Durchbruch in der Herzmedizin: KI entdeckt versteckte Risiken
Autor: Emma Firlus
Deutschland, Sonntag, 26. April 2026
Die ersten Warnsignale einer Herzschwäche könnten Jahre verborgen bleiben – im Fett rund ums Herz. Wie KI bei der Erkennung helfen kann.
- Fettgewebe als Spiegel der Herzgesundheit
- Künstliche Intelligenz erkennt verborgene Muster
- Große Studie mit klaren Ergebnissen
- Zusätzlicher Nutzen über klassische Risikofaktoren hinaus
- Potenzial für die Früherkennung im Alltag
Herzinsuffizienz entwickelt sich oft schleichend – und bleibt lange unentdeckt. Eine große Studie zeigt nun, dass sich das Risiko Jahre vorher in einem unerwarteten Bereich erkennen lässt: im Fettgewebe rund um das Herz. Mithilfe künstlicher Intelligenz könnten solche Veränderungen künftig frühzeitig sichtbar werden.
Fettgewebe als Spiegel der Herzgesundheit
Was lange als reines "Polster" galt, ist in Wirklichkeit hochaktiv: das Fettgewebe rund um das Herz, das sogenannte epikardiale Fett. Es steht in direktem Austausch mit dem Herzmuskel und reagiert auf dessen Signale – etwa auf Entzündungen oder erste krankhafte Veränderungen.
Dieses Fettgewebe verändert dabei seine Zusammensetzung. Unter dem Einfluss von Stress oder Entzündungen im Herzmuskel verschiebt sich das Verhältnis von Fett- zu Wasseranteilen, zudem entstehen neue Blutgefäße und bindegewebige Strukturen. Diese Prozesse spiegeln gewissermaßen wider, was im Inneren des Herzens geschieht.
Genau hier setzt die aktuelle Forschung an: Wenn sich diese feinen Veränderungen sichtbar machen lassen, könnten sie als Frühwarnsystem dienen – lange bevor typische Beschwerden einer Herzschwäche auftreten.
Künstliche Intelligenz erkennt verborgene Muster
Um diese Veränderungen zu erfassen, nutzten die Forscher moderne Bildanalyseverfahren. Grundlage waren CT-Aufnahmen der Herzkranzgefäße, wie sie ohnehin häufig zur Abklärung von Brustschmerzen eingesetzt werden.
Eine speziell entwickelte KI analysierte dabei nicht nur die Größe des Fettgewebes, sondern mehr als 1600 unterschiedliche Merkmale. Dazu zählen unter anderem Struktur, Dichte und räumliche Anordnung des Gewebes – Details, die für das menschliche Auge kaum erkennbar sind.