WhatsApp: Mit diesem Anruf-Trick versteht dich jeder – selbst bei Lärm
Autor: Julian Drescher
Deutschland, Freitag, 17. April 2026
WhatsApp testet eine neue Technik, die Telefonate revolutionieren soll. Neu ist die Idee nicht, aber es gibt einen Haken.
Wer kennt es nicht: Man telefoniert über WhatsApp, steht dabei an einer viel befahrenen Straße oder sitzt in einem lauten Café - und der Gesprächspartner versteht kaum ein Wort. Genau das soll bald der Vergangenheit angehören. WhatsApp arbeitet an einer neuen Funktion, die Hintergrundgeräusche automatisch herausfiltert und so die Qualität von Sprach- und Videoanrufen deutlich verbessern soll.
Konkret handelt es sich um eine KI-gestützte Geräuschunterdrückung, die Umgebungslärm wie Straßenverkehr, Wind oder Stimmengewirr in Echtzeit wegfiltert - ohne die eigene Stimme zu verfälschen. Laut dem auf WhatsApp-Entwicklungen spezialisierten Branchendienst WABetaInfo steht die Funktion bislang nur einer kleinen Gruppe von Testnutzern auf Android zur Verfügung. In den kommenden Wochen sollen schrittweise mehr Nutzer Zugang erhalten. Wann das Feature für alle ausgerollt wird, war zunächst unklar.
WhatsApp: Neue Funktion wird alle betreffen - was sie besonders macht
Die Geräuschunterdrückung erkennt laut WABetaInfo in Echtzeit, welche Töne zur Stimme des Sprechers gehören und welche unerwünschte Nebengeräusche sind. Der Gesprächspartner höre eine deutlich sauberere Stimme, selbst wenn man gerade mitten im Straßenverkehr stehe, so das Ergebnis von WABetaInfo.
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Wer prüfen möchte, ob die Funktion bereits verfügbar ist, öffnet während eines laufenden Anrufs das Menü mit den Anrufoptionen. Dort sollte dann der Schalter für die Lärmunterdrückung zu finden sein, der sich jederzeit manuell deaktivieren lässt, falls man mit dem Klang nicht zufrieden ist. Das gilt auch für eine weitere kürzlich angekündigte Änderung bei WhatsApp, die ebenfalls direkt die Privatsphäre und das Nutzererlebnis betrifft.
Die Funktion filtert jedoch immer nur die Geräusche in der eigenen Umgebung heraus - verbessert also nicht, was man selbst vom Gesprächspartner hört, sondern was der andere von einem selbst hört. Damit beide Seiten von der besseren Audioqualität profitieren, müssen laut WABetaInfo idealerweise beide Gesprächsteilnehmer die Funktion aktiviert haben.
WhatsApp holt auf - andere hatten die Funktion schon länger
Mit der neuen Funktion ist WhatsApp keineswegs Vorreiter. Wie BR24 berichtet, verfügten hochwertige Android-Smartphones und iPhones seit Längerem über eingebaute Geräuschunterdrückung - etwa unter der Bezeichnung "Stimmfokus". Allerdings träfen in den seltensten Fällen zwei Menschen mit solchen Top-Geräten aufeinander, weshalb die hardwareseitige Lösung im Alltag oft nicht greife, so BR24.
Auch andere Messaging-Dienste haben ähnliche Funktionen bereits integriert. Microsoft Teams etwa biete Geräuschunterdrückung schon länger an, berichtet BR24. Und selbst innerhalb des Meta-Konzerns, zu dem WhatsApp gehört, hinke der Messenger hinterher: Der Facebook Messenger habe bereits 2024 mit dem Feature "Noise Suppression" geworben.