Social-Media-Verbot für Jugendliche? Söder wird deutlich - "nicht nur Blabla"
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
München, Donnerstag, 12. März 2026
Seit Wochen wird ein Social-Media-Verbot auch in Deutschland diskutiert. Die CDU will Nägel mit Köpfen machen. Der Chef der Schwesterpartei bleibt kritisch.
Update vom 12.03.2026: Expertin mahnt Politik bei Social-Media-Debatte zu Geduld
CSU-Chef Markus Söder steht einem potenziellen Social-Media-Verbot für Jugendliche weiterhin äußerst skeptisch gegenüber. Er sei offen, über mögliche Maßnahmen zum Jugendschutz zu diskutieren, sagte Söder im Sender ntv. Gleichzeitig betonte er: "Ich höre und lese in Australien, dass dieses große Social-Media-Verbot zu was führt? Zu gar nichts, weil alles umgangen werden kann." Bereits jetzt existierten Altersbeschränkungen auf Social Media. "Warum klappt es nicht? Weil die Eltern nicht dafür sorgen."
Gleichzeitig zog Bayerns Ministerpräsident einen Vergleich: "Und eins muss man auch sehen: Alle wollen, dass man jünger wählt, dass man die Strafmündigkeit heruntersetzt", sagte er und ergänzte: aber "Social Media hoch". Er fügte hinzu: "Ich bin da zurückhaltend."
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Die Diskussion über Verbote und Einschränkungen nimmt auch in Deutschland immer mehr Fahrt auf, seit Australien im Dezember 2025 als erstes Land ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt hat. Söder hatte sich bereits im vergangenen Jahr ablehnend gezeigt und argumentiert: Ein Verbot mache TikTok, Instagram und Co. eher noch interessanter für Jugendliche und Kinder.
Expertin mahnt Politik bei Social-Media-Debatte zu Geduld
Die Schwesterpartei CDU hatte auf ihrem Parteitag im Februar beschlossen, ein Mindestalter von 14 für soziale Medien wie Tiktok und Instagram zum Schutz von Kindern und Jugendlichen einführen zu wollen. Auch von Ex-Bundespräsident Christian Wulff gibt es ähnliche und Forderungen.
Der Parteitagsbeschluss enthalte keinen Vorschlag, wie man das technisch umsetze, sagte Söder nun. "Ich würde mir gerne anschauen, ob es da einen konkreten technischen Vorschlag gibt, nicht nur so ein Blabla: 'wir müssen, wir sollen'."
Die Co-Vorsitzende der Expertenkommission zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt, Nadine Schön, fordert in der Debatte die Politik dazu auf, die Arbeit des Gremiums abzuwarten. "Ich rate der Politik dringend, uns in Ruhe arbeiten zu lassen", sagte sie dem Tagesspiegel.
Forderungen nach schnelleren Ergebnissen
Hintergrund sind Forderungen nach schnellerem Handeln, etwa von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). "Es wäre wichtig, dass die Expertenkommission schon eher zu Ergebnissen kommt", hatte Schwesig gesagt.