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Arabba und Alta Badia: Preis für Sandwich schockt Skifahrer


Autor: Redaktion, Stefan Lutter

Europa, Montag, 26. Januar 2026

Hohe Preise im Wintersport sorgen aktuell für Diskussionen in beliebten Skigebieten der Dolomiten. Auch in anderen Regionen reagieren Gäste zunehmend auf die Entwicklung.
Wintersport in den Dolomiten war schon immer ein exklusives Vergnügen, doch jetzt steigen die Hüttenpreise in Arabba und Alta Badia auf ein neues Rekordniveau. Skifahrer berichten von Rechnungen, die selbst für einfache Snacks tief ins Portemonnaie greifen lassen – ein Sandwich mit Wurst und Käse, dazu eine Cola, kostet mittlerweile satte 17,50 Euro.


Steigende Preise im Wintersport sorgen immer wieder für hitzige Debatten – besonders dann, wenn sie den Alltag auf der Piste betreffen. Skipässe, Ausrüstung und Unterkünfte gelten schon lange als kostspielig, doch zunehmend geraten auch Hüttenpreise in den Fokus.

Eine vermeintlich kleine Rechnung kann dabei große Diskussionen auslösen. Genau das ist nun in einem der bekanntesten Skigebiete der Dolomiten passiert.

Arabba und Alta Badia: Ärger über Hüttenpreise in Italien

In den italienischen Skiregionen Arabba und Alta Badia, die für perfekt präparierte Pisten und spektakuläre Bergkulissen bekannt sind, entzündet sich derzeit eine Preisdiskussion. Die Gebiete gelten als äußerst beliebt – und als entsprechend teuer. Nicht nur der Skipass verlangt Wintersportlern einiges ab, auch die Einkehr zur Mittagszeit geht spürbar ins Geld. Ein Skifahrer hat seinem Ärger darüber in einer Facebook-Gruppe Luft gemacht und damit eine breite Debatte angestoßen.

In der Gruppe "Quelli che si svegliano presto per andare a sciare" ("Diejenigen, die früh aufstehen, um Skifahren zu gehen") schildert Nutzer Matteo P. seinen Skitag in Arabba und Alta Badia und zeigte sich vor allem über die Preise auf einer Hütte empört. Für ein einfaches Sandwich mit Wurst und Käse sowie eine Dose Cola habe er auf der Hütte Rifugio Bec de Roces insgesamt 17,50 Euro bezahlt. 

Besonders ärgerlich sei für ihn gewesen, dass dieselbe Bestellung in der vorherigen Saison deutlich günstiger gewesen sei, seiner Einschätzung nach rund 50 Prozent weniger. Für viele Leser war das der Auslöser, eigene Erfahrungen und Meinungen zu teilen.

Zustimmung und Kritik unter Wintersportlern

Unter dem Beitrag sammelten sich zahlreiche zustimmende Kommentare. Mehrere Nutzer warfen den Hüttenwirten vor, die Preise überzogen zu erhöhen. Ein Kommentator argumentierte, dass selbst unter Berücksichtigung gestiegener Rohstoff- und Transportkosten nur ein minimaler Aufpreis gerechtfertigt sei. Eine Preiserhöhung um mehrere Euro lasse sich seiner Ansicht nach nur damit erklären, dass man gezielt ein wohlhabenderes Publikum ansprechen wolle:  weniger Gäste, höhere Umsätze pro Person und gleichzeitig geringere Betriebskosten.

Andere Stimmen schlugen jedoch einen deutlich nüchterneren Ton an. Mehrere Nutzer erinnerten daran, dass Skifahren nie ein günstiges Freizeitvergnügen gewesen sei. Skipass, Ausrüstung, Anreise, Parken und Hüttenbesuche summierten sich seit jeher zu hohen Gesamtkosten. Da es sich beim Skifahren weder um ein Grundbedürfnis noch um eine Notwendigkeit handle, müsse man sich diesen Sport leisten können – oder bewusst darauf verzichten. Einige Kommentierende gingen sogar noch weiter und verwiesen auf die vollen Pisten: Solange die Nachfrage so hoch sei, hätten die Wirte keinen Grund, ihre Preise zu senken. Inzwischen ist die Kommentarfunktion unter den Post deaktiviert.

