Handy-Akku selber wechseln? Ab 2027 bei diesen Smartphone-Modellen
Autor: Julian Drescher, Alexander Milesevic
Deutschland, Samstag, 25. April 2026
Neue EU-Regel: Handy-Akkus sollen ab 2027 austauschbar sein. Doch es gibt eine Hintertür - und die großen Hersteller nutzen sie. Was das für Nutzer bedeutet.
Wer kennt es nicht: Nach zwei oder drei Jahren hält der Handy-Akku nur noch einen halben Tag. Die Batterie ist häufig ein Hauptgrund, warum ein eigentlich noch funktionierendes Smartphone ersetzt wird. Statt das Gerät einfach weiterzunutzen, landet es in der Schublade oder im Elektroschrott.
Die Europäische Union will das ändern. Mit der Europäischen Batterieverordnung (EU) 2023/1542 sollen Handys ab Februar 2027 austauschbare Akkus haben. Doch ein genauerer Blick zeigt: Für viele beliebte Handy-Reihen gilt das gar nicht.
Was die EU-Batterieverordnung für Handys vorschreibt
Die Batterieverordnung wurde am 28. Juli 2023 veröffentlicht und ist seit dem 18. Februar 2024 unmittelbar geltendes Recht in Deutschland, wie das Bundesumweltministerium erläutert. Sie regelt unter anderem die Anforderungen an die Entfernbarkeit und Austauschbarkeit von Gerätebatterien durch den Endnutzer.
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Konkret bedeutet das: Ab dem 18. Februar 2027 müssen Hersteller sicherstellen, dass sich Akkus in mobilen Geräten wie Smartphones, Tablets oder Laptops mit handelsüblichem Werkzeug vom Nutzer selbst austauschen lassen.
Die Batterien sollen laut Verordnung vom Endnutzer jederzeit während der Lebensdauer des Produkts leicht entfernt und ausgetauscht werden können. Die Verordnung umfasst laut Bundesumweltministerium den gesamten Lebenszyklus von Batterien und beinhaltet auch Regelungen zu Sorgfaltspflichten, Sammelvorgaben und einem digitalen Batteriepass.
Warum die meisten aktuellen Smartphones trotzdem keinen Wechselakku brauchen
Allerdings gibt es eine wichtige Ausnahme: Die Ökodesign-Verordnung (EU) 2023/1670 legt fest, dass Geräte von der Austauschpflicht ausgenommen sind, wenn sie zwei Bedingungen erfüllen. Erstens muss das Smartphone mindestens die Schutzart IP67 aufweisen. Zweitens muss der Akku nach 1000 vollständigen Ladezyklen noch mindestens 80 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität behalten.
Ein Blick auf die offiziellen Datenblätter der großen Hersteller zeigt: Die aktuellen Flaggschiff-Modelle erfüllen beide Kriterien bereits deutlich. Das iPhone 17 Pro ist laut den technischen Daten von Apple nach IP68 zertifiziert und behält nach 1000 Ladezyklen mindestens 80 Prozent seiner Kapazität. Die Galaxy-S25-Serie ist laut Samsung ebenfalls nach IP68 geschützt und erreicht laut EU-Energielabel sogar 2000 Ladezyklen bei 80 Prozent Restkapazität. Xiaomi gibt für das Xiaomi 15 IP68-Schutz und 1600 Ladezyklen an.