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5 geheime Orte, die bei Google Maps nicht zu sehen sind


Autor: Alexander Milesevic

Mountain View, Samstag, 10. Januar 2026

Fast alle Gegenden der Erde können bei Google Maps betrachtet werden - aber eben nur fast alle. Warum sind einige absichtlich nicht oder nur schlecht zu erkennen?


Mit wenigen Klicks lassen sich bei Google Maps Straßenzüge ansehen, berühmte Bauwerke betrachten oder Küstenlinien verfolgen - meistens zumindest. Denn nicht alle Orte auf der Welt darf das US-Unternehmen in seinem Kartendienst zeigen.

Aus Sicherheitsaspekten, politischen oder anderen sensiblen Gründen werden bestimmte Regionen nicht oder nur stark unscharf angezeigt. Um einige davon ranken sich Geschichten und Theorien, andere dieser Orte sind kaum bekannt.

Fünf Orte, die bei Google Maps unkenntlich gemacht worden sind

#1 Moruroa-Atoll, Französisch-Polynesien

Zu den bekanntesten unklar dargestellten Orten zählt das Mururoa-Atoll in Französisch-Polynesien. Zwischen 1966 und 1996 nutzte Frankreich die abgelegene Inselgruppe als Testgelände für sein Nuklearwaffenprogramm. Bis heute ist das Gebiet auf Google Maps größtenteils nur verschwommen zu erkennen. Lediglich das westliche Drittel des Atolls ist in der Satellitenansicht in scharfer Auflösung zu sehen. Warum die Details des restlichen Atolls in unscharfer Auflösung sind, ist unklar. Gerüchten zufolge könnte dies mit den Auswirkungen des Nuklearwaffenprogramms auf die Umwelt zusammenhängen.

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#2 Area 51, Nevada, USA

Ebenfalls seit Jahren Gegenstand von Spekulationen ist Area 51 im US-Bundesstaat Nevada. Die streng abgeschirmte Militärbasis gilt als Schauplatz zahlloser Verschwörungserzählungen – von UFO-Sichtungen bis zu angeblichen Versuchen mit außerirdischen Lebensformen. Zwar zeigt Google Maps eine Satellitenansicht des Geländes, doch viele Details sind absichtlich unklar. So ist in der Ansicht ein weißer Fleck zu erkennen, der laut BuzzFeed nicht zur Landschaft gehören soll. Streetviewaufnahmen existieren von dem gesamten Areal nicht. Dass militärische oder strategisch wichtige Anlagen bei  Google Maps teils unscharf dargestellt werden, ist nicht unüblich. So sollen Aufbau, genaue Lage und Struktur dieser Anlagen nicht frei einsehbar sein.

#3 Langwellensender Rosnay, Frankreich

Ebenfalls nur eingeschränkt erkennbar bei Google Maps ist der Langwellensender nahe der kleinen französischen Gemeinde Rosnay. Teile der Anlage sind in der Satellitenansicht verpixelt, andere erscheinen lediglich in niedriger Auflösung. Die Sendeeinrichtung gehört zur französischen Marine und ermöglicht per Langwelle die Kommunikation mit U-Booten über große Distanzen. Damit gilt er als sensibler militärischer Standort, der vor zu genauer öffentlicher Einsicht geschützt werden soll.

#4 2207 Seymour Avenue, Cleveland, Ohio, USA

Dort hielt der Entführer Ariel Castro drei Frauen über Jahre gefangen und misshandelte sie schwer. Nach ihrer Befreiung und Castros Festnahme wurde das Haus im August 2013 abgerissen. Google hatte schon zuvor entschieden, die Street-View-Aufnahmen des Hauses zu verwischen. Der Konzern beruft sich auf Datenschutz- und Sicherheitsrichtlinien, die Nutzern erlauben, anstößige Inhalte wie Gewalt, sexuelle Darstellungen oder Bilder von Kindesmissbrauch zu melden. So soll verhindert werden, dass der Ort zur makabren Attraktion wird. In der Satellitenansicht ist das Haus jedoch detailliert zu erkennen.

#5 Wiederaufarbeitungsanlage La Hague, Frankreich

 Die Anlage in der Normandie gilt als besonders sensibler Standort und ist auf Google Maps nur in der Satellitenansicht nur unscharf zu erkennen. Betreiber ist das französische Unternehmen Orano (früher Areva), das dort abgebrannte Brennelemente aus Atomkraftwerken wiederaufbereitet. Warum die Anlage nur unscharf dargestellt wird, ist unklar.  Mehrere Gründe kommen dafür infrage, offiziell bestätigt ist keiner davon. Als plausibelste Erklärung gelten Sicherheitsinteressen des französischen Staates. In La Hague wird abgebrannter Kernbrennstoff wiederaufbereitet, dabei fallen hochradioaktive Stoffe an. Solche Anlagen gelten als mögliche Ziele für Terroranschläge oder Sabotage. Frankreich lässt vergleichbare Schutzmaßnahmen auch bei anderen sensiblen Standorten wie Militärstützpunkten oder Atomkraftwerken umsetzen.

Dass Google nicht alle Atomanlagen weltweit verdeckt, zeigt der Blick nach Japan: Das Kernkraftwerk Fukushima ist klar erkennbar. Die Verpixelung von La Hague folgt also keiner globalen Standardregel für Nuklearstandorte.