Codewort "Mermaid": Crew im Flugzeug hat eigene Geheimsprache
Autor: Redaktion, Stefan Lutter
Deutschland, Sonntag, 17. Mai 2026
Im Flugzeug werden Passagiere und Crew mit vielen speziellen Ansagen und Codes konfrontiert. Hinter manchen Begriffen verbirgt sich reine Routine, andere sind humorvolle Insider der Flugbegleiter.
Das Flugzeug rollt noch auf der Startbahn, da läuft an Bord bereits ein System, das die meisten Passagiere nie wirklich wahrnehmen: die interne Kommunikation zwischen Cockpit und Kabine. Kurze Kommandos, technische Ansagen, standardisierte Codes – und mittendrin ein paar inoffizielle Begriffe, die Pilot Kolin Jones im Gespräch mit dem Reisemagazin "Travel + Leisure" erstmals öffentlich erklärt hat. Wörter wie "Mermaid", "Angel" oder "Code 300" klingen für Passagiere nach Geheimsprache, dahinter steckt jedoch vornehmlich mehr Alltag als Dramatik. Wer genauer hinhört, entdeckt eine Sprache, die zwischen professioneller Sicherheitsroutine und trockenem Crew-Humor pendelt.
Standardansagen vor dem Start des Flugzeugs
Während Passagiere meist nur die Sicherheitsansagen mitbekommen, verständigen sich Cockpit und Kabine parallel über kurze Kommandos, Fachbegriffe und interne Codes. Vieles davon ist reine Routine, manches dient der Sicherheit – und manches ist offenbar eher interner Crew-Slang. Gerade diese Begriffe sorgen immer wieder für Spekulationen darüber, was an Bord eigentlich wirklich gemeint ist.
Ein Teil der Durchsagen ist klar und gehört zum normalen Ablauf jedes Flugs. Wenn aus dem Cockpit etwa die Aufforderung kommt, dass sich die Kabinencrew für den Abflug vorbereiten soll, ist das schlicht das Signal für die letzten Sicherheitschecks in der Kabine. Auch ein knappes "Departure" markiert nichts Geheimnisvolles, sondern den unmittelbar bevorstehenden Start. Was viele nicht wissen: Während dieser kritischen Phase gilt für Piloten sogar eine strikte Regelung namens "Sterile Cockpit Rule", die es dem gesamten Flugpersonal untersagt, sich bei Start und Landung mit nicht flugrelevanten Dingen zu beschäftigen. Solche Kommandos sind fester Bestandteil der Bordkommunikation. Sie sorgen dafür, dass alle Handgriffe vor dem Rollen und Abheben synchron ablaufen:
- Kontrollblick auf angelegte Gurte
- final gesicherte Kabine
Skurrile Codes im Flugzeug: "Mermaid" bedeutet, dass jemand zu viel Platz beansprucht
Neben diesen standardisierten Ansagen soll es laut dem Piloten Kolin Jones aber auch Begriffe geben, die weniger offiziell sind und eher zum internen Sprachgebrauch gehören. Im Gespräch mit dem Reisemagazin "Travel + Leisure" erklärte Jones, dass Passagiere nicht bei jedem ungewöhnlichen Begriff misstrauisch werden müssten. Manche dieser Begriffe seien eher augenzwinkernd gemeint. Sie könnten aber dennoch ein Hinweis darauf sein, dass jemand im Sitzbereich mehr Raum beansprucht als nötig.
Ein solcher inoffizieller Ausdruck soll "Mermaid" sein, also "Meerjungfrau". Gemeint sind laut Jones Passagiere, die sich besonders breit machen, unnötig viel Platz einnehmen oder mit weit gespreizten Beinen auf dem Sitz sitzen. Das fällt in die Kategorie dessen, was oft als "Manspreading" bezeichnet wird. Überhaupt gibt es an Bord einige Verhaltensweisen, die das Flugpersonal als besonders störend oder rücksichtslos empfindet – vom Verhalten gegenüber der Crew bis zum Umgang mit dem Sitzplatz der Nachbarn.
Jones zufolge ist das kein Alarmzeichen, sondern eher ein scherzhafter Hinweis innerhalb der Crew. Wer so einen Begriff hören sollte, müsse sich also keine Sorgen machen – viel eher sei es ein Anlass, kurz zu prüfen, ob der eigene Sitzraum vielleicht schon in den Bereich der Nachbarsitze übergeht, so beschreibt er es gegenüber "Travel + Leisure".