Druckartikel: Ladekabel-Aus? Neue Regel betrifft Millionen Käufer noch diesen Monat

Ladekabel-Aus? Neue Regel betrifft Millionen Käufer noch diesen Monat


Autor: Julian Drescher

Deutschland, Dienstag, 07. April 2026

Bald müssen alle neu verkauften Laptops in der EU per USB-C-Kabel ladbar sein. Warum das für Käufer teuer werden kann.
Ladekabel müssen bald separat zum Laptop gekauft werden.


Ab dem 28. April 2026 gilt in der Europäischen Union: Neue Laptops dürfen nur noch mit einem einheitlichen USB-C-Ladeanschluss verkauft werden. Das ist der letzte Schritt der EU-Ladegerät-Richtlinie, die schrittweise einen einheitlichen Ladeanschluss für alle elektronischen Geräte vorschreibt. Für Smartphones und Handys gilt sie bereits seit Ende 2024, Laptop-Hersteller hatten eine längere Übergangsfrist.

Die Folge: Wer sich ab Ende April einen neuen Laptop kauft, könnte kein Netzteil in der Schachtel finden - denn die Hersteller sind künftig verpflichtet, eine Variante ohne Netzteil anzubieten, und dürften diese aus Kostengründen bevorzugen.

Kein Ladekabel mehr dabei: Neue EU-Regel trifft Millionen Käufer ab Mai

Ab dem Stichtag muss jeder neu in der EU verkaufte Laptop über einen USB-C-Anschluss verfügen, über den er per Kabel geladen werden kann - das gilt laut Richtlinie für Notebooks, Ultrabooks, Convertibles und Netbooks. Wer ein Gerät verkauft, das mit mehr als 15 Watt lädt, muss zudem den Schnellladestandard USB Power Delivery (USB-PD) unterstützen, damit Ladegeräte verschiedener Hersteller untereinander kompatibel sind.

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Auf der Verpackung muss künftig klar ausgewiesen sein, welche Ladeleistung das Gerät benötigt - und ob ein Netzteil beiliegt oder nicht. Die EU-Richtlinie 2022/2380, die das Europäische Parlament und der Rat am 23. November 2022 verabschiedet haben, verpflichtet Hersteller dabei nicht dazu, das Ladegerät aus den Paketen zu verbannen; sie müssen aber eine Variante ohne Netzteil anbieten. Da doppelte Verpackung, Logistik und Kennzeichnung die Kosten treiben, dürfte sich die netzteilfreie Variante auf breiter Front durchsetzen - so wie es im Smartphone-Markt bereits geschehen ist.

Die technischen Vorgaben gehen dabei über die reine Steckerform hinaus. Mit der delegierten Verordnung (EU) 2023/1717 hat die Kommission den unterstützten Leistungsbereich von USB Power Delivery auf bis zu 240 Watt ausgeweitet - das ermöglicht die sogenannte Extended Power Range (EPR) und macht den Standard auch für leistungsstarke Laptops tauglich.

Was das für Käufer bedeutet - und was es kosten kann

Wer bereits ein leistungsstarkes USB‑C‑Ladegerät besitzt, kann von der Neuregelung profitieren. Er muss beim Laptop-Kauf kein weiteres Netzteil mitbezahlen und hat künftig ein einziges Gerät für Smartphone, Tablet und Notebook. Genau das war das erklärte Ziel der EU: weniger Elektroschrott durch inkompatible Netzteile und mehr Komfort für Verbraucher. Ob ausgesteckte Ladekabel im Alltag wirklich Strom sparen, ist dabei eine eigene Frage wert.

Für alle anderen kann der Laptop-Kauf aber teurer werden als bisher. Die meisten modernen Notebooks benötigen ein USB-PD-Netzteil mit mindestens 65 Watt, leistungsstarke Modelle sogar 90 oder 100 Watt - solche Netzteile können bei Markenherstellern 30 bis 50 Euro oder mehr kosten, deutlich mehr als ein einfaches Smartphone-Ladegerät mit 20 bis 30 Watt. Die Regelung gilt dabei ausschließlich für neu verkaufte Geräte - wer bereits einen Laptop mit MagSafe oder einem anderen herstellerspezifischen Anschluss besitzt, kann diesen weiterhin unverändert nutzen. Wer außerdem seinen Akku schonen und das Laden über Nacht vermeiden will, braucht ohnehin ein Netzteil mit passender Ladeleistung - denn nicht jedes Netzteil lädt gleich schnell oder gleich schonend.

Einen Sonderfall bilden Gaming-Notebooks mit besonders leistungsstarken Grafikkarten, die mehr als 240 Watt benötigen: Auch sie müssen ab dem 28. April einen USB-C-Anschluss haben - zumindest als zusätzliche Buchse neben dem herstellerspezifischen Hochleistungsanschluss. Viele dieser Modelle setzen bereits heute auf genau diese Mischlösung: USB-C für den Alltagsbetrieb, Spezialnetzteil für maximale Leistung. Welchen USB-Standard der Anschluss unterstützt und wie schnell Daten übertragen werden können, verrät die Farbe des USB-Anschlusses. jdr/mit dpa

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