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Hyalomma-Zecke jagt Menschen - und überträgt gefährliche Krankheiten


Autor: Kyrill Wunderlich

Deutschland, Dienstag, 10. März 2026

Mildere Winter und trockenes Klima sorgen dafür, dass eine tropische Zeckenart immer häufiger in Deutschland auftaucht. Was man über die Hyalomma-Zecken wissen muss.
Milde Winter und trockeneres Klima bieten ideale Lebensbedingungen für unliebsame Parasiten. (Symbolbild)


Der März läutet die Zeckensaison in Deutschland ein. Bereits ab etwa fünf Grad gehen die unliebsamen Blutsauger auf Wirtssuche, erklärt das bayerische Gesundheitsministerium. Neben den hierzulande üblichen Zeckenarten wie dem gemeinen Holzbock, gab es in den vergangenen Jahren regelmäßig Sichtungen einer neuen Zeckenart.

Die "Hyalomma"-Zecke ist nicht nur deutlich größer als die hierzulande typischen Zecken - sie überträgt auch gefährliche Krankheiten. Der Parasit wird bis zu zwei Zentimeter groß und hat gestreifte Beine. Eigentlich ist die Zecke in wärmeren Klimazonen beheimatet - daher kommt auch der umgangssprachliche Name "Tropenzecke". Vorwiegend kommt sie in Afrika, Asien und Südeuropa vor. In den vergangenen Jahren gab es jedoch immer wieder Sichtungen in Deutschland. 

Von Zugvögeln eingeschleppt - "Tropenzecke" breitet sich in Deutschland aus

Der Parasit wird vor allem über Zugvögel aus trockenen Gebieten Asiens oder Afrikas nach Deutschland eingeschleppt. Zum Überleben benötigt die Zecke ein warmes, trockenes Klima. 

Mildere Winter und zunehmend warmes Klima in Deutschland erhöhen das Risiko, dass sich die Riesenzecke hierzulande ausbreitet. "Steigende Temperaturen" und eine "geringere Luftfeuchtigkeit" könnten auch in Deutschland zu einer langfristigen Hyalomma-Population führen, zitierte die Tagesschau schon 2025 das Robert Koch-Institut (RKI).

Das Verhalten der Riesenzecke unterscheidet sich deutlich von dem herkömmlicher Zecken. Die Hyalomma-Zecke sieht und verfolgt ihren Wirt. Statt im Gras zu lauern, läuft sie dabei meterweit und "spinnenartig schnell" auf ihre Opfer zu, erklärt der Bayerische Rundfunk. Die Hyalomma-Zecke zählt deshalb zu den sogenannten Jagdzecken.

Kann Tropenkrankheiten übertragen: Wie gefährlich ist ein Biss der Hyalomma-Zecke?

Ein Biss der Hyalomma-Zecke kann für Menschen gefährlich werden. Nach einem Biss rötet sich die betroffene Stelle zunächst. Besonders gefährlich ist ein Biss deshalb, weil dadurch gleich zwei schwere Krankheiten übertragen werden können.

Das Fleckfieber äußert sich durch eine Vielzahl an Symptomen. Typische erste Anzeichen sind starke Gliederschmerzen und Kopfschmerzen, berichtet Focus Online. Zudem kommt es zu einem starken Krankheitsgefühl mit Schüttelfrost und Fieber. Nach vier bis sieben TTagenzeigt sich ein weiteres, sichtbares Symptom: Hautausschlag. Dieser tritt typischerweise an den Armen und Beinen, sowie am Rumpf auf.

Die zweite durch einen Biss der Hyalomma-Zecke übertragene Krankheit ist das Krim-Kongo-Fieber. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis drei, maximal neun Tage. Bis zum Auftreten der ersten Symptome dauert es also eine gewisse Zeit. Die ersten Anzeichen sind meist grippeähnlich. Betroffene leiden unter anderem unter Fieber, Schüttelfrost und Nackenschmerzen. Schwere Krankheitsverläufe führen zu Übelkeit und Erbrechen. Das schwerste Symptom sind innere Blutungen, die bis zum Tod führen können, schreibt DocCheck.

In Südosteuropa wurden solche Fälle bereits dokumentiert. In Deutschland ist bislang noch kein schwerer Krankheitsfall nach einem Biss der Hyalomma-Zecke bekannt, Experten gehen aber von einem wachsenden Risiko aus.