Handy per Gesicht entsperren: Test zeigt, welche Modelle unsicher sind
Autor: Lea Mitulla
Deutschland, Donnerstag, 21. Mai 2026
Das Handy per Gesicht zu entsperren, ist nicht so sicher, wie viele denken. Ein Test zeigt, welche Smartphones mit einem einfachen Foto überlistet werden können.
Statt per PIN oder Fingerabdruck entsperren inzwischen die meisten Leute ihr Handy per Gesichtserkennung. Das Gerät muss einfach vor das Gesicht gehalten werden und die Kamera erkennt einen automatisch. Es geht schnell und unkompliziert - aber ist es auch sicher? Forschende haben herausgefunden, dass die Sperre leichter ausgetrickst werden kann, als wir dachten.
Das Problem: Bei einigen Smartphone-Modellen lässt sich die Gesichtserkennung durch ein Foto überlisten. Wenn jemand Zugriff auf dein Handy haben will, kann er also ein Bild von dir vor die Kamera halten und das Gerät wird entsperrt. Das ist besonders kritisch bei sogenannten Passkeys, die bei vielen Online-Diensten zur Authentifizierung zum Einsatz kommen. Laut Experten ist diese Methode besonders sicher, da sie statt eines eingetippten Passworts die jeweilige Entsperrmethode des Handys nutzt (meist Fingerabdruck oder Gesichtserkennung). Kann das Handy per Foto entsperrt werden, ist diese vermeintliche Sicherheit hinfällig.
Handy mit Gesicht entsperren: Foto-Trick überlistet Sicherheitssystem vieler Smartphone-Hersteller
Das britische Fachportal "Which?" hat seit 2022 unterschiedliche Handys getestet. 64 Prozent der Geräte ließen sich mit einem ausgedruckten Foto der Besitzer entsperren. Nur bei wenigen Herstellern habe es im Testzeitraum technische Verbesserungen gegeben. Bis 2024 habe sich das Problem sogar verschlimmert, heißt es aus dem Labor. Zwischen 2022 und 2026 wurden insgesamt 208 Smartphones geprüft. Handys der folgenden Marken konnten im Test durch den Foto-Trick entsperrt werden:
- Asus
- Fairphone
- Honor
- HMD
- Motorola
- Nokia
- Nothing
- OnePlus
- Oppo
- Realme
- Samsung
- Vivo
- Xiaomi
Was die Experten von "Which?" besonders kritisch sehen, ist nicht die Tatsache, dass viele Handy-Hersteller scheinbar bei der Sicherheit sparen. Vielmehr fehle es an "ausreichenden Warnungen", die Nutzer auf die Schwächen des Systems hinweisen.
Risiko der Gesichtserkennung beim Handy - Nutzer werden nur selten gewarnt
Darunter versteht das Portal einen deutlichen, gut sichtbaren Hinweis während des Einrichtungsvorgangs, der dem Nutzer deutlich macht, "dass sein Smartphone durch ein 2D-Foto oder durch eine ihm ähnlich sehende Person umgangen werden könnte".
Einige Hersteller haben dies bereits umgesetzt, darunter Xiaomi und Samsung. Bei anderen ist der Hinweis aber weiterhin nicht auffindbar, in den AGB oder hinter einem weiterführenden Link versteckt. Laut "Which?" haben einige Hersteller, nachdem sie damit konfrontiert wurden, lediglich auf den Fingerabdrucksensor als vorrangige Sicherungsmethode verwiesen.