Das Rifugio Bec de Roces (auf Google Maps) befindet sich im Dolomitengebiet von Venetien, nahe des bekannten Skigebiets Arabba. Der Gastronomiebetrieb liegt auf etwa 2160 Metern Höhe zwischen dem Passo Campolongo und Arabba, direkt an den Skipisten der Sellaronda, einer der bekanntesten Skirundtouren der Dolomiten. Im Winter liegt die Hütte direkt an den Pisten des Skigebiets Arabba-Marmolada und ist Teil der berühmten Sellaronda, einer der bekanntesten Skirundtouren der Alpen, die vier Dolomitenpässe miteinander verbindet. Die Region zieht Skifahrer aus ganz Europa an und ist für ihre spektakulären Panoramen und erstklassigen Wintersportmöglichkeiten bekannt. Im Sommer nutzen Wanderer und Mountainbiker die Hütte als Rast- und Übernachtungsmöglichkeit, da sie ein idealer Ausgangspunkt für Touren im UNESCO-Welterbe Dolomiten ist.

Teurer Wintersport treibt Gäste zu Alternativen - Geheimtipp Bansko

Die Diskussion um hohe Preise beschränkt sich längst nicht mehr auf einzelne Hütten oder Regionen. Gerade internationale Gäste beginnen zunehmend, ihre Reiseziele zu überdenken. Besonders britische Wintersportler suchen vermehrt nach günstigeren Alternativen zu den klassischen Destinationen in Italien, Österreich oder der Schweiz. Ein Ort, der dabei immer häufiger genannt wird, ist Bansko in Bulgarien, gelegen am Fuße des Pirin-Gebirges.

Bansko gilt als wichtigstes Wintersportzentrum des Landes und lockt mit deutlich niedrigeren Preisen. Zwar kann der Ort mit nur 48 Pistenkilometern und 14 Liften nicht mit den großen Alpenregionen konkurrieren, doch für Anfänger und Genussfahrer bietet er ausreichend Möglichkeiten. Vor allem Reisende, die Menschenmassen meiden und in entspannter Atmosphäre fahren möchten, finden hier attraktive Bedingungen.

Auch abseits der Pisten zeigt sich der Preisunterschied deutlich: Ein halber Liter Bier kostet in Bansko rund einen Euro, und der durchschnittliche Übernachtungspreis in einem Drei-Sterne-Hotel liegt bei etwa 65 Euro. Für viele Wintersportfans ist das ein Argument, sich bewusst gegen die teuren Hotspots der Alpen zu entscheiden. Die Debatte um ein Sandwich für 17,50 Euro steht damit sinnbildlich für eine größere Frage: Wie teuer darf Wintersport eigentlich werden, bevor sich Gäste nach neuen Wegen umsehen?

In den italienischen Apenninen führte jüngst ein plötzlicher Wintereinbruch am Monte Livata zu einem Chaos in den Skigebieten, als mehr als 9.000 Autos die Zufahrtsstraßen blockierten und sogar Rettungskräfte im Stau festsaßen. Der enorme Andrang offenbarte erneut die Probleme mit überfüllten Straßen, mangelnder Infrastruktur und die Grenzen der Kapazität dieser beliebten Wintersportregionen. Immer mehr Kritik gibt es zudem an den Skigebieten der Alpen, die laut einer aktuellen Analyse zu den meist kritisierten Wintersportregionen Europas zählen.

Unterdessen bleiben die Top-Skigebiete in Deutschland und Österreich besonders gefragt. Destinationen wie Ischgl, Saalbach-Hinterglemm oder Garmisch-Partenkirchen bieten nicht nur sportliche Vielfalt, sondern auch komfortable Unterkünfte und kulinarische Highlights