Telefon-Betrüger: Ein normales Wort kann dich in Bedrängnis bringen
Autor: Patricia Schlösser-Christ, Daniel Krüger, Stefan Lutter
Deutschland, Freitag, 10. April 2026
Immer häufiger setzen Telefon-Betrüger auf Tricks wie manipulierte Mitschnitte und künstliche Stimmen. Die Verbraucherzentrale warnt vor der "Ja"-Falle und gibt Tipps zum Schutz vor Abzocke.
In einem raffinierten Betrugsschema, das als "Kölner Masche" bekannt ist, nutzen Telefon-Betrüger perfide Tricks, um sensible Daten zu erlangen. Sie setzen auf psychologische Manipulation und harmlos wirkende Fragen.
Die aktuellen Zahlen sind alarmierend. Aus einer Umfrage von inFranken.de, bei der bis zum 10. April 2026 bisher rund 70.000 Menschen teilgenommen haben, geben 74 Prozent der Befragten an, bereits einen Betrugs-Anruf erhalten zu haben. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gibt Tipps, wie du dich am Telefon melden solltest. Auf keinen Fall solltest du "Ja" sagen.
Telefon-Betrug: Tappe nicht in die "Ja"-Falle
Telefon-Betrüger versuchen, dir mit Fragen wie "Können Sie mich hören?" oder "Sind Sie noch dran?" auf ganz subtile Art und Weise ein "Ja" zu entlocken. Vermeide es daher unbedingt, auf irgendeine Frage mit "Ja" zu antworten - erscheint sie auch noch so harmlos. Denn: Der Anruf könnte ohne dein Wissen aufgezeichnet werden. Betrüger können das Gespräch dann so zusammenschneiden, dass du mit deinem "Ja" einem Vertrag oder einem Kauf zustimmst. Nutze stattdessen ganze Sätze.
Um nicht in die "Ja"-Falle zu tappen, kannst du beispielsweise auf die Frage "Können Sie mich hören?" mit "Ich höre Sie" antworten. Auf die Frage "Sind Sie noch dran?" kannst du "Ich bin noch dran" entgegnen. Kommt dir der Anrufer suspekt vor, hast du natürlich auch jederzeit die Möglichkeit aufzulegen. Nimm den Hörer nicht mehr ab, falls es der Anrufer im Anschluss erneut versuchen sollte. Solltest du zuvor jedoch bereits auf eine Frage mit "Ja" geantwortet haben, könntest du dennoch nach wenigen Tagen eine Rechnung per Post erhalten.
Nun könntest du sagen, du ignorierst diese Rechnung einfach. Allerdings lassen Telefon-Betrüger nicht so schnell locker. Wenn du die Zahlung verweigerst, nutzen sie den falschen Telefonmitschnitt, um Druck auszuüben und dich einzuschüchtern. Sie drohen dir mit einem negativen Schufa-Eintrag oder dem Inkassobüro.
Am Telefon "Ja" gesagt? So gehst du mit betrügerischen Verträgen um
Ganz wichtig: Lass dich nicht einschüchtern und zahle auf gar keinen Fall die in der Rechnung aufgeführte Summe. Gehe stattdessen in die Offensive. Schreibe sofort einen Brief an den Absender der Rechnung, in dem du klarstellst, dass ein solcher Vertrag nie geschlossen wurde und du dem Abschluss widersprichst.
"Wer ein Tablet kauft, einen Mobilfunkvertrag abschließt oder ein Hotelzimmer bucht, muss grundsätzlich keine Schriftstücke unterzeichnen, damit die Verträge wirksam sind. Häufig genügt ein Anruf, eine SMS oder ein ausgefülltes Onlineformular", so die Verbraucherzentrale.