Wie Aldi, Lidl & Co. mit Apps dein Einkaufsverhalten beeinflussen
Autor: Klaus Heimann
Deutschland, Freitag, 06. Februar 2026
Supermarkt-Apps locken mit Rabatten – im Gegenzug gibst du persönliche Daten preis. Erfahre, wie Händler dein Einkaufsverhalten analysieren.
- Mit Rabatt-Apps sammelst du Punkte, Coupons und exklusive Angebote – zahlst aber mit persönlichen Daten
- Die Analyse deines Einkaufsverhaltens hilft den Händlern bei gezielter Werbung und Sortiment-Anpassung
- Viele Nutzer unterschätzen, wie umfangreich die Datenprofile durch App-Nutzung werden
- Datenschützer warnen vor unbedachtem Teilen von persönlichen Informationen
- Verzicht auf die App kostet Sparchancen, bewahrt aber mehr Privatsphäre
Digitale Cashback- und Rabatt-Apps gewinnen in Supermärkten immer mehr an Bedeutung. Wer mit seinem Smartphone bei Aldi, Lidl und Co. einkauft, bekommt exklusive Angebote und Vergünstigungen. Der Preis dafür: persönliche Daten wie Einkaufsgewohnheiten, Vorlieben und Bewegung im Laden. Handelsketten analysieren diese Informationen, um das Sortiment zu optimieren und gezielte Werbung zu schalten. Viele Kundinnen und Kunden sind sich gar nicht bewusst, wie detailliert ihr Konsumverhalten durch die App-Nutzung sichtbar wird. Wer auf Rabatte nicht verzichten will, sollte deshalb genau hinschauen und Datenschutzeinstellungen prüfen.
Daten gegen Rabatte: Wie funktioniert das?
Welche Informationen können Supermärkte und Co. über dich sammeln?
- Name
- Geburtsdatum
- E-Mail-Adresse
- Mobilfunknummer
- Anzahl der Erwachsenen im Haushalt
- Kinder
- Haustiere wie Katze oder Hund
- Einkaufsort
- gekaufte Produkte
- Ernährungsgewohnheiten
Die Datenpreisgabe lässt viele Verbraucher dennoch nicht zurückschrecken. Repräsentative Befragungen zeigen: Die große Mehrheit der Befragten (78 Prozent) nutzt Supermarkt-Apps. Laut der Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ist der Nutzungsgrad der Apps der Lebensmittelhändler allerdings etwas geringer: Hier liegt er bei 67 Prozent. Laut Bitkom haben die Befragten im Durchschnitt vier entsprechende Apps auf ihrem Smartphone installiert.
"Beim Lebensmitteleinkauf wollen Verbraucherinnen und Verbraucher Vorteile ohne Umwege", sagt Bitkom-Retail-Expertin Nastassja Hofmann. "Apps bündeln Rabatte und Coupons, speichern Belege, stellen Produktinformationen dar oder ermöglichen die Bezahlung direkt per App." Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es 77 Prozent der Kunden um Preisvorteile, Angebote und Rabatte geht. Weitere 73 Prozent nutzen über die App digitale Kundenkarten für Treueprogramme oder Gewinnspiele. Weniger beliebt sind Servicefunktionen wie der digitale Kassenbon, Einkaufslisten oder Kochrezepte.
Verändert sich das Kaufverhalten?
61 Prozent der Nutzer sagen den Verbraucherschützern in ihrer Befragung, dass sich ihr Einkaufsverhalten durch die Nutzung der Apps verändert hat. Zwei Drittel der App-Nutzerinnen und -Nutzer haben in den vergangenen zwei Jahren schon einmal gezielt zusätzliche Einkäufe gemacht, um Angebote oder Vergünstigungen zu erhalten. Aufmerksam wurden sie auf die Waren durch ihre Apps.
Gleichzeitig haben App-Nutzer das Gefühl, dass sie durch Coupons und Rabattmöglichkeiten in der App bei ihrem Einkauf manchmal (69 Prozent) oder sogar bei jedem Einkauf (24 Prozent) Geld sparen. Wie es um die tatsächliche Ersparnis bestellt ist, haben das Preisvergleichsportal Smhaggle und die Stiftung Warentest ermittelt.