fisch bis hin zu Käse mit lebenden Maden – rund um den Globus warten kulinarische Kuriositäten, die selbst Abenteuerlustige ins Staunen versetzen. Ein Streifzug durch die seltsamsten Spezialitäten der Welt.
Essen verbindet Kulturen – doch manchmal sorgt es auch für ehrfürchtiges Staunen oder blankes Entsetzen. Was in einem Land als Feinschmecker-Delikatesse gilt, kann anderswo Kopfschütteln oder Übelkeit auslösen. Kuriositäten zeigen, wie weit die kulinarische Welt wirklich reicht. Viele solcher Gerichte haben tiefe kulturelle Wurzeln. Sie sind Teil alter Traditionen, religiöser Bräuche oder saisonaler Feste. Andere wiederum entstanden aus schlichtem Pragmatismus, als es darum ging, aus dem Mangel heraus alles Essbare zu verwerten. Heute faszinieren sie Reisende, Food-Blogger und Mutige gleichermaßen.
Zwischen Ammoniak und Maden: Was bieten Schweden, Italien und Co.?
In Surströmming (Schweden) gibt es eine Delikatesse mit gewöhnungsbedürftigem Duft. Kaum öffnet man die Dose, verbreitet sich ein Geruch, der selbst Einheimische auf Distanz bringt. Der fermentierte Hering wird monatelang in Salzlake vergoren, wodurch sich ein intensiver, nach Ammoniak und Säure duftender Geruch entwickelt. Wer ihn probieren möchte, sollte das am besten im Freien tun – und mit viel Brot, Zwiebeln und Mut.
Casu Marzu (Italien) stammt aus Sardinien und hat weltweite Bekanntheit erlangt – weniger wegen seines Geschmacks, sondern wegen seines Inhalts: lebende Maden. Der Käse wird absichtlich mit den Larven der Käsefliege infiziert, um einen besonders cremigen Geschmack zu erzielen. Traditionell gilt er als Zeichen von handwerklicher Reifekunst, doch offiziell ist er in der EU verboten.
Nicht ganz so bizarr, aber ebenfalls eigen ist Haggis (Schottland) – ein mit Innereien, Hafermehl und Gewürzen gefüllter Schafsmagen. In Schottland wird er mit Begeisterung beim jährlichen Burns Supper gefeiert. Geschmacklich erinnert Haggis an eine herzhafte Wurst mit rustikalem Charakter – ein anschauliches Beispiel dafür, wie kulturelle Bedeutung kulinarische Wahrnehmung verändern kann.
Zwischen Tabu und Tradition: Was gibt es in Asien zu entdecken?
In Asien liegen Genuss und Schock oft dicht beieinander. Balut (Philippinen) ist dafür das Paradebeispiel: ein angebrütetes Entenei, das mitsamt Embryo gekocht und gegessen wird. Was für westliche Gaumen grotesk bis brutal wirken mag, gilt auf den Philippinen als Stärkungsmittel und beliebter Snack für unterwegs.
Ein Klassiker der etwas anderen Art ist Kopi Luwak (Indonesien) – einer der teuersten Kaffees der Welt. Die Bohnen passieren zunächst den Verdauungstrakt der Zibetkatze und werden anschließend gereinigt und geröstet. Durch diesen Prozess entwickeln sie ihren typisch milden, erdigen Geschmack. Die Schattenseite: intensive Tierschutzdebatten, da viele Zibetkatzen in Gefangenschaft leben müssen.
Auf vielen asiatischen Märkten gehören frittierte Insekten längst zum Straßenbild. Ob Heuschrecken, Skorpione oder Seidenraupen – sie liefern hochwertiges Eiweiß und sind überraschend knusprig. Für Einsteiger werden sie oft mit Salz, Chili oder Sojasoße gewürzt – der perfekte Protein-Snack mit Nachhaltigkeitsfaktor.