Studie warnt: Suchtartiges Handyverhalten mit 11 erhöht Risiko für Depression
Autor: Emma Firlus
Deutschland, Dienstag, 10. März 2026
Eine große US-Studie zeigt: Suchtähnliche Nutzungsmuster gehen bei Elf- und Zwölfjährigen mit erhöhten psychischen Risiken einher.
- Handynutzung: Kontrollverlust und Beeinträchtigungen
- Es geht nicht um Stunden, sondern um Kontrollverlust
- Altersgrenzen ohne Wirkung
- Ein sensibles Zeitfenster
Millionen Kinder unter 13 Jahren sind in sozialen Netzwerken aktiv – obwohl die meisten Plattformen ein Mindestalter von 13 Jahren vorgeben. Eine neue Untersuchung mit mehr als 8000 Elf- und Zwölfjährigen legt nun nahe, dass vor allem suchtähnliche Bildschirmgewohnheiten problematisch sind.
Handynutzung: Kontrollverlust und Beeinträchtigungen
Wer das Smartphone ständig kontrolliert, länger spielt als geplant oder soziale Medien gleich nach dem Aufwachen checkt, zeigte ein Jahr später häufiger psychische Auffälligkeiten.
Die Ergebnisse wurden im American Journal of Preventive Medicine veröffentlicht. Grundlage sind Daten der großangelegten US-Langzeitstudie zur Gehirn- und Jugendentwicklung (ABCD-Studie).
Anders als viele frühere Arbeiten erfasste die Untersuchung nicht nur die tägliche Nutzungsdauer, sondern gezielt problematische Muster – also Kontrollverlust, gedankliche Vereinnahmung und Beeinträchtigungen im Alltag.
Es geht nicht um Stunden, sondern um Kontrollverlust
Entscheidend war weniger, wie viele Stunden Kinder vor dem Bildschirm verbrachten. Maßgeblich war, ob sie Schwierigkeiten hatten, aufzuhören. Problematische Smartphone- und Social-Media-Nutzung stand ein Jahr später mit höheren Depressionswerten, Aufmerksamkeitsproblemen sowie oppositionellem Verhalten in Zusammenhang. Besonders besorgniserregend: Die Wahrscheinlichkeit suizidaler Gedanken oder Handlungen war erhöht – bei problematischer Handynutzung um rund das 1,6-Fache, bei problematischer Social-Media-Nutzung um etwa das 1,9-Fache.
Auch der Schlaf litt. Alle Formen problematischer Bildschirmnutzung – Smartphone, soziale Medien und Videospiele – gingen mit kürzerer Schlafdauer und mehr Schlafstörungen einher. Da Schlafmangel Stimmung und Impulskontrolle direkt beeinflusst, könnte er ein zentraler Vermittler zwischen exzessiver Nutzung und psychischen Problemen sein.