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"Ludwig" mit Pornomails: Hacker will Bitcoins erpressen - das steckt hinter der Warnung


Autor: Redaktion

Bamberg, Donnerstag, 17. Januar 2019

Derzeit kursieren vermehrt Erpressermails. Darin fordert der Absender 2000 Euro in Bitcoins. Wer nicht bezahlt, riskiert angeblich die Herausgabe pikanter Videoaufnahmen. Neu ist die Masche nicht. Doch was genau steckt dahinter?
Ein anonymer Hacker "Ludwig" verschickt Erpresser E-Mails und fordert Bitcoins. Die Polizei warnt vor der Masche. Foto: Robert Günther/dpa


"Das ist meine letzte Warnung!" Wer in seinem E-Mail-Postfach eine E-Mail mit diesem Titel findet, hat einen Erpresserbrief erhalten. Die Forderung: 2000 Euro in der Krypto-Währung Bitcoins in 72 Stunden an eine bestimmte Bitcoin-Adresse - oder an alle Freunde geht ein Video, das den Empfänger beim angeblichen Pornoschauen und Masturbieren zeigt.

Möglich gemacht haben soll die Aufnahme ein Trojaner-Programm auf dem Computer, das der Absender namens "Ludwig" selbst entwickelt haben will.

Erpressermasche ist bei der Polizei schon bekannt

Eine Erpressermasche, die der Polizei bekannt ist. Neu ist die Masche nicht. Bereits vor zwei Jahren tauchten erste Erpressermails auf - in englischer Sprache. Im Januar 2018 gerieten zusätzlich auch deutsche Textversionen in Umlauf. Wahrscheinlich - so mutmaßt die Polizei - erhoffen sich die Täter, dass die Erpressermails dadurch mehr beachtet werden.

So könnte eine solche Erpressermail laut Polizei Niedersachsen aussehen:

Beispielmail:

"Guten Tag, Masturbieren ist natürlich normal, aber wenn deine Familie und Freunde davon zeugen, ist es natürlich eine große Schande. Masturbieren ist natürlich normal, aber wenn deine Familie und Freunde davon zeugen, ist es natürlich eine große Schande. Ich habe dich eine Weile beobachtet, weil ich dich in einer Werbung auf einer Porno-Website durch einen Virus gehackt habe. Wenn Sie das nicht wissen, werde ich es erklären. Ein Trojaner gibt Ihnen vollen Zugriff und Kontrolle über einen Computer (oder ein anderes Gerät). Das bedeutet, dass ich alles auf Ihrem Bildschirm sehen und Ihre Kamera und Ihr Mikrofon einschalten kann, ohne dass Sie es bemerken. So habe ich auch Zugang zu all deinen Kontakten. Ich habe ein Video gemacht, das zeigt, wie du auf der linken Bildschirmhälfte masturbierst und auf der rechten Hälfte siehst du das Video, das du gerade angesehen hast. Auf Knopfdruck kann ich dieses Video an alle Kontakte Ihrer E-Mail und Social Media weiterleiten. Wenn Sie dies verhindern möchten, überweisen Sie einen Betrag von 500 EUR auf meine Bitcoin-Adresse.

Schritt 1: Gehen Sie zu coinbase.com und erstellen Sie ein Konto.

Schritt 2: Bestätigen Sie Ihr Konto mit Ihrem Reisepass oder Personalausweis.

Schritt 3: Zahlen Sie das Geld auf Ihr Coinbase Bitcoin Konto über Ihre Kreditkarte oder Ihr Bankkonto ein.

Schritt 4: Schicken Sie die Münzen an die unten angegebene Bitcoin-Adresse: 1Co7MgZekQG1f8TjUF1fk6ar2CgQuJc8x4

Sobald die Zahlung eingegangen ist, lösche ich das Video und du wirst nie wieder von mir hören. Ich gebe Ihnen 3 Tage, um die Zahlung zu machen. Danach wissen Sie, was passiert. Ich kann es sehen, wenn Sie diese E-Mail gelesen haben, damit die Uhr jetzt tickt. Es ist Zeitverschwendung, mich an die Polizei zu melden, da diese E-Mail weder in irgendeiner Form noch in meiner Bitcoin-Adresse nachverfolgt werden kann. Ich mache keine Fehler. Wenn ich feststelle, dass Sie einen Bericht eingereicht oder diese Nachricht an jemand anderen weitergegeben haben, wird das Video sofort verteilt. Grüße!"

Die Polizei rät: "Gehen Sie nicht auf die Forderungen ein", rät Nils Matthiesen, Sprecher der Bremer Polizei. Wichtig ist es, einen Screenshot oder Ausdruck von der Mail zu machen. Wer Anzeige erstatten will, kann dies bei jeder örtlichen Polizeiwache der bei einer Online-Wache tun, die es inzwischen in allen Bundesländern gibt.

LKA gibt Tipps für Empfänger der Porno-Mails

Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen verweist zudem auf die Website www.polizei-praevention.de, wo sich Hinweise zur Internet-Kriminalität finden. "Gehen Sie nicht auf die Erpressung ein. Die Inhalte sind frei erfunden. Löschen Sie diese Mails einfach", raten Sicherheitsexperten auf der Webseite. Auch sollten Empfänger keine Links öffnen. Auf jeden Fall Anzeige erstatten sollten Betroffene, die der Zahlungsaufforderung tatsächlich nachgekommen sind.

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