KI erstellt dein Passwort? Das solltest du unbedingt vermeiden
Autor: Elisabeth von Sydow
Deutschland, Montag, 06. April 2026
Sind KI-generierte Passwörter unsicher? Warum ChatGPT und andere Modelle kein guter Passwortgenerator sind – und welche sichere Alternative 2026 wirklich schützt.
- Warum erstellen viele Menschen ihre Passwörter mit KI?
- Was ist Entropie – und warum ist sie für sichere Passwörter entscheidend?
- Was sind kryptografisch sichere Zufallszahlengeneratoren?
KI-generierte Passwörter wirken oft stark, sind aber laut einer aktuellen Irregular-Studie strukturell unsicher – weil LLMs Muster statt echten Zufall erzeugen. Für sichere Passwörter solltest du deshalb einen kryptografisch sicheren Passwortmanager nutzen, nicht ChatGPT, Claude oder Gemini.
Warum erstellen viele Menschen ihre Passwörter mit KI?
Viele nutzen KI, weil es schnell geht und das Ergebnis auf den ersten Blick komplex aussieht. Gerade bei mehreren Konten wirkt es praktisch, einfach ein sicheres Passwort anfordern zu können. Genau darin liegt das Problem: Bequemlichkeit ersetzt keine echte Passwortsicherheit.
Irregular testete mehrere große Modelle wie Claude, GPT und Gemini mit wiederholten Passwortanfragen. Dabei zeigten sich erkennbare Muster, wiederkehrende Zeichenfolgen und deutlich weniger Vielfalt als bei echter Zufallsverteilung. In einem Beispiel erzeugte Claude in 50 Versuchen nur 30 einzigartige Passwörter; ein bestimmtes Passwort kam 18-mal vor.
LLMs sind darauf trainiert, das statistisch wahrscheinlichste nächste Token vorherzusagen, nicht gleichverteilte Zufallszeichen zu erzeugen. Genau deshalb ist eine LLM-Passwortgenerator-Schwäche laut Irregular kein Bug im Einzelfall, sondern ein systematisches Problem. Ein Modell kann also etwas ausgeben, das zufällig aussieht, aber trotzdem klaren Mustern folgt und damit berechenbarer bleibt.
Was ist Entropie – und warum ist sie für sichere Passwörter entscheidend?
Entropie beschreibt vereinfacht, wie schwer ein Passwort vorhersagbar ist. Je mehr mögliche Kombinationen realistisch infrage kommen, desto höher ist die Entropie und desto besser ist der Schutz gegen Erraten und automatisierte Angriffe. Die Entropie-Passwort-Erklärung ist deshalb zentral: Ein Passwort kann lang aussehen und trotzdem schwach sein, wenn seine Zeichenfolge nur aus einem kleinen, vorhersehbaren Musterraum stammt.
Irregular kommt zu dem Schluss, dass KI-generierte Passwörter deutlich weniger Entropie haben als echte Zufallskennwörter – teils nur im Bereich von rund 20 bis 27 Bits statt ungefähr 98 Bits bei einem guten 16-Zeichen-Passwort. Das macht sie für Brute-Force-Attacke-Passwort-Versuche wesentlich anfälliger, weil Angreifer nicht jeden möglichen String gleich wahrscheinlich behandeln müssen. Ein Passwort, das durch Struktur vorhersehbar wird, kann dadurch praktisch viel schneller fallen als ein wirklich zufälliges.