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Suchergebnisse bereinigen: Google entfernt persönliche Informationen


Autor: Emma Firlus

Deutschland, Donnerstag, 09. April 2026

Viele persönliche Daten liegen frei im Internet – oft, ohne dass man davon weiß. Google bietet ein kostenloses Tool, das zumindest die Suchergebnisse bereinigt. Wir erklären, wie es funktioniert – und wo seine Grenzen liegen.
Google kann persönliche Daten aus der Suche löschen – doch kaum jemand nutzt das Tool.


Viele Menschen wissen gar nicht, dass persönliche Daten im Internet frei verfügbar sind – von Namen und Adressen bis hin zu Telefonnummern. Datenhändler verkaufen solche Informationen für wenig Geld, und damit landen sie in den Händen von Werbefirmen, neugierigen Bekannten oder sogar Kriminellen. Ein kostenloses Google-Tool kann zumindest einen Teil dieser Informationen aus den Suchergebnissen entfernen – doch nur wenige nutzen es.

Kostenloses Sicherheitstool: So schützt "Results About You" deine Daten

Google betreibt ein kostenloses automatisiertes Tool namens Results About You ("Ergebnisse über Sie"). Es scannt die Suchergebnisse nach persönlichen Informationen wie Name, Adresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse und erlaubt es dir, diese aus der Google-Suche entfernen zu lassen. Seit seiner Einführung 2022 wurde das Tool überarbeitet und bietet nun zusätzlichen Schutz, etwa für sensible Daten wie Sozialversicherungsnummern oder Reisepassangaben – zumindest in den USA.

Einfacher geht es kaum: Nach Anmeldung mit einem Google-Konto erhalten Nutzer eine Benachrichtigung, sobald Google neue Treffer mit ihren Daten findet. Über einen Klick lassen sich die Links prüfen und entfernen. Wer kein Konto hat, kann das Verfahren auch manuell nutzen, indem er problematische Suchergebnisse selbst meldet.

Sicherheitsexperten wie Thorin Klosowski von der Electronic Frontier Foundation (EFF) sehen darin einen der effektivsten und leichtesten Wege, die eigene Privatsphäre zu verbessern. "Man entfernt die offensichtlichsten Informationen, die jeder finden kann – und das ist schon ein enormer Schutz", erklärt Klosowski der BBC.

Einschränkungen: Kein Rundumschutz geboten

Das Tool löscht die Daten nicht von der ursprünglichen Webseite, sondern entfernt lediglich die Verlinkung in Google-Suchergebnissen. Informationen, die über Hacks oder Datenlecks verkauft werden, kann Google nicht beeinflussen. Wer die Daten vollständig aus dem Internet entfernen will, muss direkt bei Datenhändlern nachhaken oder kostenpflichtige Dienste nutzen.

Auch Inhalte von Regierungsseiten oder Nachrichtenportalen sind vom Tool ausgenommen. Google selbst betont, dass die Daten, die Nutzer an "Results About You" übermitteln, ausschließlich für diesen Zweck verwendet werden und strenge Sicherheits- und Verschlüsselungsprotokolle gelten.

Trotz der Einschränkungen bietet das Tool einen wichtigen Schutzschild. "Wenn sehr engagierte Leute jemanden finden wollen, können sie das trotzdem", sagt Klosowski. "Aber für die meisten Menschen ist es ein wirksamer Schutz gegen die leicht auffindbaren Informationen."

Schritt für Schritt: So nutzt du das Tool

Die Nutzung ist unkompliziert: Auf der Results About You-Seite das Formular ausfüllen, problematische Links markieren und die Entfernung beantragen. Google prüft die Anfrage und entfernt die Links aus den Suchergebnissen. Für Informationen über Familienmitglieder gibt es teilweise auch Schutzmöglichkeiten.

Für Nutzer in Kalifornien gibt es darüber hinaus ein staatliches Angebot: die Delete Request and Opt-out Platform (Drop), mit der Daten bei tausenden Datenhändlern gleichzeitig gelöscht werden können – das einzige staatliche Tool dieser Art weltweit. Wer tiefer einsteigen will, findet hilfreiche Anleitungen bei der EFF zum Schutz vor Online-Überwachung.

Seit 2022 haben mehr als zehn Millionen Menschen das Tool genutzt – ein großer Erfolg, angesichts von weltweit 1,8 Milliarden Google-Konten aber noch ein kleiner Bruchteil.